Suchen

Enterprise-Storage für den mobilen Zugriff FileCloud – Die ownCloud- / Nextcloud-Alternative

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

FileCloud ist eine Enterprise-Storage-Lösung, mit der Unternehmen aller Größenordnungen einen privaten Cloud-Speicher bereitstellen, der im lokalen Rechenzentrum betrieben wird. Damit haben Unternehmen die Möglichkeit ihren Anwendungen Funktionen zur Verfügung zu stellen, die denen von Dropbox oder OneDrive entsprechen.

Firma zum Thema

FileCloud ist eine kommerzielle Lösung, mit der ein Cloud-Speicher im lokalen Rechenzentrum bereitgestellt werden kann.
FileCloud ist eine kommerzielle Lösung, mit der ein Cloud-Speicher im lokalen Rechenzentrum bereitgestellt werden kann.
(Bild: gemeinfrei© foudefoot60 / Pixabay )

Der Anbieter Codelathe stellt mehrere Bereitstellungsmodelle zur Verfügung. Unternehmen können FileCloud im eigenen Rechenzentrum betreiben, auf eigener Hardware. Die zweite Variante der Bereitstellung ist das Buchen von FileCloud Online Hier wird die Umgebung durch den Anbieter gehostet. Beide Varianten können kostenlos getestet werden. Alle Funktionen der einzelnen Editionen sind auf der Preisübersicht zu sehen. FileCloud steht in den Editionen Standard und Enterprise zur Verfügung.

Dateiserver und Active Directory anbinden

Mit der Cloud-Lösung können auch Dateifreigaben von Dateiservern auf Basis von Active Directory angebunden und über die Cloud zugänglich gemacht werden. FileCloud unterstützt NTFS für den Datenzugriff. Dadurch können Unternehmen ihre vorhandenen Dateiserver und die darauf gespeicherten Dokumente über einen privaten Cloud-Speicher freigeben. Der Zugriff ist sofort von allen mobilen Geräten möglich, auch aus dem Homeoffice heraus, auch mit einem Webbrowser. Dazu bietet FileCloud ein Webportal, ähnlich wie Dropbox oder OneDrive. Die Weboberfläche unterstützt auch Drag & Drop. Da FileCloud auch WebDAV unterstützt, können Verzeichnisse auf dem Cloud-Server auch als lokale Netzlaufwerke auf den Computern verbunden werden.

FileCloud bietet auch den Zugriff über Webbrowser. Hier erfolgt die Anmeldung am Webportal auf Anforderung auch mit Multi-Faktor-Authentifizierung.
FileCloud bietet auch den Zugriff über Webbrowser. Hier erfolgt die Anmeldung am Webportal auf Anforderung auch mit Multi-Faktor-Authentifizierung.
(Bild: Joos)

Der Cloud-Speicher ermöglicht auch eine Synchronisierung mit Computern und über Apps den Zugriff von Tablets und Smartphones aus. Das heißt, dass Anwender auch lokale Daten auf den Server hochladen oder Verzeichnisse synchronisieren können. Vor allem für mobile Anwender und Homeoffice-Nutzer kann das ein wichtiger Faktor sein, um produktiv zu arbeiten.

Für den sicheren Zugriff bietet FileCloud auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und einen integrierten Virenschutz. Die Übertragung und Speicherung der Daten erfolgen mit 256-Bit-AES-Verschlüsselung. Administratoren können im Admin-Portal in Echtzeit die verbundenen Geräte anzeigen und einzelne Geräte sofort blockieren. Mit verschiedenen Funktionen für Data Loss Prevention und Endpoint Backup kann Datenverlust verhindert und auch Datendiebstahl mit Bordmitteln unterbunden werden.

FileCloud in Microsoft Azure oder AWS betreiben

FileCloud kann auch über Microsoft Azure oder Amazon Web Services (AWS) bereitgestellt werden. Das bietet den Vorteil, dass Unternehmen eine eigene Cloud bereitstellen können, dabei aber auf Ressourcen von Microsoft Azure oder AWS setzen, ohne eigene Hardware nutzen zu müssen. Die Installation von FileCloud erfolgt in diesem Fall als virtueller Server in der entsprechenden Cloud. Die Administratoren im Unternehmen haben vollständige Kontrolle über alle Einstellungen und Daten.

Installation auf Linux-Server

Für die Installation auf einem Linux-Server, zum Beispiel unter Ubuntu, werden die Installationsdateien im Terminal heruntergeladen und das Installationsskript gleich gestartet, zum Beispiel mit
wgethttp://patch.codelathe.com/tonidocloud/live/installer/filecloud-liu.sh && bash filecloud-liu.sh

Starten der FileCloud-Installation auf einem Linux-Server.
Starten der FileCloud-Installation auf einem Linux-Server.
(Bild: Joos)

Im Rahmen der Installation werden die einzelnen Komponenten durch den Assistenten angezeigt. Danach erfolgt die Installation der Komponenten. Für die Installation sind Root-Rechte notwendig. Es reicht aber nicht aus den wget-Befehl mit Sudo zu starten, da die darauffolgenden Installationsskripte der einzelnen FileCloud-Komponenten nicht automatisch mit Root-Rechten starten. Hier kann zum Beispiel unter Ubuntu mit „sudo -i“ eine Root-Shell geöffnet werden. Hier kann die Installation jetzt mit dem oben gezeigten Befehl durchgeführt werden.

FileCloud als Container betreiben

FileCloud kann auch als Container genutzt werden.
FileCloud kann auch als Container genutzt werden.
(Bild: Joos)

FileCloud kann auch als Container genutzt werden. Dazu wird zunächst „docker-compose“ installiert:
apt-get install docker-compose

wgethttps://patch.codelathe.com/tonidocloud/live/scripts/fc/docker-compose.yml

Für die Installation werden mit „docker-compose pull“ die folgenden Images benötigt:
filecloud/filecloudserver20.1, mongo:3.6, filecloud/filecloudpreview20.1, filecloud/filecloudsolr20.1

Um die Container zu starten, wird der folgende Befehl verwendet:
docker-compose up -d filecloud.server filecloud.mongodb filecloud.preview filecloud.solr

Die Container filecloud.solr und filelcoud.preview sind optional. Sollen diese nicht gestartet werden, kann der Befehl natürlich entsprechend geändert und die beiden Container weggelassen werden.

Verwalten von FileCloud mit dem webbasierten Admin-Portal.
Verwalten von FileCloud mit dem webbasierten Admin-Portal.
(Bild: Joos)

Verwaltung von FileCloud

Nach der Installation von FileCloud auf einem lokalen Server, oder dem Buchen einer Online-Version beim Anbieter, Azure oder AWS, erfolgt die Verwaltung mit dem webbasierten Admin-Portal. Im Dashboard wird zunächst eine Übersicht zu der Umgebung angezeigt. Dazu gehören die verbundenen Benutzer, Statistiken, von wo Anwender verbunden sind und Daten zur Verwendung der auf dem Server installierten Dokumente.

Ergänzendes zum Thema
Fazit

FileCloud kann generell durchaus als Alternative für NextCloud oder ownCloud genutzt werden. Allerdings sind NextCloud und ownCloud in einigen Bereichen überlegen und auch schneller einsatzbereit. Unternehmen, die eine private Cloud aufbauen wollen, sollten in ihren Tests vor der Anschaffung in jedem Fall einen Blick auf FileCloud werfen, ob diese Lösung nicht vielleicht doch besser in das eigene Unternehmen eingebunden werden kann. Durch die mögliche Integration in Active Directory und NTFS bietet FileCloud die Möglichkeit auch Windows-Dateiserver schnell und unkompliziert anbinden zu können.

(ID:46956472)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist