Dunant übermittelt 250 Tbit/s zwischen USA und Europa

Privates Unterseekabel für Google Network

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Google beteiligt sich auch weiterhin an Konsortien oder bucht bestehende Kapazitäten.
Google beteiligt sich auch weiterhin an Konsortien oder bucht bestehende Kapazitäten. (Bild: cloud.google.com)

Die Arbeiten am Google Network gehen weiter. Ende kommendes Jahr will Google die Kapazitäten zwischen Europa und Amerika erweitern – mit dem Dunant genannten Unterseekabel, über das 250 Terabit pro Sekunde übertragen werden können.

Mit dem privaten Unterseekabel Dunant will Google ab kommendem Jahr eine der meist ausgelasteten Internetverbindungen ergänzen – und damit das Wachstum der eigenen Clouddienste unterstützen. Die durch den Atlantik geführte Verbindung überbrückt 6.400 Kilometer zwischen Virginia Beach in den USA und der französischen Atlantikküste. Das Projekt wird gemeinsam mit SubCom realisiert – einem Experten für Verlegung und Wartung entsprechender Infrastrukturen.

Ab Ende 2020 soll das Kabel in Betrieb gehen und dann eine rekordverdächtige Kapazität von 250 Terabit pro Sekunde bieten. Um diesen Wert zu erreichen, nutze man erstmals Space-Division Multiplexing (SDM) – zuvor sei diese Technik bei noch keinem im Wasser verlegten Kabel zum Einsatz gekommen.

Dunant ist nicht Googles einziges interkontinentales Kabel. Mit Curie will der Konzern noch 2019 eine weitere private Verbindung zwischen den Los Angeles (USA) und Valparaiso (Chile) in Betrieb nehmen. Dieses Glasfaserkabel (four fibre pair) wird circa 10.000 Kilometer messen; über eine bereits inkludierte Verzweigungseinheit werde man künftig auch eine Verbindung nach Panama verlegen können.

Zudem beteilige man sich an Konsortien und realisiere damit noch dieses Jahr die Verbindungen Havfrue (zwischen USA, Irland und Dänemark), HK-G (zwischen Hongkong und Guam) sowie JGA-S (zwischen Guam und Australien). Schließlich werde man auch weiterhin Kapazitäten bestehender Kabel anderer buchen.

„Googles privates Internet“

Über die direkten Verbindungen will Google das öffentliche Internet umgehen und die eigenen Points of Presence (PoP) ohne Umwege miteinander koppeln. Somit ließen sich Routen zuverlässig steuern, Bandbreiten und Latenzen besser optimieren. Aktuell gehören zum globalen Netzwerk der Google Cloud 19 Regionen sowie 134 PoPs.

Die Nomenklatur Googles privater Kabel folgt übrigens einem alphabetischen Schema. In Anlehnung an die eigenen Software-Releases habe man zwei erste, kurze Strecken zunächst mit den Kabeln Alpha und Beta überbrückt. Die aktuellen Verbindungen beginnen mit den folgenden Buchstaben und würdigen zudem die Leistungen der Physikerin Marie Curie sowie des Humanisten Henry Dunant.

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