„Global State of the MSP Report“ von Datto Konkurrenz schärft das MSP-Geschäft

Autor: Dr. Stefan Riedl

Die MSP-Branche brauchte in Deutschland etwas mehr Anlaufzeit, steht inzwischen im ­internationalen Vergleich aber in nichts nach. Die Konkurrenz verschärft sich. Das Thema Security boomt, insbesondere das „Business Continuity and Disaster Recovery“-Segment.

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Konkurrenz belebt das Geschäft – auch in der MSP-Branche.
Konkurrenz belebt das Geschäft – auch in der MSP-Branche.
(Bild: alphaspirit - stock.ad)

Folgt man den Ergebnissen des jährlichen „Global State of the MSP Report“, für den im Auftrag von Datto rund 1.800 Managed Service Provider befragt wurden, hat sich der Konkurrenzdruck in der Branche verschärft. So war die am häufigsten genannte Herausforderung der befragten MSPs „der Wettbewerb“ (34 %), gefolgt von Umsatzwachstum (27 %), Rentabilität (24 %) und der Neukundengewinnung (23 %). ­Damit führt der Wettbewerb erstmals die Liste der MSP-Herausforderungen an, was für eine Reifung des einstmals jungen Markts spricht.

Steigende Umsätze erwartet

Nicht nur die Konkurrenz, sondern auch die Nachfragesituation setzt den Rahmen eines Branchensegmentes. Was das MSP-Business angeht, traf eine sich verschär­fende Wettbewerbssituation auf temporär gesteigerte Nachfrage wegen der Gesamtgemengelage rund um das Thema Corona. In diesem Zusammenhang legt das Paper einen nachhaltigen Booster-Effekt nahe: Fast die Hälfte der befragten MSPs verzeichnete eine leichte Umsatzsteigerung im Zusammenhang mit Corona. Fast jeder Fünfte musste einen Rückgang des Umsatzes hinnehmen. 36 Prozent der MSPs bemerkten keine Veränderung beim Umsatz. Mit Blick auf die Zukunft erwarten 96 Prozent der MSPs, dass der Umsatz in den nächsten drei Jahren weiter steigen wird.

Sicherheit geht vor

Security-Lösungen sind ein besonders boomendes Teilsegment im MSP-Portfolio. So gaben fast alle Umfrageteilnehmer an, dass ihre Kunden Workloads in SaaS-Anwendungen (Software-as-a-Service) und in die Public Cloud oder die Private Cloud verlagert haben.

Präziser aufgeschlüsselt, teilt die Hälfte der Befragten mit, dass ihre Kunden 50 bis 75 Prozent ihrer Workloads in die Cloud verlagert haben; fast zwei Fünftel geben an, dass sie 25 bis 50 Prozent in der Cloud haben. Mit einem Blick in die Zukunft gaben fast alle Befragten, nämlich 93 Prozent an, dass mindestens die Hälfte der Workloads ihrer Kunden bis 2024 in der Cloud sein werden. Rückschlüsse auf den Gesamtmarkt sind hier jedoch nicht ableitbar, da nur Managed Service Provider teilgenommen haben, die damit per Selektion zur Cloud-affinen Gruppe zählen (Selection Bias).

MSP-Kunden nutzen in Hinblick auf ihre Workloads vor allem Datenbanken, E-Mail und Anwendungsserver in der Cloud. 97 Prozent nutzen cloud-basierte Infrastruktur (Aufbau und Management); 93 Prozent setzen auf Services für Office-Software (Microsoft 365, Google Workspace et cetera), und 88 Prozent setzen auf entsprechende Lösungen für „Business Continuity and Disaster Recovery“ (BCDR).

Situation im DACH-Raum

159 MSPs, die an der Umfrage teilgenommen hatten, waren geografisch im DACH-Raum verortet. In nahezu allen Punkten im Hinblick auf Trends und Herausforderungen stimmen sie mit ihren Branchenkollegen aus aller Welt überein. In einigen Punkten in Bezug auf das Geschäftsmodell mit ­Managed Services liegen die MSPs in DACH mittlerweile vorne: So liegt der Anteil der monatlich wiederkehrenden Umsätze am Service-Umsatz der DACH-MSPs bei 71 Prozent. Das ist der höchste Wert im internationalen Vergleich.

Ein typischer Kunde der teilnehmenden Provider in der DACH-Region gibt pro Jahr für Managed Services folgende Beträge aus: 29 Prozent der MSPs sagen, er gebe zwischen 5.000 und 9.999 US-Dollar (circa 5.890 bis 11.780 Euro) aus, 27 Prozent legen sich zwischen 10.000 und 14.999 US-Dollar fest, 22 Prozent schätzen den Betrag zwischen 15.000 und 19.999 US-Dollar. 17 Prozent der DACH-MSPs beschäftigen sechs bis zehn Mitarbeiter. 16 Prozent haben elf bis 15 Angestellte in Lohn und Brot; bei 18 Prozent sind es 16 bis 25. Etwa ein Viertel hat 26 bis 50 Angestellte, und bei 15 Prozent ist der Kollegenkreis 51 bis 100 Mitarbeiter stark.

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Leitender Redakteur