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Orchestrierungsplattform für Legacy und Container-Umgebungen Kubernetes-Plattform von HPE für Bare-Metal und Edge-to-Cloud

| Autor: Ulrike Ostler

Die „HPE Container Platform“ unterstützt sowohl Cloud-native als auch monolithische Anwendungen mit persistentem Datenspeicher. Sie soll sich sowohl für Bare-Metal- als auch Edge-Implementierungen und Cloud-Anwendungen eignen.

Ein Teil der „HPE Kubernets Plattform“ ist die Software von Bluedata. Diese gibt es beispielsweise in die „Apollo“-Systeme von HPE integriert.
Ein Teil der „HPE Kubernets Plattform“ ist die Software von Bluedata. Diese gibt es beispielsweise in die „Apollo“-Systeme von HPE integriert.
(Bild: HPE)

Laut Hewlett Packard Enterprise (HPE) handelt es sich um die branchenweit erste Kubernetes-basierte Container-Plattform auf den Markt, die sowohl für Cloud-native als auch für monolithische Anwendungen mit persistentem Datenspeicher entwickelt wurde. Die Plattform soll helfen, die Entwicklung neuer und bereits vorhandener Anwendungen zu beschleunigen. Dieser Ansatz erweitere so den Nutzen von Containern über Cloud-native Anwendungen mit Mikroservices-Architektur hinaus und bietet die Möglichkeit, monolithische Anwendungen mit persistenter Datenspeicherung zu containerisieren.

Grundlage der HPE-Container-Platform bilden die Technologien der von HPE übernommenen Firmen Bluedata und MapR in Verbindung mit dem Open-Source-System Kubernetes. Die Bluedata-Software dient als Steuerungsebene für das Container-Management und das MapR-Dateisystem für persistente Daten mit Containern und Kubernetes für die Container-Orchestrierung (siehe: Kästen) .

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HPE integriert Bluedata

Nach der Übernahme von Bluedata im November 2018 hat Hewlett Packard Enterprise (HPE) im September 2019 ein Angebot auf den Markt, das die Bluedata-Software-Plattform mit den „Apollo“-Server- und Speichersystemen von HPE und den Dienstleistungen von HPE Pointnext kombiniert. Zugleich bleibt Bluedata als eigenständige Software erhältlich; Kunden können sie also weiterhin auf jeder Infrastruktur betreiben.

Bluedata soll die Bereitstellung von künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen (ML) und Analytics auf lokalen Infrastrukturen und in der Cloud vereinfachen, unter anderem laut Gartner „2019 CIO Survey“ ein wichtiges Anliegen der Unternehmen. Denn die Zahl der Unternehmen, die KI einführen, sei in den vergangenen vier Jahren um 270 Prozent gestiegen. Doch zu den größten Herausforderungen bei der Einführung zählen die Komplexität der dezentralen Bereitstellung von KI und Analytics sowie ein Mangel an qualifizierten Data Scientists und KI/ML-Entwicklern.

Die containerbasierte Bluedata-Softwareplattform ermöglicht Kunden eine einfache, automatisierte Bereitstellung ihrer KI- und Analyse-Tools mit nur einem Klick. Dabei hilft die Portabilität von Containern über lokale, hybride und Multi-Cloud-Umgebungen hinweg. Das Ergebnis ist eine schnellere Implementierung – verkürzt von Monaten auf Minuten – und eine Agilität und Flexibilität, die Data-Science-Teams brauchen, um Modelle zu erstellen und Daten-Pipelines zu entwickeln, ohne sich um die Infrastruktur kümmern zu müssen.

Referenzdesigns

Zum Beispiel stellt HPE eine neue Referenzkonfiguration zur Verfügung. Sie enthält Anleitungen und Best Practices für die Bereitstellung von Bluedata-Software auf der „HPE Elastic Platform für Analytics“ (EPA), einer modularen Infrastruktur für skalierbare und mandantenfähige Anwendungen mit Bausteinen für Rechenleistung, Speicher und Vernetzung. Außerdem plant der Anbieter die Bereitstellung neuer Bluedata-Referenzarchitekturen für eine Vielzahl verschiedener Anwendungsfälle und Ökosystem-Tools für KI, ML und Analytics, darunter „Apache Kafka“, „Apache Spark“, „Cloudera“, „H2O“ und „Tensorflow“. Diese Referenzarchitekturen umfassen eingehende Tests und Validierungen, um die Workload-optimierte Konfiguration für hohe Leistung und höhere Effizienz zu ermitteln.

Ergänzendes zum Thema
HPE eignet sich MapR-Dateisystem an

Im August dieses Jahres hat Hewlett Packard Enterprise die Geschäftsressourcen von MapR übernommen, einer der führenden Datenplattform für Anwendungen der künstlichen Intelligenz und Analytik, die auf Scale-Out-, Multi-Clash- und Multi-Protokoll-Dateisystemtechnologie basiert. Der Deal umfasst die Technologie, das geistige Eigentum und die Fachkompetenz von MapR in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Machine Learning (AI/ML) sowie Analytik-Daten-Management.

Antonio Neri, Präsident und CEO von Hewlett Packard Enterprise erläutert: „Die Dateisystemtechnologie von MapR ermöglicht es HPE, ein komplettes Produktportfolio zur Steuerung von Anwendungen der künstlichen Intelligenz und Analytik anzubieten, und stärkt unsere Fähigkeit, Kunden bei der Verwaltung ihrer Datenbestände von Anfang bis Ende, von Edge bis Cloud, zu unterstützen.“

Zugleich erweitere MapR die Bluedata-Funktionen für zustandsorientierte, containerbasierte Anwendungen. Die Kombination ermögliche es Datenwissenschaftlern und Datenanalysten, KI/ML- und Analysedatenpipelines innerhalb weniger Minuten in lokalen, hybriden Cloud- und Multi-Cloud-Umgebungen zusammenzufügen.

MapR verarbeitet eine Vielzahl von Datentypen von Dateien und Streams bis hin zu Dokumenten, ermöglicht mehrere Workloads in derselben Umgebung und bietet umfangreiche APIs für einen einfachen Zugriff. Das sichert einen einheitlichen Ansatzes zur Verwaltung, zum Schutz und zur Orchestrierung von Daten bis hin zur Exabyte-Skala über die AI/ML- und Analysedatenpipeline hinweg. Die Unterstützung von MapR Multi-Cloud und Containern gewährleistet eine nahtlose Portierbarkeit von Anwendungen in unterschiedlichen Umgebungen, in denen die MapR Data Platform läuft.

Die Techniken reduzierten zudem Kosten und Komplexität drastisch, indem Container auf Bare Metal laufen können. Zugleich böten sie die Flexibilität für die Bereitstellung auf virtuellen Maschinen und Cloud-Instanzen. Denn letztlich könnten Unternehmen dadurch die Anzahl der Stacks reduzieren und Virtualisierung überflüssig machen. Und das bedeute: mehr Effizienz, höherer Auslastung und verbesserter Leistung, so HPE.

Für Legacy und Cloud-Native-Anwendungen

Außerdem erfüllt die Plattform die Anforderungen an groß angelegte Kubernetes-Implementierungen und unterstützt eine große Zahl von Anwendungsfällen – etwa maschinelles Lernen, Edge Analytics, CI/CD-Pipelines oder Anwendungsmodernisierung. IT-Teams können damit mehrere Kubernetes-Cluster mit mandantenfähiger Container-Isolierung und vorab integriertem persistentem Speicher verwalten. Entwickler haben sicheren On-Demand-Zugriff auf ihre Umgebungen, damit sie Anwendungen schneller entwickeln und Code-Releases schneller bereitstellen können. Da die Container portiert werden können, lässt sich einmal erstellter Code auf jeder Plattform betreiben

Die Container Platform von HPE unterstützt sowohl Cloud-native als auch monolithische Anwendungen mit persistentem Datenspeicher.
Die Container Platform von HPE unterstützt sowohl Cloud-native als auch monolithische Anwendungen mit persistentem Datenspeicher.
(Bild: HPE)

Kumar Sreekanti, Senior Vice President und Chief Technology Officer Hybrid IT bei HPE, erläutert den Hintergrund: „Die Anwendungs-Entwicklung wandert zunehmend in Richtung Container ab, und Kubernetes ist der De-Facto-Standard für die Container-Orchestrierung.“ Er fügt an: „Wir kombinieren unsere Expertise und das geistige Eigentum aus den jüngsten Akquisitionen mit Open-Source-Kubernetes, um eine Container-Plattform der Enterprise-Klasse bereitzustellen. Unser Container-First-Ansatz bietet Unternehmen einen schnelleren und kostengünstigeren Weg zur Anwendungsmodernisierung, der für Bare-Metal-Anwendungen optimiert und für jede Infrastruktur – von der Edge bis zur Cloud – erweiterbar ist.“

Untersuchungen von Branchenanalysten bestätigen, dass die Akzeptanz von Containern im Unternehmen wächst:

  • Beispielsweise Gartner (Arun Chandrasekaran: „Evolution of Virtualization: VMs, Containers, Serverless – Which to Use When?” vom 26. September 2019) schätzt, dass bis 2022 mehr als 75 Prozent der Unternehmen weltweit produktive Container-Anwendungen betreiben werden. Derzeit sind es weniger als 30 Prozent.
  • IDC-Untersuchungen, etwa „Containers and Cloud Management Survey§ vom Mai 2019, zeigen, dass 55 Prozent der großen US-Unternehmen Kubernetes für die Container-Orchestrierung als Standard einsetzen.
  • Die kürzlich durchgeführte Umfrage „Voice of the Enterprise: DevOps Q1 2019“ von 451 Research ergab, dass 95 Prozent der neuen Anwendungen Container verwenden.

Da Unternehmen ihren Container-Einsatz und Kubernetes über die Entwicklung und das Testen hinaus auf Produktionsumgebungen ausweiten, müssen sie wichtige Aspekte wie Sicherheit, Multi-Cluster-Management und Lastenausgleich berücksichtigen. Zudem entstehen neue Anwendungsfälle, etwa für Edge Computing oder Datenbanken.

Darüber hinaus ist ein erheblicher Teil der Unternehmensanwendungen und -systeme nicht Cloud-nativ. Die Wartung dieser klassischen monolithischen Anwendungen ist kostenintensiv, und viele davon würden von der Containerisierung profitieren. Das Re-Architecting oder Refactoring bestehender Anwendungen in eine Cloud-native Anwendung ist jedoch zeitaufwändig und teuer. Diese Anwendungen stellen hohe Anforderungen an Kubernetes, etwa die Persistenz und Migration des Root-Dateisystems.

Sonstige Vorteile der HPE Container Platform:

  • Mit der Plattform können monolithische Anwendungen modernisiert werden, ohne sie neu erstellen zu müssen.
  • Die Plattform bietet die Möglichkeit, Anwendungen einmal zu erstellen und überall auszuführen, und sie schließt die Lücke zwischen lokalem Rechenzentrum, Public Cloud und Edge-Umgebungen.
  • Durch den vereinfachten Kubernetes-Einsatz und Multi-Cluster-Management können Entwickler neue Code-Releases schneller bereitstellen.
  • Mit Bare-Metal-Containern und Datenpersistenz ermöglicht die Plattform Sicherheit, Leistung und Zuverlässigkeit der Enterprise-Klasse zu geringeren Kosten.
  • Die HPE Container Platform Software soll ab Anfang 2020 zusammen mit Beratungs-, Implementierungs- und Support-Dienstleistungen von HPE verfügbar sein. Somit ergänzt HPE seine bisherigen Dienstleistungen und unterstützt Kunden bei ihrer Container-Strategie, Anwendungsmodernisierung und Hybrid-Cloud-Einführung. Die „HPE Pointnext Services“ bieten Beratungsdienstleistungen, die auf der Erfahrung von mehr als tausend Hybrid-Cloud-Projekten aufbauen und auf dem Know-how und den Best Practices aus der Übernahme von Cloud Technology Partners und Redpixie.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider