Zwischen Option und technischer Notwendigkeit

Mittelstand automatisiert auch ohne Cloud

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Die Cloud macht Mitarbeiter zwar mobil, stellt aber Ansprüche bei der Integration.
Die Cloud macht Mitarbeiter zwar mobil, stellt aber Ansprüche bei der Integration. (Bild: Forcont)

Forcont wollte wissen, wie der Mittelstand zu Cloud, Automatisierung und Digitalisierung steht. Jetzt hat der Anbieter für Enterprise Content Management (ECM) ein Stimmungsbild vorgelegt.

Zu seiner diesjährigen Fach- und Anwenderkonferenz „forconference 2018“ lud ECM-Experte forcont business technology (Forcont) dieses Jahr in den Bayerischen Bahnhof Leipzig – und befragte den Mittelstand an historischer Stelle, wohin die künftige Reise in Sachen Cloud und Digitalisierung gehen soll. Wenngleich die Weichen anscheinend in Richtung Cloud gestellt sind, nähern sich Unternehmen diesem Ziel offenbar nicht mit Volldampf, sondern über einige Zwischenstationen – soll heißen: Erste Automatisierungen sind auch ohne Cloud denkbar.

So bestätigt dann auch Martin Schwätzer von der AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen: „Ja, wir haben einiges zum Teil sogar hochgradig automatisiert im Bereich der Versorgungsindustrie, der Ablesung und des Messstellenbetriebs.“ Andererseits bestünde aber auch die weitergehende Möglichkeit, all diese Prozesse komplett in die Cloud zu verlagern. Dann könnten Mitarbeiter vor Ort mit mobilen Geräten, aus der Cloud und in Realtime die entsprechenden Informationen abrufen.

Auch Sascha Günnel von der Sächsischen Lotto GmbH charakterisiert die Cloud eher als möglichen Ansatz denn zwingende technische Notwendigkeit: „Derzeit arbeiten wir daran, unsere wesentlichen dokumentenbasierten Prozesse in ein zentrales Dokumentenmanagementsystem zu überführen. Bisher haben wir noch keine Prozesse in die Cloud ausgelagert. Aber Cloud ist eine denkbare Option für ein potenzielles DMS in unserem Unternehmen.“

Während der Wunsch nach mobileren Mitarbeitern für die Cloud spreche, beobachtet Forcont auch weiterhin Hindernisse. Kämpften Unternehmen etwa schon bei der traditionellen IT mit Daten- oder Applikationssilos, könne die Cloud die Situation noch weiter verschärfen, denn: Hier gebe es eine noch viel größere Vielfalt von Anwendungen, Lösungen sowie Daten, die miteinander integriert werden müssten.

Auch an Akzeptanz und Datenschutz werden vom befragten Mittelstand als Cloud-Hemmnisse wahrgenommen. Derlei Vorbehalte lassen sich allerdings ausräumen, wie Stefan Wolf von infreSt Infrastruktur eStrasse berichtet: „Wir haben die Erfahrung gehabt, dass es viel Widerstand oder Bedenken von den Menschen gibt, die mit den verschiedenen Anwendungen oder Werkzeugen zu tun haben, die dann in die Cloud outgesourct werden. Wir haben aber auch gemerkt, dass wir gerade durch Vereinheitlichung von Datenschutz durch die EU-Datenschutzgrundverordnung viele der Bedenken ausräumen konnten.“

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