Komplexe und verteilte Produktentstehung beherrschen Kollaboratives Projektmanagement in der Cloud

Autor / Redakteur: Dr. Thomas Wölfle * / Florian Karlstetter

Bevor ein neues Produkt die Marktreife erreicht, sorgen zahlreiche Teams, Zulieferer und Entwicklungspartner dafür, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Produktinnovationen entstehen „kollaborativ“ aus der Integration verteilter Spezialisten in Entwicklungsnetzwerke. Eine mögliche Lösung hierfür: Projektmanagement in der Cloud.

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Projektmanagement in der Cloud schafft ein professionelles Entwicklungsnetzwerk.
Projektmanagement in der Cloud schafft ein professionelles Entwicklungsnetzwerk.

Der hoch komplexen Aufgabe, parallele und dynamische Produktentstehungsprozesse unter engen Terminvorgaben zu synchronisieren, müssen sich Projektmanager heute mehr denn je stellen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Cloud-basierte Projektmanagementplattform die hohen Produktivitätsanforderungen am besten erfüllen: Denn sie schafft eine hoch skalierbare Infrastruktur, die die Eintrittshürden in produktive Wertschöpfungsnetzwerke senkt und nicht an Unternehmens- oder Standortgrenzen endet.

1. Herausforderung kollaboratives Projektmanagement

Straffe Time-to-Market-Vorgaben machen die ganzheitliche Planung und Steuerung von Entwicklungsprozessen zu einer Herausforderung im Projektmanagement. Gleichzeitig erfordern geringere Wertschöpfungstiefen einen effizienten und durchgängigen Informations- und Datenaustausch mit verteilten Partnern und Lieferanten über Unternehmensgrenzen hinweg. Projektverantwortliche und IT-Fachabteilungen sind hier gefordert, heterogene Systeme und Formate zu konsolidieren. Denn eine einheitliche Datenbasis ist die Grundlage für eine erfolgreiche Synchronisation der Projektbeteiligten und vermeidet Mehraufwendungen durch Datenredundanz oder veraltete Datenstände. Kennzeichnend für die gestiegenen Anforderungen an ein kollaboratives Projektmanagement ist neben der Einbindung verschiedener Fachbereiche die zunehmende Integration von Lieferanten sowie gleichberechtigten Kooperationspartnern.

1.1 Einbindung verteilter Fachbereiche

Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird maßgeblich davon bestimmt, wie schnell kundengerechte Produkte auf den Markt gebracht werden. Verkürzte Entwicklungszyklen haben zunehmend eine parallele Produktentwicklung, Fertigung oder Erprobung etabliert. Damit dieses sogenannte Simultaneous Engineering in der Praxis funktioniert, müssen im Unternehmen alle wichtigen Fachbereiche, ggf. auch standortübergreifend, von Anfang an in das Projekt eingebunden werden, um den erforderlichen Informationsaustausch bestmöglich zu gewährleisten.

1.2 Integration von Lieferanten bzw. externer Fachkompetenz

Fortschreitende Arbeitsteilung und Internationalisierung führen bei Herstellern zu einem abnehmenden Eigenanteil an der Wertschöpfung zugunsten spezialisierter Lieferanten. Neben reinen Kosteneffekten spielen Qualitäts- und Know-how-Vorteile eine wachsendeRolle bei der Auswahl der Lieferanten und Dienstleister. Ihre durchgängige Integration ist entscheidend, damit das produktive, aber auch anspruchsvolle Simultaneous Engineering gelingt. Das klassische Projektmanagement entwickelt sich zum „Cross Company Project Management“.

1.3 Kooperationsprojekte oder Joint Ventures

Ähnliches gilt für die steigende Anzahl an Kooperationen oder Joint Ventures. Neue Technologien – z.B. im Bereich der Elektromobilität – führen verstärkt zu unternehmens- und teils branchenübergreifenden Entwicklungsprojekten. Eine Voraussetzung für den Erfolg ist die möglichst zügige Bereitstellung einer homogenen Projektmanagementumgebung, damit die Partner, ihre Termine, Meilensteine, Quality Gates, Reifegradziele sowie das Risiko- und Maßnahmenmanagementeffizient abstimmen bzw. synchronisieren können.

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