#DPK18 - Motto: „The new intelligence“

Microsoft, Channel und Technologie im Wandel

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Gregor Bieler, General Manager und Channel-Chef bei Microsoft Deutschland schwörte als Gastgeber der #DPK18 die Teilnehmer auf das Thema KI ein.
Gregor Bieler, General Manager und Channel-Chef bei Microsoft Deutschland schwörte als Gastgeber der #DPK18 die Teilnehmer auf das Thema KI ein. (Bild: Microsoft)

Die Einstellung des Datentreuhändermodells mit T-Systems war kein großes Thema auf Microsofts weltweit zweitgrößter Partnerkonferenz, der #DPK18, die zum zweiten Mal in Folge in Leipzig stattfindet. Stattdessen wird in die Zukunft geblickt: Das KI-Thema dominiert.

In Deutschland findet dieser Tage die weltweit größte Microsoft-Partnerkonferenz außerhalb der USA statt. Die Einstellung der Zusammenarbeit mit T-Systems im Rahmen eines Datentreuhändermodells ist nur ein Randaspekt unter den rund 2.500 Besuchern. Gregor Bieler, General Manager und Channel-Chef bei Microsoft Deutschland, erklärt das folgendermaßen: „Vor vier bis fünf Jahren wurde das Cloud-Thema noch ganz anders besprochen, und die Angst, wer die Daten wo speichert, prägte den Diskurs.“ Der Fokus habe sich mittlerweile verschoben, und die Anforderungen vieler Kunden auch. „Daher werden wir den Schwerpunkt unserer Cloud-Strategie in Deutschland auf die neuen Microsoft-Cloud-Regionen mit Rechenzentren in Berlin und Frankfurt legen. Das Cloud-­Angebot in diesen Regionen wird mit dem weltweiten Microsoft-Cloud-Angebot übereinstimmen. Der Rollout startet im vierten Quartal des Kalenderjahres 2019“, blickt Bieler in die Zukunft.

Künstliche Intelligenz am Horizont

Generell ist die #DKP18 davon geprägt, auf Kommendes zu blicken. Und eines der großen Themen, die sich abzeichnen, ist Künstliche Intelligenz (KI), was sich bereits im Motto der Veranstaltung widerspiegelt: „The new intelligence“. Darunter subsumiert sich alles, was unter Künstlicher Intelligenz, selbstlernenden Systemer und digitaler Automatisierung zusammengefasst werden kann. „Schwerpunkt und Kernbotschaft sind die großen Chancen, die uns künstliche Intelligenz bietet. Wir wollen hier weg von Grundsatzdiskussionen und hin zu konkreten Einsatzszenarien von KI“, so der Gastgeber der Channel-Konferenz Bieler, der auch gleich konkret wird: „Beispielsweise lassen sich mit selbstlernenden Chatbots viele Optimierungen im Geschäft rund um Call-Center in der Versicherungs- oder Finanzbranche realisieren. Mir geht es hierbei darum, dass unsere Partner solche Chancen mit uns gemeinsam früh erkennen und zeitig ergreifen.“

KI erkennt Muster besser

Ein anderes Beispiel sei die Optimierung der Warenverfügbarkeit im Handel. Hier gehe es mitunter darum, einen zuvor festgelegten eisernen Bestand einer Ware stets parat zu haben. „Künstliche Intelligenz hat die Fähigkeit, Muster in Daten zu finden, auf die ein Mensch gar nicht käme, beispielsweise wenn in die Berechnungen auch Wetterdaten, Abstände zu Feiertagen oder weiteren Ereignissen mit einfließen“, begeistert sich der Channel-Chef von ­Microsoft Deutschland. „In der Industrie ist man daran interessiert, den Ausfall von Verschleißteilen vorhersagen zu können – denken Sie an einen Aufzughersteller oder einen Flugzeugbauer. In Kombination mit Live-Daten aus der vernetzten Produktion und historischen Daten können Unternehmen immer bessere Vorhersagen treffen, so dass es immer seltener zu einem echten Ausfall kommen muss.“

Beispiele aus der Ausstellung

Die KI-Lösungen, die in Leipzig gezeigt wurden, drehten sich unter anderem um:

  • Seniorenbetreuung: So kann in der Wohnung eines sturzgefährdeten Senioren automatisch per Sensorik erkannt werden, ob ein Bewohner gestürzt ist und Hilfe geholt werden muss. Der Senior wird ans Trinken erinnert und ein vergessener Herd automatisch abgeschaltet.
  • Echtzeit-Logistik: Über Smartwatches und Smartphones, die in ERP- und Order-Management-Systeme eingebunden werden, schafft es Künstliche Intelligenz, Logistikprozesse auf Echtzeitbasis zu optimieren.
  • Kanalarbeiten: Eine Kanalinspektionslösung entdeckt Schäden im Kanalnetz früher als menschliche Mitarbeiter, was Wartungskosten reduziert.
  • Weinberg-KI: Über zahlreiche Sensoren und autonome Drohnen, die Umgebungsdaten sammeln (wie beispielsweise zur Blattfärbung), schafft es eine KI, den Weinherstellungsprozess zu optimieren.
  • Smart City: Mittels einer Echtzeit-IoT-Datenplattform für Sensordaten (beispielsweise in Bezug zu Lärmbelästigung, Helligkeit, Parkplatzsituation) kann in Verkehr und Straßenbeleuchtung so eingegriffen werden, dass Herausforderungen in einer Stadt „smarter“ bewältigt werden können.
Ergänzendes zum Thema
 
„Make your Wish“-Kampagne

Partner vernetzen sich immer enger

Die Zusammenarbeit zwischen Partnern untereinander – in Projekten oder bei der Adaption neuer Technologien – wird von Jahr zu Jahr wichtiger, weiß man bei ­Microsoft. Vor diesem Hintergrund werden auch die Partnerprogramme neu gedacht, wie beispielsweise das Programm „­Microsoft Business Sales Circle“ (MSBSC), im Rahmen dessen sich bisher rund 100 der erfolgreichsten Microsoft-Partner in Deutschland getroffen haben. Es wurde nun durch ein neu konzipiertes Fast-Forward-Programm ersetzt. Neu daran ist unter anderem die Zusammensetzung: „Platz sollen hier die Partner finden, die die digitale Transformation in Deutschland besonders agil vorantreiben“, sagt Bieler. Zu den Auswahlkriterien zählen das Cloud-Wachstum und der Cloud-Anteil am Umsatz, das Engagement im CSP-Programm, das Vorhandensein von Vorzeigeprojekten und die Ausrichtung auf Azure, der Cloud-Plattform aus dem Hause Microsoft.

Zirkel, Trainings und der direkte Draht

Bei Microsoft rechnet man mit 80 bis 90 Partnern, die sich für das neue Fast-Forward-Programm qualifizieren, welches zur #DPK18 offiziell ins Leben gerufen wurde. „Die Teilnehmer bekommen Zugang zu Informationen und Mitgestaltungsmöglichkeiten im Rahmen von persönlichen Kontakten in Zirkeln mit Sales-, Marketing- und Technologieexperten sowie zu unserem Executive-Club, den ich leite und über den ich mir wichtiges Feedback aus dem Channel hole. Zudem bieten wir Weiterbildungsmöglichkeiten inklusive zahlreicher Trainings sowie einen direkten Draht zu Microsoft“, verrät Bieler. Besagte Zirkel finden jeweils quartalsweise statt.

Digitalagenturen

In der Zusammensetzung des Microsoft-Channels findet laut Bieler ein Wandel statt. Demnach gewinnen so genannte Digitalagenturen an Bedeutung. „Nach meiner Erfahrung sind das Agenturen mit 20 bis 100 Mitarbeitern, die sich um die digitalen Belange von Mittelständlern kümmern, von der Website über einen Store bis zum Intranet“, schildert der General Manager und Channel-Verantwortliche.

Das Geschäft sei in diesem Umfeld geprägt von Dienstleistung und Problemlösung, weniger von Handelsmarge auf einzelne Produkte im Portfolio. Wichtig dabei aus vertrieblicher Perspektive: „Digitalagenturen haben in der Regel einen direkten Zugang zu den Verantwortlichen in den Unternehmen.“

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45567991 / Hersteller)