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Cloudlösungen fordern menschliche Berater heraus Lohnabrechnung für Laien

| Autor / Redakteur: CloudComputing-Insider / Florian Karlstetter

Per Cloud gelingt selbst Laien die Lohnabrechnung in Minuten, sagen Anbieter entsprechender Lösungen. Die Praxis zeigt: Das kann gut gehen, muss es aber nicht.

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Allen Versprechen zum Trotz kann Software allein nicht alle Fragen zur Lohnabrechnung beantworten.
Allen Versprechen zum Trotz kann Software allein nicht alle Fragen zur Lohnabrechnung beantworten.
( © ra2 studio - Fotolia)

Schnell, günstig, unkompliziert – mit derlei Attributen werben aktuell verschiedene Cloudanbieter für ihre Lösungen zur Lohnabrechnung und Personalverwaltung. Zielgruppe sind Selbstständige und kleine Unternehmen. Die sollen ihre Lohnabrechnung nun selbst in die Hand nehmen, statt entsprechende Aufgaben mangels eigener Expertise an externe Dienstleister abzugeben.

Im Idealfall brauchen sich die Anwender dabei um wenig zu kümmern. Gesetzliche Meldungen an Krankenkassen und Finanzamt verschicken aktuelle Cloudanwendungen automatisch, Lohnabrechnungen werden in Minuten abgeschlossen, Änderungsmeldungen von jeder Filiale aus mobil in der Cloud eingetragen.

Mitunter steckt der Teufel freilich im Detail: Zieht beispielsweise bei einem Mitarbeiter mit Firmenwagen um, müsste der Arbeitgeber nicht nur die Wohnanschrift im System ändern: Wegen veränderter Fahrwege wäre dann womöglich auch die Pauschalversteuerung anzupassen.

Ein Buchhalter weiß das natürlich, aber auch ungeschulte Anwender einer Cloudlösung müssen hier selbst mitdenken. Cloudanbieter räumen das zwar auf Nachfrage ein, wollen das konkrete Beispiel jedoch auch als "sehr seltenen Vorfall" relativieren, der mit dem Support schnell und unkompliziert geklärt werden könnte. Aber auch das dürfte Zeit kosten und das von einem der Anbieter gegebene Versprechen einer Lohnabrechung in unter vier Minuten strapazieren.

Für die Cloud sprechen indes, dass Daten nicht erst zeitaufwändig und fehlerträchtig zu externen Dienstleistern übertragen werden müssten. Gegen die Cloud führen selbstständige Buchhalter das Angebot auf, direkt im Unternehmen zu arbeiten.

Die stets wiederkehrende Gretchenfrage zur Sicherheit stellt sich freilich immer. Hier müssen Anwender selbst abwägen, welchem Dienstleister sie vertrauen oder in welchen Rechenzentren Dritter Personaldaten abgelegt werden sollen.

Ein Taschenrechner klärt derweil, welche Lösung am wirtschaftlichsten ist: Hier müssen Kunden lediglich das Angebot ihres bisherigen oder künftigen Dienstleisters mit Abogebühren und Laufzeiten für Software aus der Wolke vergleichen.

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