Application Mapping schafft Transparenz

Herausforderung: Multi-Cloud sicher dirigieren

| Autor / Redakteur: Olf Jännsch* / Florian Karlstetter

Transparenz, Sicherheit, Automatisierung und Performance: Multi-Cloud-Umgebungen müssen auch entsprechend überwacht werden.
Transparenz, Sicherheit, Automatisierung und Performance: Multi-Cloud-Umgebungen müssen auch entsprechend überwacht werden. (Bild: © sdecoret - stock.adobe.com)

Die Cloud löst viele Probleme und schafft neue. Bei Sicherheit, Automatisierung, Performance, Compliance und vor allem Kostentransparenz stehen viele IT-Verantwortliche vor neuen Herausforderungen. Eine Lösung ist Application Mapping, um bei Multi Cloud-Umgebungen den Überblick zu behalten.

Folgt man den Studien der Marktforscher von Gartner, wird der Cloud-Umsatz 2018 um 17,5 Prozent zulegen und auf über 305 Milliarden Dollar weltweit anwachsen. In Deutschland soll der Umsatz mit XaaS-Lösungen 2018 auf über 17 Milliarden Euro steigen, vermeldete unlängst der „ISG Provider Lens Germany 2018“. Die Digitalisierung aller Prozesse führt IT-Führungskräfte und Fachabteilungen vieler Unternehmen in immer neue und spezialisierte Cloud-Lösungen. Wie aber stellen CIOs sicher, dass sie die Anforderungen an Sicherheit, Automatisierung, Performance, Compliance und vor allem Kostentransparenz bewältigen?

Stets informiert mit Application Mapping

Multi-Cloud-Management: BMC Discovery visualisiert sämtliche Applikationen und deren Verbindungen.
Multi-Cloud-Management: BMC Discovery visualisiert sämtliche Applikationen und deren Verbindungen. (Bild: BMC Software)

Die Lösung heißt Anwendungskartierung, im Englischen als Application Mapping bezeichnet. Eine Application Map ermöglicht die Überwachung und Dokumentation aller Anwendungen eines Unternehmens. In Echtzeit beobachten Application Mapping-Tools den Traffic im eigen Netzwerk, auf den internen Servern sowie in allen Cloud-Diensten. Die IT-Abteilung kann die Nutzung sowie die Auswirkungen möglicher Änderungen einschätzen, Konfigurationen und Funktionen analysieren, um dauerhaft eine optimale Performance der Cloud-Anwendungen für die Fachabteilungen zu sichern.

Dabei setzen sie Werkzeuge wie eine Auto-Discovery-Anwendungszuordnung ein. Solche Tools sammeln Daten über Netzwerkinfrastruktur und Cloud-Dienste sowie deren Interaktionen, um Anwendungen zuzuordnen und deren Nutzung in Echtzeit zu überwachen. Durch die Ausdehnung auf alle Cloud-Services kann die IT mit Application Mapping einen optimalen Support für die Fachabteilungen gewährleisten und dazu beitragen, dass die Cloud-Umgebung alle Geschäftsprozesse mit optimaler Leistung unterstützt. Mit Application Mapping können die IT-Experten jederzeit unterschiedliche und neue Anwendungen identifizieren und kontrollieren. Das macht die Herausforderungen beherrschbar, mit denen die Standardwerkzeuge in komplexen Cloud-Umgebungen schnell überfordert sind.

Komplexität abbauen

BMC befragte 2017 über 1.000 IT-Experten in großen Unternehmen in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika zu ihren Herausforderungen in Multi Cloud-Umgebungen. Gut 40 Prozent der IT-Entscheider weltweit wissen demnach nicht, wie viel ihr Unternehmen für Cloud-Services ausgibt. Außerdem suchen 78 Prozent der IT-Entscheider nach Möglichkeiten, neue Lösungen wie Künstliche Intelligenz (KI) in ihre Multi-Cloud-Strategien einzufügen. Für die Integration dieser Technologien in bestehende Cloud-Umgebungen sind sie aber auf Transparenz angewiesen. Multi-Cloud ändert damit fundamental die traditionelle On Premise-IT. CIOs müssen neue Wege zur Verwaltung von Multi-Cloud-Umgebungen gehen, um sicherzustellen, dass sie die erhofften Vorteile der Cloud-Dienste auch tatsächlich erzielen. Und Kosteneinsparungen, Automatisierung, Performance und Leistungsoptimierung sowie verbesserte Sicherheit und Compliance können sie mit Application Mapping realisieren. Einige Anbieter setzen auch schon maschinelles Lernen und KI ein, um die Komplexität zu reduzieren und vor allem Routinearbeiten zu automatisieren.

Agilität und Flexibilität gewährleisten

44 Prozent der IT-Entscheider in der BMC-Umfrage waren sich einig, dass die Einführung von Multi-Cloud-Lösungen für ihre Agilität unerlässlich ist. Die aber könnte auch eingeschränkt werden, wenn sich ein Unternehmen von einem Cloud-Anbieter abhängig macht. Vor allem für global agierende Unternehmen könnte es manchmal sinnvoller sein, verschiedene Cloud-Lösungen einzusetzen, um ihre Agilität und Flexibilität zu gewährleisten. Und auch wenn es attraktiv erscheint, mit einem globalen Anbieter wie Amazon Web Services (AWS) zu arbeiten, kann es länderspezifisch auch Nachteile haben. In Europa führte beispielsweise die Datenschutzgrundverordnung zu Anforderungen an die Datensicherheit, die ein europäischer Anbieter eventuell besser garantiert. Multi Cloud-Umgebungen mit Application Mapping erleichtern diese Flexibilität bei der Integration verschiedener Cloud-Anbieter.

Kostentransparenz herstellen

Die Kostenkontrolle bei den Cloud-Ausgaben spielt für CIOs ebenfalls eine immer bedeutsamere Rolle. Denn nicht selten übersteigen die Kosten unerwartet die Budgets, wenn Public-, Private- oder hybride Cloud-Landschaften durch die Fachabteilungen entstehen, die die IT nicht kontrolliert. Eine effektive Multi Cloud-Strategie ist daher darauf angewiesen, in Echtzeit die Kosten zu erfassen und frühzeitig reagieren zu können, wenn beispielsweise Cloud-Ressourcen zwar bezahlt aber nicht genutzt werden. Auch hier ist das Application Mapping das Mittel der Wahl. Mit einem kompletten Überblick über die Ausgaben für On-Premise- und Public-Cloud-Infrastrukturen können Unternehmen Kosten und Auslastung analysieren und verfolgen. Gleichzeitig können sie Bereiche mit zu hohen Ausgaben identifizieren und unerwartete Kostenexplosionen rechtzeitig vermeiden.

Olf Jännsch ist Area Director Germany bei BMC Software.
Olf Jännsch ist Area Director Germany bei BMC Software. (Bild: BMC Software)

Compliance absichern und Innovationen nutzen

Eine weitere Herausforderung, die CIOs mit Application Mapping in den Griff bekommen können, ist die Compliance und ein hohes Sicherheitsniveau auf dem Stand der technischen Entwicklung. In einer Multi Cloud-Landschaft unterstützt das Application Mapping die IT-Experten dabei, die Einhaltung von Unternehmensregeln und Gesetzen zu überwachen sowie Softwarezyklen zu überprüfen und Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren. Zudem unterstützt Application Mapping, teils mit Künstlicher Intelligenz, die Automatisierung von Prozessen und eine vorausschauende Analyse. Dies entlastet neben den Cloud-Nutzern auch die IT-Abteilung von Routineaufgaben.

Fazit

Unternehmen mit einer Multi Cloud-Umgebung versetzen sich durch das Application Mapping in die Lage, die für ihre Geschäftsmodelle jeweils besten Cloud-Dienste zu nutzen, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Dabei profitieren sie gleich fünffach:

  • 1. Sie erhöhen die Transparenz ihrer Cloud-Umgebungen und erhalten steht ein vollständiges Bild in Echtzeit über die Nutzung und den Ressourceneinsatz.
  • 2. Sie automatisieren und vereinfachen viele einzelne Überwachungsaufgaben.
  • 3. KI und maschinelles Lernen entlasten bei Standard- und Routineaufgaben.
  • 4. CIOs erhalten ein klares Bild über die Kostenentwicklung der Cloud-Nutzung.
  • 5. Sie reduzieren ihre Angriffsflächen durch Stärkung ihres Sicherheitslevels und gewährleisten die Einhaltung von Compliance-Regeln.

Mit Application Mapping können CIOs ihre Multi Cloud-Landschaften sicher und effektiv dirigieren und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Erfolg des gesamten Unternehmens.

Der Autor: Olf Jännsch ist Area Director Germany bei BMC Software.

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