13. DSAG-Jahreskongress 2012 in Bremen

SAP-Kunden mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

SAP HANA auch für Kernprozesse

SAP positioniert seine High-Performance Analytic Appliance HANA inzwischen nicht nur für Analysen, sondern auch für die Beschleunigung von Kernprozessen, die das Business Warehouse (BW) nutzen. Für 2013 ist auch die direkte Unterstützung von Transaktionen geplant. Dann ist HANA im Kern der SAP-Landschaft angekommen.

Andreas Oczko, stellv. Vorsitzender der DSAG e.V. und zuständig für das Ressort Operations/Service & Support.
Andreas Oczko, stellv. Vorsitzender der DSAG e.V. und zuständig für das Ressort Operations/Service & Support.
(© DSAG 2012)
Allerdings passe das Lizenzmodell, das SAP für HANA im Analytikbereich anwende, keineswegs für den Bereich der Business Suite, also im klassischen ERP. Die Metriken, so Vorstandsmitglied Andreas Oczko, seien auf ein nutzungsgerechteres Modell umzustellen. Liebstückels Frage reichte weiter: "Wo, bitte schön, ist denn der Business Case für HANA?"

Cloud

Im Bereich der Cloud bereitet SAP offenbar das Modell einer Platform as a Service vor, deren Codename NEO lautet. Sie basiert nach den Worten von Marco Lenck auf dem Konzept, das er „Java in the Cloud“ getauft hat. NEO soll demnach die Grundlage für die Integration und Bereitstellung aller Cloud-Anwendungen, die SAP entwickelt und eingekauft hat, bilden, aber die Entwicklung neuer Anwendung erleichtern. Die Frage, so Lenck, sei allerdings, wie angesichts der Vielzahl und Vielfalt der Cloud-Lösungen die Integrität von Prozessen und Daten noch gewährleistet sei.

Mobility

Auch im Bereich der Mobilität haben die Walldorfer noch Hausaufgaben zu erledigen, wenn es nach der DSAG geht. „Wo bleiben denn die SAP-Apps?“ fragte Lenck. Die Unterstützung für Android und Windows Phone fehle noch. Die Sybase Unwired Platform (SUP), die dem Management der SAP-Apps dient, sei zwar für gut befunden worden, ebenso der Viewer, der zur App-Ausführung auf jedem Endgerät nötig ist. Doch die Apps kämen von den SAP-Partnern statt aus Walldorf selbst. Diese Partner wünschen sich, dass sie nicht erst die SUP und das Netweaver Gateway lizenzieren müssen, um eine kleine App erstellen und verteilen zu können. Außerdem sehen sie Bedarf für die Anpassung des Lizenzmodells, das bei der Nutzung der Sybase-Plattform gilt.

Customer Connect und Customer Engagement

Otto Schell, Vorstand für Informationsverbreitung bei der DSAG.
Otto Schell, Vorstand für Informationsverbreitung bei der DSAG.
(© DSAG)
Eine der Grundforderungen der DSAG besteht nach wie vor darin, früh in den Design- und Entwicklungsprozess einbezogen zu werden. Dafür bestehen momentan zwei Prozesse, nämlich Customer Connect und die Customer Engagement Initiative. Das Ergebnis sind Customer Competence Center, sogenannte CCCs. Über diese will es die DSAG ihren 2720 zahlenden Firmenmitgliedern (mit 42.280 Einzelmitgliedern) ermöglichen, vom „Know now zum Know-how zu gelangen“, wie es Otto Schell, Vorstand für Informationsverbreitung, auf den Punkt brachte.

Der Eindruck entstand, dass sich die SAP-Kunden von der Innovationsgeschwindigkeit ihres Techniklieferanten etwas überrollt fühlen. Im Dialog Liebstückels mit Jim Hagemann Snabe, dem Co-CEO der Walldorfer, kam dies noch einmal zum Ausdruck.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:35816450)