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SAP in der Cloud betreiben SAP-Anwendungen zu Microsoft Azure migrieren

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

SAP-Umgebungen benötigen eine Menge Ressourcen. Dazu kommt die notwendige Hochverfügbarkeit, die den Betrieb umständlich und teuer machen. Durch das Auslagern der SAP-Lösung in die Cloud lassen sich schnell hoch skalierbare und flexible Lösungen erstellen.

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Um SAP-Lösungen in Microsoft Azure zu migrieren gibt es verschiedene Wege, weshalb vor der Umstellung eine umfassende Planung erfolgen sollte.
Um SAP-Lösungen in Microsoft Azure zu migrieren gibt es verschiedene Wege, weshalb vor der Umstellung eine umfassende Planung erfolgen sollte.
(Bild: © E_K - stock.adobe.com)

Wenn Unternehmen zu S/4Hana migrieren, ist es aktuell noch schwer planbar wie viele Server benötigt werden und wie deren Konfiguration aussehen muss. Dazu kommt, dass für die Entwicklung und Testumgebungen oft auch Testumgebungen von S/4HANA benötigt werden, zumindest temporär. Solche Umgebungen sind aber in der Cloud sehr schnell erstellbar.

Wer SAP im Unternehmen einsetzt und eine Erweiterung oder Migration der Umgebung plant, oder bereits eine Migration zu Microsoft Azure im Auge hat, sollte sich die Hilfen auf der Seite „Migrieren von SAP-Anwendungen zu Azure“ ansehen. Hier lässt sich auch ein PDF herunterladen, das Empfehlungen zu den virtuellen Computern gibt, die für SAP notwendig sind. Auch die Seite „Running SAP Applications on the Microsoft Platform” bietet wichtige Informationen, wie SAP-Lösungen in Microsoft Azure betrieben werden (beide Links siehe Kasten).

Skalierbarkeit und Verfügbarkeit von Azure nutzen

In Microsoft Azure gibt es verschiedene Möglichkeiten, um SAP zu betreiben.
In Microsoft Azure gibt es verschiedene Möglichkeiten, um SAP zu betreiben.
(Bild: Microsoft)

Der Vorteil vom Betrieb von S/4HANA in Azure besteht auch darin, dass bei wachsendem Leistungsbedarf die virtuelle Hardware in Azure schnell und einfach skaliert werden kann. Das ist beim Betrieb auf eigener Hardware wesentlich komplexer, selbst wenn die Server virtualisiert werden. Die VMs in Microsoft Azure, auf denen SAP-Lösungen betrieben werden, lassen sich unkompliziert zu größeren VM-Typen umgestellt werden. Hier unterstützt Azure besonders große Instanzen. Microsoft Azure bietet einen SAL von 99,99 Prozent für die SAP-Infrastruktur. Das ist schwer für den eigenen Betrieb im selbstbetriebenen Rechenzentrum darzustellen.

Vorteile einer „Lift & Shift“-Migration

Wer im eigenen Rechenzentrum auf Betriebssysteme und Datenbanken setzt, die auch in Microsoft Azure verfügbar sind, kann es mit „Lift & Shift“-Migrationen versuchen. Dabei lassen sich die Systeme schnell und einfach in Azure übertragen und dabei auch neu skalieren. Wer auf ein anderes System als HANA setzt, kann im Zuge dieser Migration auch direkt zu SAP HANA in der Cloud migrieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Daten und Einstellungen von SAP-Lösungen in die Cloud zu übernehmen. Wichtig ist, dass die Daten von lokalen Rechenzentren zu Microsoft Azure übertragen werden können. Hier bietet sich zum Beispiel auch Azure Backup an oder eine manuelle Speicherung von SQL-Datenbanken in Azure Storage. Microsoft stellt in dieser Hinsicht auch verschiedene Hilfen zur Verfügung (siehe Kasten).

SAP-Datenbanken zu Microsoft Azure übertragen

Daten von SAP-Datenbanken lassen sich auch mit AlwaysOn-Replikation zu Microsoft Azure übertragen. Auch SAP HANA System Replication (HSR) und Oracle Data Guard helfen dabei, eine Kopie von SAP-Daten zu erstellen, die bei der Migration berücksichtigt werden können. Auch SAP System Copy und der SAP Software Update Manager hilft bei der Migration. Hier stehen auch Optionen zur Verfügung, mit denen bei der Aktualisierung von SAP-Produkten Migrationen gestartet werden können, auch zu Microsoft Azure.

SAP kann auch über VMs in Azure betrieben werden.
SAP kann auch über VMs in Azure betrieben werden.
(Bild: Microsoft)

Um den Weg der Migration über eine Übertragung der SAP-Datenbank zu Microsoft Azure zu gehen, wird zunächst eine Sicherung der Datenbank auf dem Quell-System durchgeführt. Die Datenbank wird anschließend zu Microsoft Azure übertragen und dann in einer Azure-VM wiederhergestellt, auf der die Datenbank-Lösung läuft, die auch auf dem Quell-System betrieben wird.

Microsoft empfiehlt über den Protokollversand Änderungen zu Microsoft Azure zu übertragen. An einer Stelle der Migration wird die lokale SAP-Instanz angehalten und die letzten Transaktionsprotokolle zu Microsoft Azure übertragen und dort in der Datenbank integriert. Ziel ist, dass die Datenbank in Microsoft Azure den gleichen Stand hat, wie die Datenbank des Quell-Systems. Danach kann das neue SAP-System in Microsoft Azure gestartet werden. Dieses System verwendet die migrierte Datenbank in Microsoft Azure.

Wer auf ein anderes Datenbanksystem in Microsoft Azure wechselt, sollte das lokale SAP-System beenden, die Daten exportieren und zu Microsoft Azure übertragen. Danach müssen die Daten in der Datenbank in Microsoft Azure importiert werden. Danach kann das SAP-System in der Cloud gestartet werden.

Größe der SAP-Umgebung bei der Migration beachten

Microsoft bietet mit SAP HANA auf Azure für große Instanzen eine spezielle Hardware, die auch von SAP zertifiziert ist. Die Lösung zielt vor allem auf große SAP-Lösungen, die eine hohe Hochverfügbarkeit benötigen. Zusätzlich hat Microsoft auch verschiedene VMs im Angebot, auf denen sich SAM betreiben lässt. Diese VMs werden vor allem von kleineren und mittleren Unternehmen genutzt. Hier lassen sich Server mit bis zu 4 TB-Arbeitsspeicher buchen. Die VMs sind HANA-zertifiziert.

Die Azure Virtual Machines für SAP sind auch eine gute Grundlage für Test- und Entwicklungsumgebungen. Die M-Serie ist eine größere VM-Variante, die eher für große SAP-Umgebungen optimiert sind. Basis der VMs sind Intel Xeon 2,5 GHz E7-8890-Prozessoren. Insgesamt lassen sich bis zu 128 virtuelle CPUs nutzen. Dazu kommt der Zugriff auf Azure Storage Premium, was einen schnelleren Schreibzugriff bietet. Die nächste Stufe ist die Ev3-Serie. Diese setzt auf Intel Xeon E5-2673 v4 2.3 GHz-Prozessoren. Die kleinsten VMs sind die Dv3-Serie.

Mehr zu den VMs und der optimalen Erstellung einer SAP HANA-VM zeigt Microsoft auf der Seite „Quickstart: Manual installation of single-instance SAP HANA on Azure Virtual Machines“ (siehe Kasten).

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, um SAP-Lösungen in Microsoft Azure zu migrieren. Vor der Umstellung sollte eine umfassende Planung erfolgen, um festzulegen, welcher Weg der Migration der am besten geeignete ist. Microsoft und SAP unterstützen bei der Migration mit verschiedenen Dokumenten und Hilfen, die zumindest bei der ersten Planung unterstützen.

(ID:46269949)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist