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Kundenkonferenz HPE Discover More 2019 HPE – die „Edge-to-Cloud-as-a-Service“-Company

Autor: Elke Witmer-Goßner

Auf die Entwicklung einer eigenen Cloud-Plattform hat Hewlett Packard Enterprise verzichtet. Stattdessen bringt sich der Konzern als „Anbieter von As-a-Service-Lösungen vom Netzwerkrand bis zur Cloud“ in Position.

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Für HPE ist es unbestritten: „Die Chancen liegen bei Edge-to-Cloud“.
Für HPE ist es unbestritten: „Die Chancen liegen bei Edge-to-Cloud“.
(Bild: Hewlett Packard Enterprise)

Die IT-Schwerpunktthemen sind „Cloud, Edge und Daten“, sagte der neue Vertriebschef für die Region DACH, Johannes Koch, zur Eröffnung der Kundenkonferenz HPE Discover More Anfang Dezember in München vor mehreren hundert Teilnehmern. Die Bereitstellung von IT in Unternehmen – ob Hardware oder Anwendungen – könne nicht mehr statisch erfolgen, sondern müsse extrem anpassbar sein, aber auch kontrollierbar bleiben. Hybride Szenarien sind schon heute stark verbreitet und werden in wenigen Jahren Standard beim IT-Betrieb sein.

Die Konferenzen „HPE Discover More“ veranstaltet HPE einmal im Jahr in allen größeren Vertriebsregionen. Die Münchner Veranstaltung wurde von Kunden und Partnern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Russland besucht.
Die Konferenzen „HPE Discover More“ veranstaltet HPE einmal im Jahr in allen größeren Vertriebsregionen. Die Münchner Veranstaltung wurde von Kunden und Partnern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Russland besucht.
(Bild: Gudrun de Maddalena Tuebingen)

In seiner Keynote ging Antonio Neri, President und CEO von HPE, noch tiefer auf diese neuen Herausforderungen der Unternehmens-IT ein: Zwar sei die Cloud-Nutzung inzwischen Standard. Probleme gebe es aber vor allem bei der Anwendungsmigration. Insbesondere die Einführung der Cloud für Legacy-Anwendungen schränke den Erfolg bisher ein. Die Cloud werde zwar in vielen Bereichen eingesetzt, dabei wurden aber hauptsächlich niedrig hängende Applikationen und Daten in Public Clouds verschoben. Die Entwicklung von Lösungen zur Anknüpfung von On-Premise-Anwendungen und -Daten entlang des Netzwerks wurde dagegen vernachlässigt, sagte Neri. Dabei stecke in diesem Bereich noch immer der Löwenanteil der IT-Ausgaben.

Denn trotz der schnellen Bereitstellung neuer Anwendungen in der Cloud ist die digitale Transformation der Unternehmen komplexer, kostspieliger und langsamer geworden. Und der größte Teil der Anwendungen und Daten verbleibt in den eigenen Rechenzentren der Unternehmen und wächst exponentiell am Netzwerkrand, dem „Edge“. Heterogene hybride IT-Umgebungen sind die Folge. Insofern sieht der HPE-Chef die „größte Herausforderung unserer Generation“ darin, die hyper-verbundenen Abläufe in hybriden IT-Infrastrukturen zu handhaben und aus allen Daten Wertschöpfung zu ziehen. „Seit 80 Jahren entwickeln wir Produkte, um die IT-Welt zu verändern“, sagte Neri. Jetzt stehe man an dem Punkt, Lösungen für Probleme zu finden, die noch niemand sonst angegangen habe.

Management und Optimierung hybrider IT-Umgebungen

In diesem Kontext steht auch die strategische Weiterentwicklung des Konzerns. Die Bereitstellung lokaler IT als Dienstleistung ist zum Geschäftsmodell von HPE geworden, die bis 2020 das gesamte Portfolio im As-a-Service-Modell anbieten will. Es habe sich in den vergangenen Jahren herausgestellt, dass Unternehmen zunehmend nur noch Technik und Funktionen nutzen wollen, anstatt diese selbst bei sich zu installieren, erklärte Gerald Perchthaler, Country Manager HPE Pointnext Services gegenüber CloudComputing-Insider. Firmen werden in den kommenden Jahren zunehmend nur noch Technik nutzen wollen. Physische Instanzen wie Server oder Speicher, aber auch Anwendungen, die von der Verwaltung der Netzwerkinfrastruktur (Stichwort „Infrastructure as Code“) bis zum Arbeitsplatz reichen, werden zunehmend als Service in Anspruch genommen. Im Gegensatz zum traditionellen Outsourcing – und hier sieht sich HPE als Vorreiter – zahlen die Kunden nur noch den Mehrwert, den sie aus den Services ziehen. Und das unabhängig davon, wo die Technik steht oder betrieben wird.

Mit der Einführung des As-a-Service-Angebots HPE GreenLake sieht sich der Konzern als Vorreiter bei der Bereitstellung lokaler IT als Dienstleistung. Das mit dem Gesamtpaket aus Verbrauchsmessung, Kostenkontrolle oder Software-Lösungen sowie der Unterstützung von HPE Financial Services habe man eine konkurrenzlose Lösung am Markt, so die offizielle Verlautbarung. Und inzwischen ist HPE GreenLake auch eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder innerhalb des Konzerns mit mehr als 740 Kunden weltweit, darunter 160 Neukunden in diesem Jahr. Der Auftragseingang über HPEs Vertriebspartner ist 2019 um über 200 Prozent gewachsen.

„HPE GreenLake Central ist eine transformative Plattform, die die Spielregeln in der hybriden IT verändert“, sagte Antonio Neri, President und CEO von HPE.
„HPE GreenLake Central ist eine transformative Plattform, die die Spielregeln in der hybriden IT verändert“, sagte Antonio Neri, President und CEO von HPE.
(Bild: ewg / VIT)

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass GreenLake eines der zentralen Themen der HPE Discover More war. Bereits im Vorfeld hatte HPE mit „HPE Container Platform“ die nach eigenen Angaben branchenweit erste Kubernetes-basierte Containerplattform für Unternehmen angekündigt, die sowohl cloud-native als auch nicht-cloud-native Anwendungen für hybride Cloud-Implementierungen vor Ort, für Public Clouds und Edge-Umgebungen bereitstellt. Doch auch vor Ort konnten die Konferenzteilnehmer neues erfahren: HPE-Chef Neri war, wie er sagte, „unglaublich aufgeregt“, die „wirklich erstaunliche“ neue Plattform „HPE GreenLake Central“ den Teilnehmern der HPE Discover More vorzustellen.

Kontrolle und Risikobewertung immer und überall

Mit der Software-Plattform „GreenLake Central“ sollen CIOs die Nutzerfreundlichkeit der Public Cloud ins eigene Rechenzentrum transportieren können. Sie können ihre Anwendungen und Daten mithilfe einer integrierten Management-Konsole über ihre gesamte hybride IT-Umgebung betreiben, verwalten und optimieren. Im Gegensatz zu anderen Managementlösungen bezieht GreenLake Central also nicht nur öffentliche oder private Cloud-Umgebungen ein, sondern auch On-Premise-Anwendungen und IT-Umgebungen am Netzwerkrand.

Kunden können dabei die Werkzeuge für die Applikationsentwicklung und die Betriebsplattformen für ihre Anwendungen frei wählen. Und sie bezahlen nur, was sie tatsächlich nutzen. HPE GreenLake Central verfügt zudem über rollen-basierte Funktionen:

  • So sichern sich CIOs die Kontrolle über ihre hybride IT-Umgebung. Die Leistungskennzahlen zeigen den aktuellen Zustand im Hinblick auf Sicherheit, Kapazität, Kosten und Compliance.
  • Entwickler erhalten Zugriff auf eine einfache „Point, Click, Get“-Plattform im Pay-per-Use-Modell, die es ihnen ermöglicht, Codes schneller bereitzustellen, ohne sich um die Infrastruktur kümmern zu müssen. Sie können über einen Marktplatz auf eine Vielzahl von Werkzeugen und Services von HPE und Partnern zugreifen.
  • CFOs sehen auf einen Blick die Echtzeit-Kosten aller Plattformen der hybriden IT-Umgebung, beispielsweise die IT-Kosten von Anwendergruppen, Abteilungen und Geschäftsbereichen sowie von Plattformen in der Public Cloud, im eigenen Rechenzentrum oder am Edge.
  • Die Verantwortlichen für Recht, Compliance und Sicherheit erhalten eine integrierte Sicht auf den Governance- und Sicherheitsstatus der hybriden IT-Umgebung. Sie können Risiken über ein Dashboard identifizieren und darauf reagieren. Es stehen mehr als 1.000 Kontrollen zur Verfügung, um die Einhaltung von Unternehmens- und Branchenrichtlinien sicherzustellen.

Damit sei HPE GreenLake Central eine Plattform, die die Spielregeln in der hybriden IT verändere, sagte Neri: „Mit diesem Angebot erhalten alle IT-Verantwortlichen im Unternehmen Zugang zu einer Konsole, über die sie ihr Unternehmen steuern und starke Ergebnisse erzielen können.“ HPE GreenLake Central ist aktuell bei einer Reihe von Kunden im Pilotbetrieb und wird bis Ende Januar 2020 für alle GreenLake-Kunden verfügbar sein.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de