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Sechs Fragen, die sich IT-Manager stellen sollten Falltüren bei Hybrid Clouds vermeiden

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Cloud-Computing ist ein Thema, um das so gut wie kein Unternehmen herum kommt, und vor allem Hybrid Clouds erfreuen sich bei deutschen Unternehmen laut einer IDC-Studie vom Herbst 2014 großer Beliebtheit. Doch die Implementierung dieser Cloud-Mischform hat ihre Tücken.

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Bevor sich IT-Fachleute an die Planung einer Hybrid Cloud machen, sollten sie folgende sechs Fragen stellen und beantworten, damit das Cloud-Mischmodell nicht zur Falle wird.
Bevor sich IT-Fachleute an die Planung einer Hybrid Cloud machen, sollten sie folgende sechs Fragen stellen und beantworten, damit das Cloud-Mischmodell nicht zur Falle wird.
(Bild: JR_Casas, Fotolia)

Daher sollten IT-Fachleute, bevor sie sich an die Planung einer Hybrid Cloud machen, bestimmte Fragen stellen und beantworten, warnt deshalb Tony Thompson, Vice President Marketing bei Silver Peak, einem Spezialisten für WAN-Optimierung. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Hybrid Cloud nicht zur Falle werde. Thompson hat deshalb einen Fragenkatalog entworfen, den Unternehmen abarbeiten sollten um unliebsame Überraschungen bei der Einrichtung von Hybrid Clouds zu vermeiden.

Sechs wichtige Fragen

  • 1. Die allererste Frage „Ist die Cloud-Lösung tatsächlich hybrid?“ erscheint nur auf den ersten Blick trivial. Doch macht es keinen Sinn, wenn zwei Parallelwelten nebeneinander existieren: das firmeneigene Rechenzentrum und das Datacenter des Cloud-Service-Providers (CSP). Beide IT-Infrastrukturen müssen vielmehr in sinnvoller Weise zusammenarbeiten. Das lässt sich beispielsweise im Bereich Datenspeicherung mit einem Storage-System umsetzen, das Daten dynamisch mit einer Cloud-Umgebung abgleicht. Daten, auf die Nutzer häufig zugreifen, verbleiben in diesem Fall auf einem schnellen Speichersystem, etwa einem SSD-Speicher, im Firmenrechenzentrum, andere Informationen werden auf ein Cloud-Storage-System ausgelegt. Entsprechende Lösungen bieten Hersteller an wie Avere Systems, Ctera, Datacore, EMC, Microsoft, Nasuni und Panzura.
  • 2. „Ist die Hybrid Cloud nur eine Plattform für den Austausch und von Dateien?“, dann sind „File-Share-and-Sync“-Services (FSS) wie Teamdrive, Dropbox oder SugarSync keine Hybrid Clouds. FSS-Services können Unternehmen gute Dienste leisten, aber nicht dann, wenn sie nur firmeninterne Daten auf einer Cloud-Plattform duplizieren. Diese mehrfache Datenhaltung kann zu einer Fragmentierung der Datenbestände führen – und letztlich zu Datenverlusten.
  • 3. Wenn Unternehmen Daten auf Speichersystemen eines Cloud-Service-Providers lagern, bringt das Risiken mit sich. Die Frage lautet hier also: „Ist die Infrastruktur sicher und garantiert sie den Schutz von eigenen Daten?“ So speichern viele CSPs Backups der Daten von Kunden nur 30 Tage lang. Eine Hybrid Cloud schafft insofern Abhilfe, weil der Nutzer Sicherungen der Daten im eigenen Rechenzentrum speichern kann. Zudem gibt es auf Backup spezialisierte Cloud-Dienste, etwa Asigar und Backupify.
  • 4. Doch „wem ‚gehört‘ die Hybrid Cloud?“ – Diese Frage wird dann wichtig, wenn ein Cloud-Service-Provider bankrottgeht oder gehackt wird. Dann stellt sich beispielsweise die Frage, wie Kunden ihre Daten zurückbekommen oder wer für Datenverluste haftet. Deshalb bieten Hersteller wie NetApp spezielle Lösungen an. Bei NetApp Private Storage platziert ein Unternehmen ein eigenes Storage-System in einem Colocation-Rechenzentrum in der Nähe des Datacenters des Cloud-Service-Providers. Dieses Speichersystem wird mit den Storage-Ressourcen des CSP gekoppelt. Damit behält ein Unternehmen die Kontrolle über wichtige Daten.
  • 5. Aus aktuellem Anlass müssen Anwender auch fragen: „Wo befindet sich das Cloud-Datacenter?“ Zwar muss sich ein Cloud-Datacenter, dem Firmen aus der EU personenbezogene Daten anvertrauen, in einem Mitgliedsland der Europäischen Union befinden, so die Gesetzeslage. Eigentlich auch kein Problem, da Amazon, Google oder Microsoft in Europa Cloud-Rechenzentren unterhalten. Der Haken dabei: Service-Provider mit Firmensitz in den USA unterliegen den Gesetzen ihres Heimatlandes. Das heißt, sie müssen gegebenenfalls Daten ihrer Kunden an die dortigen Behörden herausgeben. Lokale und regionale CSPs mit Sitz in Deutschland oder anderen EU-Ländern haben dieses Problem nicht.
  • 6. Zuletzt sollten sich Unternehmen auch darüber Gedanken machen, wenn die Geschäftsbeziehung einmal enden soll. „Wie lassen sich Workloads bei Ende eines Vertrags mit einem Provider zurückholen oder migrieren?“, lautet hier die Frage. Lagert ein Unternehmen zentrale Anwendungen und Workloads an einen Cloud-Service-Provider aus, ist es oft schwierig, diese wieder in das eigene Rechenzentrum zurückzuholen oder zu einem anderen Provider zu transferieren. Ein Grund ist die Inkompatibilität der Cloud-Plattformen. Die Open Data Center Alliance will diesen Hemmschuh beseitigen. Eine weitere Option ist der Einsatz von Container-Technologien wie Docker.

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