Website-Analyse-Tools und ihre Grenzen Wie Google Analytics den Markt umkrempelte
Website-Analyse war mal sehr teuer. Dann kaufte Goolge die Firma Urchin Software und verschenkte Google Analytics. So manche Datenschutzbedenken lassen sich aber nur mit dem kostenpflichtigen Bruder auflösen. IT-BUSINESS sprach mit Webalytics-Chef Holger Tempel über die Situation.
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Bis zum Frühjahr 2005 war die Welt für Anbieter von Website-Analyse-Tools noch in Ordnung. Der Markt ließ hohe Preise und Margen zu. Einer der Hersteller von Webanalyse-Software war die kalifornische Firma Urchin Software mit den Web-Analyse-Tools „Urchin“ und einer SaaS-Version „Urchin on Demand“ im Portfolio. Beide Lösungen wurden weltweit über Reseller vertrieben. Im Frühjahr 2005 entschied man bei Google, dass die beiden Urchin-Produkte gut in das eigene Portfolio passen würden, weil sie bei der Auswertung von Adwords-Anzeigen hilfreich waren. Kurzum wurde Urchin Software aufgekauft. Bereits im darauf folgenden Mai änderte Google das Preisgefüge auf dem Werkzeugmarkt der Web-Analyse: „Urchin on Demand“ kostete fortan nicht mehr 499, sondern mit 199 US-Dollar pro Monat weniger als die Hälfte. Im November wurde „Urchin on Demand“ dann in „Google Analytics“ umbenannt und war ab diesem Zeitpunkt kostenfrei. Heute ist Google Analytics in der Version 3 verfügbar und immer noch kostenfrei.
Dennoch gibt es einen wachsenden Markt für kostenpflichtige Web-Analyse-Tools. Insbesondere in Hinblick auf diverse Datenschutzbedenken, die bei „Google Analytics“ geäußert werden, bieten kostenpflichtige Werkzeuge rechtssichere Alternativen. Der Google-Konzern hat unter dem Namen „Urchin“ neben dem kostenfreien „Google Analytics“ auch solche kostenpflichtigen Werkzeuge im Angebot. Hierzulande vertreibt das Unternehmen Webalytics für Google die Urchin-Tools. IT-BUSINESS sprach mit dem CEO Holger Tempel über die Datenschutz-Problematik und Trends in seiner Branche:
ITB: Webalytics stellt Tracking-Tools für die Betreiber kommerzieller Websites bereit und bietet Beratung und Dienstleistung zum Thema Tracking und Webanalyse an. Was lässt sich mit Tracking-Tools erreichen?
ITB: Webalytics stellt Tracking-Tools für die Betreiber kommerzieller Websites bereit und bietet Beratung und Dienstleistung zum Thema Tracking und Webanalyse an. Was lässt sich mit Tracking-Tools erreichen?
Tempel: Viele Unternehmen haben mittlerweile erkannt, dass ihre Webseite mehr ist als eine bloße Visitenkarte im Internet. Rentabilität spielt im Web-Auftritt eine große Rolle, und das nicht nur bei kommerziellen Webshops. Der Einsatz von Tracking-Tools dient letztendlich dazu, diese Rentabilität zu steigern. Etwa durch die Reduzierung der Absprungrate oder durch Erhöhung der Conversion-Rate.
ITB: Welche konkreten und messbaren Verbesserungen ergeben sich dadurch in der Praxis?
Tempel: Aus der Praxis sind hier bei der Conversion-Rate, also beim Anteil der Käufer an den Website-Besuchern, Verbesserungen um die 20 Prozent bekannt. Zudem ist durch die Web-Analyse ein aktiver Dialog mit dem Kunden möglich. Dadurch kann zeitnah auf Besuchertrends reagiert werden, indem die Webseite den Kundenwünschen kontinuierlich anpasst wird. Tracking und Webanalyse ermöglichen im Zusammenspiel ein zielgerichtetes Handeln für diese Verbesserungen. Am Ende des Prozesses steht eine insgesamt gesteigerte Usability der Website oder des Webshops. Und höhere Gebrauchstauglichkeit bedeutet zwangsläufig gesteigerte Rentabilität. Lassen sie es mich so auf den Punkt bringen: Es geht darum, Besucher der Webseite in Kunden des Unternehmens zu verwandeln, und das so effektiv wie möglich.
ITB: Auf dem Markt gibt es doch auch viele Freeware-Produkte in diesem Umfeld, beispielsweise Google Analytics, vom Suchmaschinen-Riesen selbst. Warum also Geld für Lizenzen ausgeben?
Tempel: Viele Gründe sprechen für den Einsatz einer professionellen Tracking-Lösung: Freeware-Produkte – wie unter anderem auch Marktführer Google Analytics – beschränken sich meist auf eine externe Datenhaltung. Dieser Umstand macht es schwierig, datenschutzkonform zu arbeiten. Deshalb kommt aus reinen Sicherheitsüberlegungen, für viele Firmen der Einsatz einer Freeware-Lösung, nicht in Frage.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Funktionsumfang und den Kosten der Urchin-Software.
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