Verschiedene Public-Cloud-Betriebsarten im Überblick (Teil 2)

PaaS und IaaS in der Praxis

| Autor / Redakteur: Michael Abey, Thomas Hengster und Ekkehard Schmider * / Florian Karlstetter

Cloud Computing bietet sich für verschiedenste Einsatzszenarien an, etwa Cloud als Entwicklungsumgebung oder auch als Umgebung für einen Prototyp. Beispiele und Tipps für die Praxis.
Cloud Computing bietet sich für verschiedenste Einsatzszenarien an, etwa Cloud als Entwicklungsumgebung oder auch als Umgebung für einen Prototyp. Beispiele und Tipps für die Praxis. (© tashatuvango - Fotolia.com)

Verschiedene Einsatzszenarien der Cloud: Bei einer Entwicklungsumgebung in der Cloud sind die Applikationsentwickler in der Regel die Anwender, der IT-Betrieb ist wenig involviert. Einfaches Aufsetzen der Umgebung und niedriger Administrationsaufwand sind deswegen ein Vorteil.

Cloud-Angebote als Entwicklungsumgebung

Bei agilen Entwicklungsprozessen unterstützt die Entwicklungsumgebung idealerweise schnelles Feedback. Der Kunde sieht Ergebnisse auf produktionsnahen Systemen.

Wer zu einem PaaS-Angebot tendiert, sollte diese Punkte prüfen:

  • Bietet ein PaaS-Provider die gesuchte Entwicklungsumgebung an? Unterstützt die Entwicklungsumgebung den eigenen Entwicklungsprozess optimal? Ist es beispielsweise möglich, Code direkt aus der IDE auf den Server hochzuladen?
  • Ist der Deployment-Prozess einfach und schnell genug?
  • Wird die Zugriffssicherung für die Entwicklungsumgebung über die Anwendung selbst oder im PaaS-Angebot geregelt? Die Entscheidung steht gleich zu Projektbeginn an. Das Rechtemanagement nachzurüsten, ist kompliziert.
  • Für ein IaaS-Angebot stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:
  • Benötigt die Anwendung spezielle Pakete und Dienste?
  • Ist geklärt, wer die Maschinen aufsetzt? Können Anwendungsentwickler schnelle Hilfe beim IT-Betrieb bekommen?

Cloud-Angebote als Laufzeit-Umgebung für das Prototyping

Eine Laufzeit-Umgebung für einen Prototypen muss schnell bereitstehen. So lassen sich Fortschritte direkt zeigen. Der Entwickler will Feedback des Auftraggebers sofort einarbeiten und sichtbar machen.

Läuft die Entscheidung auf eine PaaS-Umgebung hinaus, stehen neben den Fragen für eine Entwicklungsumgebung weitere Aspekte im Fokus:

  • Handelt es sich um einen Wegwerf-Prototypen oder um ein Artefakt, mit dem länger gearbeitet wird, beispielsweise um einen Oberflächen-Prototypen mit der Fachabteilung zu diskutieren?
  • Lässt sich der Stand durch Snapshots sichern? Kann der Betreiber Änderungen zurückrollen?
  • Für eine IaaS-Umgebung ist folgendes wichtig;
  • Lohnt es sich, Skripte für ein automatisiertes Ausrollen der Prototypen zu schreiben? Oder unterscheiden sich die Setups dafür zu stark?
  • Gibt es externe Abhängigkeiten oder muss der Kunde die Umgebung vorbereiten?

Cloud-Angebote als Umgebung für ein Testsystem

Eine Testumgebung spiegelt in der Regel die Produktivumgebung: Die meisten Bedingungen, die für das zu testende System gelten, müssen auch für das Testsystem erfüllt sein. Einige kommen hinzu: Tests laufen schneller durch, wenn Testdaten in der Cloud gespeichert werden. Je nach Datensatz lohnt sich ein Anbieter, der die deutschen Datenschutzbestimmungen einhält. Falls die Testdaten intern gehostet werden stellt sich die Frage, ob die Anbindung gut genug ist oder es eine sichere Direktverbindung gibt.

Ergänzendes zum Thema
 
Über MaibornWolff

Vor der Entscheidung für eine PaaS-Umgebung sind folgende Überlegungen wichtig:

  • Ist die Anwendung PaaS-ready? Oder muss sie umgebaut und angepasst werden?
  • Ist das Test-System PaaS-ready? Verteilte Pakete machen Testing in der Cloud komplexer als in einer selbst gehosteten Lösung. Damit stellt sich die Frage: Muss das ganze System getestet werden? Sind Integrations- oder Regressionstests noch ohne Anpassung durchführbar?

In einer IaaS-Umgebung geht es verstärkt um Deployment-Fragen:

  • Wie gut ist die Infrastruktur standardisiert? Wie hoch ist der Aufwand, eine oder mehrere virtuelle Maschinen aufzusetzen? Ist das Konfigurationsmanagement flexibel genug für die Test- und Anwendungslandschaft?
  • Wie hoch ist der Automatisierungsgrad beim Deployment?
IaaS oder PaaS – eine Entscheidungshilfe

Zwei aaSe, wer sticht? (Teil 1)

IaaS oder PaaS – eine Entscheidungshilfe

23.09.15 - Ob disruptive Entwicklungen im Markt, digitale Transformationsvorhaben oder kürzere Time-to-Market von neuen Features: Public Cloud Computing wird für immer mehr Unternehmen zur Sourcing-Alternative. Doch welche Public-Cloud-Betriebsart passt zum eigenen Vorhaben: Infrastructure-as-a-Service (IaaS) oder Plattform-as-a-Service (PaaS)? lesen

Cloud-Angebote als ausgelagerte Unternehmens-IT

Die offensichtlichste Anwendung von Cloud-Angeboten ist das Auslagern von Diensten, die im eigenen Rechenzentrum nicht flexibel genug oder nicht schnell genug bereitstellbar sind. Auch Kosten können eine Rolle spielen: Mit der Auslagerung fallen Ausgaben für Hardware-Anschaffungen und Verbrauchskosten im Rechenzentrum weg. Sicherheits-, Compliance- und Governance-Vorgaben müssen in jedem Fall eingehalten werden.

Anwendungsverantwortliche prüfen im Hinblick auf eine PaaS-Infrastruktur zusätzlich zu Interoperabilität, Skalierbarkeit, Leistungsumfang und dem Aufwand für Einrichtung- und Wartung noch diese Punkte:

  • Reichen die Monitoring- und Steuerungsfunktionen, die der Cloud-Provider anbietet? Sind die Service Level Agreements erreichbar? Ist der Betreiber im Applikationsmanagement flexibel genug, um beispielsweise Lastspitzen abzufangen?
  • Wie sind die Maschinen dimensioniert? Lassen sich Server kosteneffizient nutzen, wenn sie in vordefinierten Größen zur Verfügung stehen?
  • Bei einer IaaS-Umgebung stehen diese Punkte im Mittelpunkt:
  • Wie gut ist die eigene Infrastruktur für eine Hybrid-Cloud geeignet?
  • Welche Anbindungen unterstützt der Anbieter? Was muss der Anwendungsbetreiber im eigenen Rechenzentrum anpassen?
  • Wie überwacht und skaliert der Anwendungsbetreiber die Applikation?
  • Deckt das Konfigurationsmanagement alle Teile der Landschaft ab?

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