Vorzeigeinitiativen zum Workspace 2020

Die Technik für den Arbeitsplatz der Zukunft

| Autor: Katrin Hofmann, Florian Karlstetter

Vom heimischen Sofa aus an einer Besprechung teilnehmen: Das ist nicht mehr völlig unüblich.
Vom heimischen Sofa aus an einer Besprechung teilnehmen: Das ist nicht mehr völlig unüblich. (Bild: Andrey-Popov_Fotolia.com)

Home Office, mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeitmodelle: Immer mehr Unternehmen ermöglichen ihren Angestellten die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die IT muss dafür einigen grundsätzlichen Kriterien genügen, denn nur so können die anvisierten Ziele erreicht werden.

Nicht nur Bosch oder Daimler gelten als Vorzeigebetriebe für flexible Arbeitszeitmodelle. Immer mehr Firmen organisieren dank moderner Endgeräte und Verfügbarkeit von Cloud-Services ihre Arbeitsplätze neu. Dass der Weg zum mobilen und flexiblen Büro geht, unterstreicht beispielsweise auch eine Studie über den Arbeitsplatz im 21. Jahrhundert. Crisp Research führte im Auftrag von Citrix im Mai 2015 eine Umfrage in der DACH-Region unter IT- und Business-Entscheidern durch. Rund 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass das klassische Büro über kurz oder lang verdrängt wird und der feste Arbeitsplatz ausstirbt. Nur mit flexiblen Arbeitsmodellen, so die Studie, könnten Unternehmen auch für junge, hoch qualifizierte Fachkräfte als Arbeitgeber attraktiv bleiben (mehr über die Studie hier).

Mobile Endgeräte und Cloud-Services schaffen den Arbeitsplatz der Zukunft

The Adaptive Workplace – Arbeiten im 21. Jahrhundert

Mobile Endgeräte und Cloud-Services schaffen den Arbeitsplatz der Zukunft

24.07.15 - Flexible Arbeitsformen bekommen durch mobile Endgeräte und Cloud Services immer mehr Aufwind. Wie Entscheider diesen Trend sehen, zeigt eine Studie von Crisp Resarch im Auftrag von Citrix. lesen

Was Daimler antreibt

Ein Ziel, das beispielsweise auch die KFZ-Branche verfolgt, wie der Betriebsratsvorsitzende der Daimler-Zentrale Jörg Spies erläutert: „Um seine Arbeit zu erledigen, muss man heute nicht täglich vor Ort sein. Wenn Daimler auch noch in zehn Jahren ein attraktiver Arbeitgeber sein will, muss faires, mobiles Arbeiten jetzt geregelt werden, um den Wettlauf um die fähigsten Köpfe zu gewinnen.“ Die Arbeitnehmervertreter des Auto-Herstellers haben der IG Metall zufolge ihre Beschäftigten jüngst nach ihren Bedürfnissen befragt und arbeiten an einer entsprechenden Vereinbarung. Dass es nicht in erster Linie um mehr Freizeit gehen muss, sondern möglicherweise letztlich das Firmenergebnis positiv beeinflusst werden kann, darauf hofft der Konzern. „Es geht um eine clevere Verteilung von Arbeitszeit, um so individuelle Freiräume zu gewinnen und bessere Ergebnisse zu erreichen“, so Spies.

Erfahrungen von Bosch

Dass die Umstellung auf den mobilen Arbeitsplatz nicht für jeden geeignet ist, hat Alfred Löckle, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Bosch, erlebt: „Manche Mitarbeiter mussten entdecken, dass der betriebliche Arbeitsplatz der bessere ist.“ Denn mobile Arbeit erfordere eine hohe Eigenverantwortung und Disziplin. Wenn die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem zunehmend verblassen, müsse der Mitarbeiter umso aufmerksamer sein, dass er sich nicht überfordert und Ruhezeiten einhält.

Das Industrieunternehmen regelt seit 2014 die mobile Arbeit. Das Fazit nach den ersten Monaten mit Betriebsvereinbarung fällt aber durchaus auch positiv aus: „Privatleben und Beruf lassen sich beim mobilen Arbeiten oftmals besser vereinbaren", berichtet Löckle.

Hinzu kommt, dass Arbeitnehmer teilweise von zu Hause aus tätig sein wollen: laut IG Metall jeder zweite im Nichtproduktionsbereich Angestellte. Um dies zu ermöglichen, muss die Technik den Anforderungen des jeweiligen Angestellten gerecht werden und so konfiguriert werden, dass sie von diesem auch (gerne) genutzt wird. Der Technik-Anbieter und Collaboration-Spezialist Polycom hat bei Sir Cary Cooper, Professor für Organisationspsychologie und Gesundheit an der Manchester Business School, nachgefragt.

Anforderungen an die Technik

Laut Sir Cary Cooper sind Flexibilität, Autonomie und Bedienungsfreundlichkeit die drei Hauptkriterien, die Technologien für den Arbeitsplatz der Zukunft erfüllen müssen. Wenn IT-Verantwortliche diese berücksichtigen, können sie laut Polycom „die Nutzerakzeptanz deutlich erhöhen, das Potenzial der Lösungen voll ausschöpfen und so schneller den Return on Investment erreichen“.

Bedienungsfreundlichkeit

Technologien wie Video Collaboration waren „früher oft auf fixe Meetingräume beschränkt, kompliziert in der Handhabung und teilweise von schlechter Qualität. Das ist längst Vergangenheit“, meint Polycom. Videomeetings könnten schnell und selbsterklärend von jedem Gerät aus gestartet werden – mithilfe neuer Anwendungen einfach per Klick auf einen Kontakt aus dem Adressbuch. Eingebaute Automatismen erleichterten zudem die Durchführung. Beispielsweise können mittlerweile unerwünschte Hintergrundgeräusche unterdrückt werden, Teilnehmer im Raum erfasst und Bildausschnitte automatisch daran angepasst werden. Zudem bestünden einzelne UCC-Lösungen wie Video nicht mehr als Insel: Die Integration in die gesamte UCC-Umgebung ist laut Polycom entscheidend. Zusätzliche Möglichkeiten wie integriertes Content Sharing über alle „Welten“ hinweg steigerten den Mehrwert.

Flexibilität als wichtiger Faktor bei der Wahl des Arbeitgebers

Für 92 Prozent der Generation Y (zwischen 1971 und 1997 Geborene) sei Flexibilität sehr wichtig bei der Wahl einer Arbeitsstelle. Dabei geht es nicht nur darum, wann man arbeitet, sondern auch wo und wie. Sir Cary Cooper sagt: „Technologie macht die Flexibilität am Arbeitsplatz erst möglich.“ Nur mit Hilfe von Video-Collaboration könnten Arbeitnehmer sich von überall her und jederzeit mit ihren Kollegen verbinden, gemeinsam an Projekten arbeiten und dabei gleichzeitig ihr Privatleben einfacher mit dem Beruf verbinden.

Mehr Kontrolle und Wahlfreiheit für Mitarbeiter

Mitarbeiter erwarten laut Polycom mehr und mehr Kontrolle und Wahlfreiheit darüber, wie und mit welchen Geräten und Technologien sie arbeiten, um wirklich produktiv sein zu können. Die Arbeit mit eigenen, vertrauten Geräten stehe dabei hoch im Kurs. Viele Unternehmen kämen dem Wunsch nach mehr Autonomie entgegen: 54 Prozent der Unternehmen weltweit ermöglichten bereits „Bring your own Device“. Wichtig sei auch die Verfügbarkeit von Technologien wie des Videos auf Desktops und mobilen Geräten, damit Mitarbeiter jederzeit Zugriff haben. Polycom verweist auf eine Studie, in der ein Drittel der Befragten angaben, dass ein besserer Zugang zu Videolösungen, beispielsweise auf mobilen Geräten, die Nutzung von Technologien für den Arbeitsplatz der Zukunft erhöhen würde.

Workspace 2020 - Treffen Sie Experten vor Ort

Fachkongress zu Cloud Computing und Virtualisierung der Vogel IT-Akademie.
Fachkongress zu Cloud Computing und Virtualisierung der Vogel IT-Akademie. (Bild: VIT)

Wie der Arbeitsplatz im Jahr 2020 aussehen kann und welche Anforderungen dafür erfüllt sein müssen, erfahren Sie auch auf der diesjährigen „CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference“ der Vogel IT-Akademie, die ab dem 15.9.2015 in vier deutschen Großstädten stattfindet (Details und Anmeldung siehe Kasten).

Ergänzendes zum Thema
 
CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2015

Der Arbeitsplatz der Zukunft: Matthias Wessner, Principal Architect bei Login Consultants gibt einen Ausblick auf den Workspace 2020.
Der Arbeitsplatz der Zukunft: Matthias Wessner, Principal Architect bei Login Consultants gibt einen Ausblick auf den Workspace 2020. (Bild: Login Consultants)

Dort erläutert unter anderem Matthias Wessner, Principal Architect bei Login Consultants in einem Vortrag sowohl die technischen Aspekte als auch die Veränderung des Arbeitslebens für die Mitarbeiter basierend auf den Generationen und deren Anforderungen an die Arbeitsmittel.

So wird sich vor allem auf der technischen Seite sehr viel verändern - durch neue Finanzierungsmöglichkeiten wie Kickstarter können neue Entwicklungen noch einfacher entstehen. Der gesamte Bereich „Augmented und Virtual Reality“ wird zunehmend auch im Arbeitsleben Einzug halten. Grundsätzlich geht der Experte davon aus, dass sich die Geschwindigkeit drastisch erhöhen wird, mit denen Unternehmen technische Neuerungen einführen müssen.

Dies betrifft auch das Thema Sicherheit: so sind Unternehmen gefordert, ein durchgängiges Identity und Access Management einzuführen, um so externe Cloud-Dienste schneller und effizient anbinden zu können. Die externen Dienste sind notwendig, um mit der hohen Geschwindigkeit standhalten zu können.

Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich auf der „CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference“ vor Ort mit Experten rund um aktuelle Trends wie den Arbeitsplatz der Zukunft auszutauschen (noch stehen einige VIP-Tickets zur kostenlosen Teilnahme zur Verfügung: Bewerbung hier).

In diesem Jahr geht es außerdem um die Fragen, welches Cloud-Konzept den Anforderungen in den Unternehmen Stand hält und wie neue Trends wie Cloud-Marktplätze, DevOps und OpenStack die Cloud-Strategie der Kunden beeinflussen werden.

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