Umfrage von Techconsult Ohne Individualsoftware geht es kaum noch

Von Heidi Schuster

Unternehmensprozesse werden zunehmend softwaregestützt bearbeitet und verwaltet, weshalb der Bedarf an Softwarelösungen in vielen Bereichen zunimmt. Eine Techconsult-Studie zeigt, warum der Weg zur Individualsoftware für viele Unternehmen alternativlos ist.

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Für die Digitalisierung in Unternehmen reicht eine Standardsoftware oft nicht aus.
Für die Digitalisierung in Unternehmen reicht eine Standardsoftware oft nicht aus.
(Bild: AndSus - stock.adobe.com)

Wie sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von Individualsoftware aufgestellt sind und wie wirken sich individuelle Lösungen auf den Erfolg und die Innovationen von Unternehmen aus? Diesen Fragen ist das Research- und Analystenhaus Techconsult im Auftrag von Dr. Eckhardt + Partner nachgegangen.

Die Studie „Status quo – Einsatz von Individualsoftware in deutschen Unternehmen“, für die 201 IT- und Softwareentscheider aus deutschen Unternehmen befragt wurden, zeigt, dass eine Standard-Branchensoftware, um interne Abläufe und Arbeitsprozesse digital zu gestalten, den Ansprüchen der Unternehmen in den meisten Fällen nicht genügt. So setzt mehr als jedes zweite befragte Unternehmen (53 %) Individualsoftwarelösungen ein. Der Großteil der kommerziellen Standardlösungen geht von den größten gemeinsamen Nennern der Unternehmen aus und bildet diese im Sinne von Standardprozessen ab. Für weitere 40 Prozent der Unternehmen spielen die Qualität und Passgenauigkeit der Individuallösungen eine größere Rolle als die anfallenden Entwicklungskosten. 31 Prozent streben zudem eine vollständige Unabhängigkeit von Standardsoftware-Herstellern an.

Wo hapert es bei der Standardsoftware?

Dass Unternehmen auch in Zukunft Standard-Software einsetzen werden, steht außer Frage, jedoch wird das Thema Individualsoftware mehr denn je in die Unternehmensplanungen eingebunden. Gegenwärtig wird vor allem bei den Schnittstellen zu Drittsystemen (38 %), im Umfeld des CRM (36 %) sowie HRM (33 %) Individualsoftware eingesetzt. Laut der Studienergebnisse wird sich der Anteil von Individualsoftware im Bereich Middleware künftig um 27 Prozent, im E-Commerce-Segment um 23 Prozent und im Bereich ERP um 22 Prozent erhöhen. Dabei berücksichtigen die Unternehmen nicht nur die Passgenauigkeit und Qualität der Individualsoftwarelösungen, sondern auch strategische Aspekte. So geben 62 Prozent der Befragten an, dass sie mit reiner Standardsoftware wichtige individuelle Prozesse und Workflows nicht erfolgreich umsetzen könnten. Insgesamt führen 74 Prozent der Unternehmen, die Individualsoftware einsetzen, ihren Unternehmenserfolg auf den Einsatz dieser individuellen Lösungen zurück.

Externe Dienstleister sind gefragt

Um von den Vorteilen einer Individualsoftware profitieren zu können, müssen Unternehmen diese entweder in Eigenregie entwickeln oder externe Dienstleister hinzuziehen. Dabei setzen lediglich 22 Prozent der Unternehmen auf die Entwicklung einer Individualsoftwarelösung im eigenen Haus und 44 Prozent lagern die Softwareerstellung aus.

Die Hauptgründe für die Auslagerung der Softwareentwicklung liegen bei jedem zweiten Unternehmen an den fehlenden technischen oder personellen Ressourcen (50 %) und bei 41 Prozent an den dadurch entstehenden Kostenvorteilen. So können die Konzeptionierung, Programmierung und Überwachung der internen Entwicklung mitunter sehr aufwändig und teuer werden, da interne Ressourcen gebunden und nicht anderweitig eingesetzt werden können. Dagegen können die Kosten externer Softwareentwickler im Vorfeld bestimmt und fest eingeplant werden.

Darüber hinaus gibt mehr als jedes dritte Unternehmen (35 %) an, aufgrund von mangelnden unternehmensinternen Fähigkeiten, die Softwareentwicklung auszulagern. Insgesamt zeigt sich, dass Unternehmen das große Potenzial von Individualsoftware erkannt haben, die Entwicklung jedoch aufgrund der Komplexität und Kostenvorteile eher von externen Dienstleistern durchführen lassen.

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