Cloud-Kosten strategisch steuern FinOps: Mehr als Controlling und Technologie

Ein Gastbeitrag von Roger Mafli* 2 min Lesedauer

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Cloud-Ressourcen lassen sich schnell bereitstellen, dabei können die Kosten schnell aus dem Ruder laufen. Um sie zu senken, sind klare Verantwortlichkeiten und aktuelle Verbrauchsdaten nötig. Doch auch Automatisierung und fundierte Handlungsempfehlungen sind unerlässlich.

FinOps durchbricht die Komplexität von Cloud-Kosten und schafft die Grundlage für gezielte Optimierung.(Bild: ©  VladaToday - stock.adobe.com / KI-generiert)
FinOps durchbricht die Komplexität von Cloud-Kosten und schafft die Grundlage für gezielte Optimierung.
(Bild: © VladaToday - stock.adobe.com / KI-generiert)

Eine Alltagssituation: Das Projektteam benötigt zusätzliche Rechen­leistung, und Minuten später stehen Instanzen und Testdaten für das nächste KI-Experiment bereit. Das ist Cloud Computing in Bestform: schnell, flexibel und ohne Beschaffungsstau. Doch was im Handumdrehen bereitsteht, läuft oft wochenlang weiter. Die Kosten entstehen sofort, die Verantwortung manchmal erst bei der Monatsrechnung. Deloitte zufolge ließen sich durch Cloud-Kostenmanagement rund 21 Milliarden US-Dollar einsparen; einzelne Unternehmen könnten ihre Cloud-Kosten sogar um bis zu 40 Prozent senken.

FinOps verbindet IT, Fachbereiche und Finanzabteilungen

Das Schlüsselwort heißt Financial DevOps (FinOps). Gemeint ist ein Ansatz, der Cloud-Kosten transparenter und besser steuerbar machen soll. Die FinOps Foundation beschreibt FinOps als gemeinsame Aufgabe von IT, Fachbereichen und Finanzabteilungen. Genau darum geht es in der Praxis: Entwicklerteams müssen die wirtschaftlichen Folgen technischer Entscheidungen kennen. Finanzteams müssen verstehen, dass Cloud-Ausgaben dynamischer sind als klassische IT-Budgets. Und das Management muss Leitplanken setzen, ohne Innovationen durch lange Freigaben auszubremsen.

Im Betrieb braucht FinOps gemeinsame Kennzahlen und transparente Verbrauchsdaten. Typische Instrumente sind Showback, Chargeback, Budgetgrenzen. Showback macht Kosten sichtbar, Chargeback verrechnet sie weiter. Wer Ressourcen bestellt, skaliert oder dauerhaft laufen lässt, sieht die Konsequenzen.

Transparente Cloud-Kosten beginnen mit aktuellen Verbrauchsdaten

Doch daran scheitert es oft: Testumgebungen laufen länger als geplant, Instanzen sind zu groß dimensioniert oder Speicher wird unnötig teuer genutzt. Oft fehlt der Überblick, welche Systeme noch gebraucht werden und wer dafür verantwortlich ist.

Die Kostenkontrolle von Cloud Computing bleibt komplex. Preise variieren nach Region, Service oder Laufzeit. Hinzu kommen in hybriden Umgebungen Private Cloud, VMware-Infrastrukturen, Edge-Systeme und SaaS-Dienste. Viele Unternehmen nutzen außerdem mehrere Cloud-Anbieter gleichzeitig. Ohne konsolidierte Verbrauchsdaten lässt sich das kaum sinnvoll steuern.

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FinOps mit Automatisierung und Governance verbinden

HPE Morpheus agiert als Eingabe-/Ausgabesystem, das vor und hinter der FinOps-Engine eingesetzt werden kann. Im Frontend kann Morpheus die für die Kostenberechnung erforderlichen Daten zum Ressourcenverbrauch sowie die für ein präzises Showback/Chargeback notwendigen Tagging-Informationen bereitstellen. Im Backend bietet Morpheus die Automatisierungs- und Governance-Funktionen, die zur Umsetzung von FinOps-Optimierungen erforderlich sind.

FinOps braucht klare Regeln und passende Technologie

FinOps ist nicht nur eine organisatorische Aufgabe. Unternehmen benötigen auch Werkzeuge, die Verbrauchsdaten zusammenführen und Einsparpotenziale sichtbar machen. Viele Praxisbeispiele belegen den Nutzen des Ansatzes: In einem internationalen Industrieprojekt begann HPE die FinOps-Einführung mit einer Reifegradanalyse, dem Aufbau eines FinOps-Gremiums, klaren Kennzeichnungen von Ressourcen sowie Showback-Funktionen als Vorstufe zu Chargeback. Nach vier Monaten lagen die Cloud-Einsparungen nach Unternehmensangaben bei über 30 Prozent.

Wie sich FinOps technisch umsetzen lässt, zeigt HPE exemplarisch mit HPE Morpheus Enterprise. Die Plattform agiert als Eingabe-/Ausgabesystem und bündelt Cloud-Management, Governance und Kostenkontrolle über hybride und Multicloud-Umgebungen hinweg. Unternehmen können so Cloud-Ausgaben zuordnen, Showback- und Chargeback-Modelle abbilden und ungenutzte Ressourcen erkennen. Wichtig bleibt jedoch: Transparenz allein senkt keine Kosten. FinOps funktioniert nur, wenn Unternehmen Verantwortlichkeiten regeln und Kostenbewusstsein schaffen.


* Der Autor Roger Mafli ist Chef-Technologe von HPE Schweiz.

Bildquelle: Hewlett Packard Enterprise

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