Sovereign Cloud Stack (SCS) OSB Alliance entwickelt Unterbau für Gaia-X

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Der Verband für digitale Souveränität OSB Alliance erhält Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) für die Entwicklung und den Aufbau des Sovereign Cloud Stack (SCS). Dieser soll einen Unterbau von Gaia-X für eine vollständige digitale Souveränität liefern.

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Der Sovereign Cloud Stack wird Software und Betriebsprozesse für eine digital souveräne und freie Cloud-Infrastruktur bereitstellen und ein Netzwerk aus Cloud-Anbietern aufbauen.
Der Sovereign Cloud Stack wird Software und Betriebsprozesse für eine digital souveräne und freie Cloud-Infrastruktur bereitstellen und ein Netzwerk aus Cloud-Anbietern aufbauen.
(Bild: gemeinfrei© Free-Photos / Pixabay )

Unternehmen, Bürger und Staat speichern und verarbeiten teils sehr sensible Daten in Clouds, deren Funktionsweise sie nicht überprüfen oder an ihre Bedürfnisse anpassen können. Daraus ergeben sich Kontrollverluste und starke technologische Abhängigkeiten von einzelnen, großen Anbietern.

Die Open Source Business Alliance (OSB Alliance) entwickelt nun mit dem Sovereign Cloud Stack (SCS) einen technischen Unterbau für Gaia-X, der vollständige digitale Souveränität ermöglichen soll. Der SCS wird Software und Betriebsprozesse für eine digital souveräne, nachvollziehbare und freie Cloud-Infrastruktur bereitstellen und ein Netzwerk aus Cloud-Anbietern aufbauen.

Diese föderierbaren Clouds sollen es Anwendern erlauben, Daten und Rechenpower sicher in eine Cloud ihrer Wahl mit europäischem Datenschutz und ohne Vendor-Lock-In auszulagern. Die Umsetzung erfolgt ausschließlich mit Open-Source-Software. Dadurch wird in SCS sichergestellt, dass der Code der Software überprüfbar und auditierbar ist und jederzeit verändert und erweitert werden kann. Die gesamte Technologie wird durch diverse, lebendige Communities in offenen Prozessen und offenem Design entwickelt.

Das SCS-Projekt wurde im November 2019 von Peter H. Ganten, dem Vorstandsvorsitzenden der OSB Alliance, Kurt Garloff, einem führenden Cloud-Architekten, Rafael Laguna de la Vera, dem Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovation, sowie Oliver Mauss, dem früheren CEO von Plusserver initiiert. Das Projekt wurde zunächst mit Mitteln der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND anfinanziert und erhält nun vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Fördergelder in Höhe von 14,9 Millionen Euro für die Entwicklung und den Aufbau des Sovereign Cloud Stack.

Laut Peter H. Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSB Alliance und Geschäftsführer von Univention, soll das SCS-Projekt einen entscheidenden Beitrag für die nun folgende zweite Welle der Digitalisierung mit offenen, föderierbaren und ohne Genehmigung einsetzbaren Technologien leisten: „Im Mittelpunkt der ersten Welle der Digitalisierung standen zentralistische Plattformen mit gravierend negativen Konsequenzen für Datensicherheit, Innovationsfähigkeit und Unabhängigkeit ihrer Anwender“, doch jetzt sollten Anwenderorganisationen frei zwischen Anbietern wechseln oder auch entscheiden können, Teile ihrer IT unter eigener Kontrolle zu produzieren. „So entsteht einen offene Plattform für innovative Anwendungen und Dienste, die Wettbewerb ermöglicht, Innovationen fördert und Probleme wie den Cloud Act nicht hat“, so Ganten.

Projektleiter Kurt Garloff sieht alle Bausteine für einen leistungsfähigen Cloud- und Containerstack als Open Source-Software in vernünftiger Qualität vorliegen. Doch „diese konsistent zusammenzubauen und die Qualität und Sicherheit des Ergebnisses mit kontinuierlichen Testprozessen abzusichern, ist aber eine Menge Arbeit, die viel Spezialwissen benötigt“. Und danach komme noch die größere Hälfte der Arbeit: „Die Plattformen müssen im Betrieb durch Automatisierung und ausgereifte Prozesse abgesichert werden. Integration, kontinuierliches Testen, Betriebsautomatisierung und Entwicklung der Betriebsprozesse erfolgt heute in vielen Unternehmen und bei Cloud-Betreibern unabhängig voneinander.“ Mit SCS würden diese Anstrengungen vernetzt, „so dass viel weniger Arbeit mehrfach durchgeführt wird“. Neben der Zusammenarbeit bei der Entwicklung als Open Source wolle man so auch Zusammenarbeit im Betrieb, Open Operations, etablieren.Garloff erklärt weiter: „Im Ergebnis erreichen wir einen viel leistungsfähigeren Stack mit höherer Qualität und höherer Standardisierung. Letzteres ist gerade für Nutzerinnen und Nutzer wichtig, die Anwendungen auf mehreren Clouds betreiben oder auf eine Mischung selbst betriebener SCS-Clouds und öffentlicher SCS-Angebote setzen.“

Die Open Source Business Alliance will hierzu ein Team aufbauen, welches die Standardisierung, die Softwareintegration und den Aufbau des Netzwerks steuern und koordinieren wird. Um dieses Team ist bereits jetzt eine Community aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beteiligter und interessierter Firmen entstanden, welche insbesondere an den Zielen mitarbeiten, die für ihre eigenen Umgebungen wichtig sind. Wichtige Bausteine sollen außerdem über offene Ausschreibungen an Unternehmen vergeben werden. Zusätzlich wird die OSB Alliance eine eigene Test-, Demo- und Entwicklungsplattform aufbauen und betreiben.

Die Mitarbeit an SCS ist nicht auf Mitglieder der OSB Alliance begrenzt. Denn nur eine Vielzahl von Anbietern innerhalb und außerhalb der OSB Alliance erlaubt es der Industrie, ohne die strategischen, ökonomischen und rechtlichen Risiken, die sich durch die Nutzung der Hyperscaler aus den USA und China ergeben, moderne und agile IT-Infrastukturen zu nutzen, welche den Entwicklungsteams eine entsprechende Flexibilität, Geschwindigkeit und letztlich Produktivität ermöglicht.

Auf der Website zum Sovereign Cloud Stack wird das Projekt ausführlich und ständig aktualisiert erklärt. Weitere Informationen finden sich auf der Website des SCS-Projekts.

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