Progress stellt eine Studie und die „DigitalFactory“ vor

Digitale Transformation schafft neue Ordnung

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter * / Florian Karlstetter

Unternehmer sind sich bewusst, dass es Zeit zum Digitalisieren ist – oder unterzugehen. So eine zentrale Aussage der von Progress vorgestellten Loudhouse-Studie.
Unternehmer sind sich bewusst, dass es Zeit zum Digitalisieren ist – oder unterzugehen. So eine zentrale Aussage der von Progress vorgestellten Loudhouse-Studie. (Bild: Progress)

Der Begriff der digitalen Transformation ist derzeit in aller Munde, eine einheitliche Definition fehlt aber. Meist wird damit die Optimierung der „customer experience“ beschrieben, also das, was früher „der Kunde ist König“ genannt wurde. Doch im Kern ist digitale Transformation weit mehr.

Die wohl umfangreichste Studie zum Thema digitale Transformation hat im vergangenen Jahr Roland Berger Strategy Consultants vorgelegt, die vom BDI beauftragt wurden. Dort findet man zwar auch keine griffige Definition - gesprochen wird von „dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken“ statt herkömmlicher starrer Wertschöpfungsketten – dafür aber eine Einschätzung über die Auswirkungen: „Gelingt es, die Möglichkeiten vernetzter, effizienterer Produktion und neuer Geschäftsmodelle zu nutzen, könnte Europa bis 2025 einen Zuwachs von 1,25 Billionen Euro an Bruttowertschöpfung erzielen.“ Im anderen Fall, so die Berger-Analysten, stehen in den nächsten Jahren europaweit 605 Milliarden Euro auf dem Spiel.

Progress stellt DigitalFactory vor

Die Progress Software Corp. bietet Werkzeuge und Komplettlösungen für das neue digitale Wirtschaften an. Gerade stellte sie die „DigitalFactory“ vor. Damit soll – Cloud-basierend – das Nebeneinander von IT, Entwicklung, Marketing und Bereitstellung verschwinden und „eine ganzheitliche und erweiterbare Lösung für kanalübergreifende digitale Erlebnisse“ geboten werden. Zudem wurde eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt auch veröffentlicht wurden.

Weltweit wurden über 700 Führungskräfte zum digitalen Wandel befragt. Fast alle (weltweit 96 Prozent, in Deutschland sogar 98 Prozent) glauben, dass Digitalisierung wichtig oder sogar geschäftskritisch ist. Allerdings befürchten 62 Prozent aller Befragten, dass ihr Unternehmen die Digitalisierung nicht ernst genug nimmt. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) sind der Meinung, dass innerhalb eines Jahres dabei signifikante Fortschritte zu erreichen sind – andernfalls drohen finanzielle Einbußen oder Wettbewerbsnachteile. 59 % der weltweit und 56 Prozent der deutschen Befragten befürchten sogar, dass es für ihr Unternehmen bereits zu spät sein könnte. Eile tut also Not, so die Message.

Roundtable mit radikalen Ansichten

Im Rahmen der Vorstellung der DigitalFactory organisierte Mark Armstrong, Vicepresident und Managing Director EMEA bei Progress, einen Roundtable zu diesem Thema. Es diskutierten die PAC-Analystin Nicole Dufft, Jan Bechler, Chief Digital Officer der Kreativagentur thjnk sowie der Progress-Manager Olf Jännsch.

Einig waren sich die drei, dass digitale Transformation mehr ist als bloße Technik, wobei es ohne IT auch nicht geht: „IT ist die Basis“, sagt Bechler. Für PAC-Analystin Dufft geht es „im Endeffekt um mehr Kollaboration und eine Änderung der Value-Chain“ und Progress-Manager Jännsch glaubt, dass der Mittelstand und Großunternehmen die digitale Transformation dazu nutzen sollten, um kreativer zu werden. Denn es lauert Gefahr besonders von Startups, denen Bechler gute Chancen einräumt, den Markt aufzumischen.

Die Verbesserung des Kauferlebnisses für die Kunden steht dabei am Ausgangspunkt der Überlegungen, das zeigte auch die Umfrage: Für 61 Prozent der weltweit Befragten (56 Prozent in der BRD) hat sie die Top-Priorität in den kommenden zwölf Monaten. Denn die Kunden entscheiden, welchen Informations- und Absatzkanal sie nutzen wollen. Auf jeden Fall müssen in Zukunft IT und Marketing im Unternehmen besser verzahnt werden – auch was die Budgets angeht. PAC-Analystin Dufft schlägt vor, die IT-Abteilung gleich ganz aufzulösen, die Mannschaft auf die Business-Abteilungen zu verteilen und überall im Unternehmen gemischte Teams zu etablieren. Denn derzeit ändert sich für viele Unternehmen das Geschäftsmodell: Was früher ein B-to-B-Geschäft war, wird heute dank Internet zum B-to-C-Business. Und auch die Struktur der Lieferanten ändert sich in Richtung Outsourcing und Partnerschaften.

Digitale Transformation, das ist klar, ist Chefsache. Der CEO muss den Wandel einleiten, der CTO und seine Mannschaft müssen den Geschäftszweck befördern, was allerdings auch keine neue Forderung ist. Aber: IT-Kenntnisse brauchen in Zukunft alle Mitarbeiter in allen Berufen, denn digitale Transformation beinhaltet auch Industrie 4.0 und das Internet of Things.

Fazit

Zum Abschluss der Diskussionsrunde gaben die drei Experten noch jeweils einen Ratschlag für die Umsetzung der digitalen Transformation. Jan Bechler: „Keine Angst vor Fehlern. Firmen sollten die guten Zeiten nutzen um sich anzupassen – invest now!“ Ähnliches schreibt Progress-Manager Jännsch den Unternehmen ins Stammbuch: „Seid mutiger!“ PAC-Analystin Dufft schließlich macht Mut: „Das Wichtigste sind nicht Technologien sondern Erfindungen – und das kann nur der Mensch.“

* *Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und systemischer Coach in München.

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