Konnektivitäts-Koordinierungs-Antrag für den Domainwechsel

Was ist ein KK-Antrag (Providerwechsel)?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Florian Karlstetter

KK-Antrag - Konnektivitäts-Koordinierungs-Antrag für den Domainwechsel zu einem anderen Provider.
KK-Antrag - Konnektivitäts-Koordinierungs-Antrag für den Domainwechsel zu einem anderen Provider. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Mit einem KK-Antrag (Konnektivitäts-Koordinierungs-Antrag) lässt sich der Wechsel einer Domain zu einem anderen Provider beauftragen. Es handelt sich um eine veraltete Bezeichnung für das heute genutzte ChProv-Verfahren der DENIC. Wichtig für die Durchführung und Autorisierung des Providerwechsels ist der Auth-Code.

Die Abkürzung KK-Antrag steht für Konnektivitäts-Koordinierungs-Antrag. Mit dem Antrag wird der Umzug einer bestimmten Domain zu einem neuen Provider beauftragt und eingeleitet. Über den KK-Antrag wird die zuständige Registrierungsstelle über den Providerwechsel informiert. Sie erhält Informationen über den Domain-Besitzer, den Provider und die Zuordnung zur Zone C. Der KK-Antrag regelt den formalen Ablauf der Domainübertragung genau. Eigentlich handelt es sich bei dem Begriff Konnektivitäts-Koordinierungs-Antrag um einen veralteten Ausdruck. Heute verwendet die DENIC das sogenannte ChProv-Verfahren zur Durchführung des Providerwechsels. Dennoch kommt der Begriff KK-Antrag noch immer bei vielen deutschen Providern zum Einsatz.

Obwohl der KK-Antrag eigentlich nur für den Umzug der von der DENIC verwalteten .de-Top-Level-Domains vorgesehen ist, nutzen viele Provider den Begriff für sämtliche Transferanträge beliebiger Top-Level-Domains. Die technischen Abläufe können sich von Verwaltungsstelle (NIC) zu Verwaltungsstelle stark unterscheiden. Beim Umzug einer Domain ist der KK-Antrag in der Regel vom Besitzer der Domain über den neuen Provider einzureichen. Der aufnehmende Provider veranlasst alle weiteren Schritte im Namen des Auftraggebers und reicht den Auftrag an die zuständige Verwaltungsstelle weiter. Kosten fallen für den Umzug einer Domain in den meisten Fällen nicht an. Am Umzugsverfahren sind der Domain-Besitzer, der alte Provider, der neue Provider und das zuständige NIC (Network Information Center) beteiligt.

Die Bedeutung des Auth-Codes für die Durchführung des Providerwechsels

Das von der DENIC für den Providerwechsel verwendete Verfahren ChProv nutzt sogenannte Auth-Codes zur Autorisierung der Übertragung. Beim Auth-Code handelt es sich um eine Zeichenfolge bestimmter Länge, über die die Übertragung abgesichert ist. Nur wer im Besitz des Auth-Codes ist, kann Domains zu anderen Providern umziehen oder den Domain-Inhaber wechseln. Der Auth-Code kann vom aktuellen Domain-Inhaber bei seinem Provider angefordert werden. Der Code ist für einen Zeitraum von 30 Tagen und nur für einen speziellen Vorgang eine bestimmte Domain betreffend gültig. Wird er vom Besitzer dem neuen Provider mitgeteilt, ist dieser berechtigt das ChProv-Verfahren einzuleiten und die Übertragung der Domain über die Registrierungsstelle zu veranlassen.

Der Auth-Code bietet gegenüber den zuvor verwendeten Verfahren den Vorteil, dass der Ablauf des Providerwechsels sehr viel schneller abläuft. Da nur der aktuelle Inhaber einer Domain den Auth-Code kennt, ist bei der Übertragung kein zusätzliches Bestätigungsverfahren notwendig. Parallel zum Providerwechsel ist ein Inhaberwechsel durchführbar. So lassen sich der Verkauf einer Domain und der Umzug zu einem neuen Provider in einem einzigen Schritt erledigen.

Der Ablauf eines Providerwechsels für eine bei der DENIC registrierte .de-Top-Level-Domain

Für die Top-Level-Domains mit der Endung .de ist die DENIC die zuständige zentrale Verwaltungsstelle. Sie ist genossenschaftlich organisiert und verwaltet die verschiedenen Domains mit der Endung .de. Ein Domain-Inhaber kann bei einem Provider oder bei einem DENIC-Mitglied eine Domain registrieren oder den Transfer beantragen. Im Wirkungskreis der DENIC kommt das ChProv-Verfahren mit dem Auth-Code zum Einsatz. Für die Übertragung einer Domain füllt der Inhaber einen Antrag aus und sendet ihn dem neuen Provider zu. Diesen Antrag leitet der Provider an die zuständige Verwaltungsstelle weiter. Sind alle benötigten Infos und Unterschriften sowie der korrekte Auth-Code (AuthInfo) vorhanden, schreibt die Registrierungsstelle die betroffene Domain auf den neuen Provider um. Nach der Umschreibung ist die Domain nach wenigen Stunden wieder voll nutzbar. Meist informiert der neue Provider per E-Mail über den erfolgreichen Abschluss des Transfers.

Die verschiedenen Umzugsverfahren bei NICs anderer Top-Level-Domains

Obwohl viele Provider den Begriff KK-Antrag für die Übertragung beliebiger Top-Level-Domains verwenden, sind die Verfahren oft sehr unterschiedlich. Die jeweils zuständigen NICs können anders strukturiert sein und alternative Abläufe verwenden. Einige Verwaltungsstellen bieten den Domain-Inhabern beispielsweise Accounts, mit denen sie ihre registrierten Domains bis zu einem gewissen Grad selbständig administrieren. Über diese Accounts ist es teilweise möglich, den Umzug seiner Domain durchzuführen. Ein separater Antrag ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Was es beim KK-Antrag und dem Providerwechsel zu beachten gilt

Damit beim Wechsel des Providers die Domain nicht verloren geht, darf der Umzug nicht so ablaufen, dass die Domain beim alten Provider gelöscht und beim neuen Provider neu registriert wird. Hierbei kann eine kurze Phase entstehen, in der die Domain von einem anderen erworben werden kann und für den ursprünglichen Inhaber verloren geht. Die Nutzung des KK-Antrags beziehungsweise des ChProv-Verfahrens verhindert dies zuverlässig. Während des kompletten Umzugsprozesses ist der neue Provider der Ansprechpartner für die während der Übertragung auftretenden Fragestellungen. Er kontaktiert über die DENIC den alten Provider und fordert die Zustimmung zum Providerwechsel an.

Nach der erfolgreichen Eintragung durch die DENIC ist der Umzug zwar administrativ durchgeführt, doch kann es einige Stunden dauern, bis die Domain wieder erreichbar ist. Die Information, dass die Domain über eine andere IP-Adresse beim neuen Provider angesprochen werden muss, muss sich per Domain Name System (DNS) erst im Internet verbreiten. Bis dahin können die Einträge noch auf den alten Server verweisen.

Wichtig zu wissen ist, dass der Umzug der Domain keinen Umzug der Inhalte von Webseiten oder Onlineshops veranlasst. Nur der reine Domainname ist beim neuen Anbieter registriert und über diesen erreichbar. Sämtliche Inhalte sind dort neu anzulegen oder vom Domaininhaber selbst zu migrieren. Einige Provider bieten bei einem Domainumzug Dienstleistungen an, die bestimmte Inhalte auf den neuen Server übertragen. Diese Services sind aber kein Bestandteil des KK-Antrags beziehungsweise des ChProv-Verfahrens.

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