Strategie gegen Cloud-native-Probleme Multi-Cloud Networking: Herausforderungen und Chancen

Ein Gastbeitrag von Roman Borovits* 4 min Lesedauer

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Hybride IT wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, so die Ergebnisse einer aktuellen F5-Studie. Demnach werden in Unternehmen durchschnittlich mehr als ein Fünftel der Anwendungen in sechs verschiedenen Umgebungen gehostet. Dies führt zu verschiedenen Herausforderungen bezüglich Sicherheit und Betrieb.

Multi-Cloud-Networking ist eine wichtige Komponente, um die Komplexität der Infrastruktur bei Multi-Cloud-App-Architekturen zu reduzieren.(Bild:  jirsak - stock.adobe.com)
Multi-Cloud-Networking ist eine wichtige Komponente, um die Komplexität der Infrastruktur bei Multi-Cloud-App-Architekturen zu reduzieren.
(Bild: jirsak - stock.adobe.com)

Für den State of Application Strategy (SOAS) Report 2023 von F5 wurden mehr als 1.000 IT-Führungskräfte weltweit aus unterschiedlichen Branchen befragt. Insbesondere stechen zwei Ergebnisse hervor:

  • Hybride und Multi-Cloud-Architekturen werden sich durchsetzen, obwohl deren Verwaltung und Absicherung teuer und komplex ist.
  • Multi-Cloud-Networking entwickelt sich zu einer zukunftsorientierten Strategie, die Unternehmen dabei unterstützt, die Herausforderungen von hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen erfolgreich zu bewältigen.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Cloud-native App-Entwicklung Komplexität nicht reduziert hat. Obwohl mehr als 73 Prozent der Unternehmen derzeit Cloud-native Apps auf Basis von Microservice-Architekturen entwickeln, stellt die Cloud-native Entwicklung selten eine ideale Lösung dar. Viele Unternehmen kämpfen mit Komplexität, weil sie sich nicht auf einen einzigen Cloud-Anbieter festlegen – ob aufgrund gesetzlicher Bestimmungen oder weil sie sich nicht an einen Anbieter binden wollen. Die meisten Befragten verlagern ihre Arbeitslasten in mehrere Clouds, wobei 42 Prozent vier oder mehr Cloud-Anbieter nutzen.

Andere Unternehmen können nicht komplett Cloud-nativ agieren, weil ihr Geschäft von Technologien abhängt, die in einem lokalen Rechenzentrum verbleiben müssen. Deshalb nutzen sie ein hybrides Cloud-Konzept. Wieder andere haben festgestellt, dass ein Cloud-nativer Ansatz unvorhergesehene Probleme verursachen kann. Ganze 43 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie vor kurzem die Cloud-native Implementierung eingestellt haben oder dies in Kürze vorhaben. Nun verlagern sie Anwendungen, die sie zuvor in die Cloud migriert hatten, zurück in eine lokale Umgebung.

Die Auswirkungen einer hybriden Multi-Cloud-Welt

Hybride und Multi-Cloud-Anwendungsarchitekturen gestalten sich komplex – und das ist auch nicht zu ändern. Allerdings kommen die meisten Unternehmen heute nicht ohne sie aus. Einerseits benötigen manche Geschäftsbereiche ein eigenes Rechenzentrum – andererseits funktionieren viele kundenorientierte Dienste nur mit der hohen Geschwindigkeit, Flexibilität und Effizienz der Cloud. Zudem wollen Unternehmen die optimierte Leistung und die direkte Interaktion am Edge nutzen, wenn sich ihr Geschäft weiterentwickelt. Bewährte klassische Apps eignen sich häufig besser für die Kernfunktionen eines Unternehmens, moderne Apps sind jedoch einfacher zu entwickeln und kommen für neuere Funktionen und Lösungen zum Einsatz. Infolgedessen werden immer mehr Anwendungen und APIs in hybriden Umgebungen und über mehrere Clouds verteilt.

Derzeit betreiben 85 Prozent der Unternehmen sowohl moderne als auch herkömmliche Anwendungen über mehrere Architekturen und Standorte hinweg. Aber 9 von 10 Unternehmen, die Multi-Cloud-Infrastrukturen unterhalten, stehen laut der Umfrage vor Herausforderungen, etwa in Bezug auf Kosten und Komplexität der Verwaltung. Das reicht von der Bereitstellung von Apps bis zu Sicherheit und Leistung.

Für verschiedene Deployment-Modelle kommen oft unterschiedliche Tools zum Einsatz. Hier fehlt es an Standardisierung und Interoperabilität. Zudem gilt es, die Leistung für verteilte Anwendungen zu optimieren, die in mehreren Umgebungen laufen. Nicht zuletzt ist es schwierig, einheitliche Sicherheitsrichtlinien für Anwendungen in verschiedenen Umgebungen zu gewährleisten.

Angesichts dieser Situation wollen die meisten Unternehmen die Komplexität der Infrastruktur reduzieren, ihre Deployment-Umgebungen konsolidieren und mit weniger Einzellösungen auskommen. Da jedoch Kosten, Kontrolle, Latenz, Geschäftskontinuität und Skalierbarkeit immer wieder ein Thema sind, ist es sinnvoll, mit mehr als einer Art von Bereitstellung zu arbeiten und Apps und APIs auf mehrere Umgebungen zu verteilen. Digitale Unternehmen wollen und brauchen die Flexibilität, Apps und App-Komponenten dort bereitzustellen, wo es für sie am sinnvollsten ist. Der Preis für diese Flexibilität ist jedoch oft eine größere Komplexität, die im Widerspruch zu anderen Geschäftszielen stehen kann.

Multi-Cloud-Netzwerke als Lösung

Multi-Cloud-Networking ist eine wichtige Komponente, um die Komplexität der Infrastruktur bei Multi-Cloud-App-Architekturen zu reduzieren. Doch dies wird nicht immer gut umgesetzt. Deshalb gilt es für Anbieter, Funktionen zur Automatisierung von Multi-Cloud-Networking bereitzustellen. Dazu zählt eine wirklich skalierbare Application Fabric, die Software-defined Networking und deklarative Sicherheitsfunktionen bis hin zur Anwendungsebene erweitert.

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Geeignete Multi-Cloud-Networking-Lösungen ermöglichen diese Vorteile:

  • Höhere Flexibilität für Geschäftsabläufe. Automatisierung ersetzt manuelle Prozesse und reduziert die Zeitspanne für die Einrichtung von Anwendungen (also Verbindung, Bereitstellung und Sicherung von Apps) in Multi-Cloud-Umgebungen von Wochen auf wenige Stunden.
  • Verbesserte Sicherheit. Geringere Anfälligkeit für Cyberangriffe dank einer einheitlichen Infrastruktur. Damit lassen sich konsistente Sicherheitsrichtlinien anwenden.
  • Geringere Betriebskosten. Die Betriebskosten können durch höhere Agilität und Effizienz bei der Verbindung, Bereitstellung und Sicherung von Anwendungen in Multi-Cloud-Umgebungen um das Zehnfache sinken.

Einfacher Ansatz für Hybrid- und Multi-Cloud-Systeme

Obwohl Hybrid- und Multi-Cloud-Systeme im Management eine Herausforderung bedeuten, können Unternehmen sie erfolgreich so verwalten, dass Komplexität reduziert und die Sicherheit und Leistung für das gesamte Unternehmen verbessert werden. Der Schlüssel dazu ist ein durchdachter und strategischer Ansatz, der die individuellen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens betrachtet.

Mit geeigneten Multi-Cloud-Netzwerk- und Sicherheitslösungen, etwa von F5, können Unternehmen heute viele manuelle Prozesse automatisieren und Anwendungen über Multi-Cloud-Umgebungen hinweg verbinden und sichern. Sie erhalten eine konsistente Richtliniendurchsetzung, die Komplexität reduziert sowie überall auf jede Anwendung und API anwendbar ist: On-Premises, über mehrere Public Clouds und am Edge.

Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse skalieren und die digitale Transformation von On-Premises über die Cloud bis hin zum Edge vorantreiben, müssen die richtigen Anbieter wählen. Diese sollten gemeinsam mit ihnen umfassende und konsistente Sicherheit, Leistung, Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit ermöglichen. Nur so können sie wachsen und sich weiterentwickeln.


* Der Autor Roman Borovits ist Senior Systems Engineer für F5 in der DACH-Region und blickt auf fast 20 Jahre Berufserfahrung im Bereich Netzwerk & Security zurück. Seine Themenschwerpunkte bei F5 liegen im Bereich Cloud und Automatisierung. Die Integration von Security Services für Webanwendungen und APIs, vor allem wenn diese über automatisierte Prozesse entstehen, sieht er als eine der großen Herausforderungen der gegenwärtigen IT, die sich mit immer kürzeren Release Zyklen konfrontiert sieht.

Bildquelle: F5, Inc.

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