Cloudbasierte HR-Lösungen „made in Munich“ auf ProfitBricks-Basis

Deutscher Cloud-Service setzt im HR-Software-Markt neue Akzente

| Redakteur: Florian Karlstetter

Personio ist ein junges Softwareunternehmen aus München und setzt auf cloudbasierte HR-Lösungen „made in Munich“ auf Basis des IaaS-Spezialisten ProfitBricks (im Bild: Das Gründerteam von Personio).
Personio ist ein junges Softwareunternehmen aus München und setzt auf cloudbasierte HR-Lösungen „made in Munich“ auf Basis des IaaS-Spezialisten ProfitBricks (im Bild: Das Gründerteam von Personio). (Bild: Personio)

Im HR-Software-Bereich sind auf KMU zugeschnittene Lösungen Mangelware. Ein deutsches Unternehmen hat die Marktlücke erkannt und mit Personio eine auf KMU ausgerichtete und cloudbasierte HR-Lösung auf den Markt gebracht. Neben der Konzeption als Cloud-Service will Personio vor allem mit seinem ganzheitlichen Ansatz und der Strahlkraft des Labels „Made in Germany“ überzeugen.

Für Personaler in kleinen und mittelständischen Unternehmen gehört das mühsame Ausfüllen von Excel-Sheets immer noch zum Arbeitsalltag. Im Gegensatz zu Großunternehmen, die auf teure Lösungen wie SAP setzen können, stehen im KMU-Größensegment meistens keine Ressourcen für effektive Excel-Alternativen zur Verfügung. 2014 hat sich darum ein Münchner Team von vier Gleichgesinnten aufgemacht, eine auf KMU ausgerichtete und cloudbasierte All-in-One-Lösung für HR Management und Recruiting zu entwickeln. Ein Jahr später kam Personio auf dem Markt.

Personio entstand aus ganz pragmatischen Überlegungen. „Einer unserer Mitgründer war seinerzeit CTO in einem mittelständischen Unternehmen und dort war er unter anderem für die Arbeitszeitenverwaltung von 30 bis 40 Mitarbeitern verantwortlich“, erzählt Julian Schulz, Marketing & Growth Manager bei Personio. „Er war auf der Suche nach einem HR-Tool, welches alles aus einer Hand bot und sich trotzdem für ein mittelständisches Unternehmen eignete. Es konnte schlicht nicht sein, dass noch Excel-Sheets manuell abgeglichen werden mussten. So entstand Personio – ausgerichtet an ganz konkreten praktischen Bedürfnissen.“

Der ganzheitliche Ansatz ist gerade im HR-Bereich wichtig

Laut Julian Schulz gibt es für KMU zurzeit kaum eine andere Lösung, die eine größere Bandbreite an HR-Management und Recruitment-Toolboxen in sich vereint als Personio: von On- und Offboarding-Prozessen und der Lohnbuchhaltung bis zum Multiposting auf Karriereportalen und der Kommunikation mit Bewerbern. Warum ein ganzheitlicher Ansatz ein wichtiges Kriterium für HR-Software darstellt, erklärt er wie folgt: „Im HR-Bereich ist es sehr vorteilhaft, für die Report-Erstellung alle Mitarbeiter-Datenstämme in einer zentralisierten Plattform zur Hand zu haben, ohne umständlich mit einem Stack an spezialisierten Tools hantieren zu müssen. Das spart zum einen Zeit und stellt zum anderen die Datenkonsistenz sicher.”

Die Software bleibt dennoch stark individualisierbar: „Auch wenn es eine ganzheitliche Lösung ist, lässt sich Personio durch eine Vielzahl an integrierten Einstellungsmöglichkeiten und einem flexiblen Zugriffsrechtesystem problemlos an die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens anpassen. Zudem ist der Export von Daten für die Verwendung in anderen Tools ausgesprochen unkompliziert.” Darüber hinaus bietet Personio eine weitere Besonderheit: Jeder Mitarbeiter, egal ob im HR-Bereich tätig oder nicht, bekommt einen persönlichen Account, durch den er sich an HR-Prozessen wie Recruiting beteiligen kann. Dadurch sollen nicht zuletzt die Arbeitsatmosphäre verbessert und die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen gestärkt werden.

Die Cloud: Vorteil für Kunde und Dienstleister

Eine HR-Software mit einem großen Funktionsumfang ist die eine Sache. Flexibilität und Kosteneffizienz sind aber mindestens ebenso wichtig für mittelständische Unternehmen. Personio entschloss sich deshalb schon während des Entwicklungsprozesses, die Software konsequent als Cloud-Lösung zu konzipieren. Als Software as a Service bringt die Lösung deshalb nun die typischen Vorteile des Cloud Computings mit sich: So ist für die Nutzung keine Anschaffung von spezifischer Hardware oder Software erforderlich – eine abgesicherte Internetverbindung und ein internetfähiges Gerät mit einem Webbrowser genügen. Um die Installation, Updateprozesse und Verfügbarkeit braucht sich der Anwender nicht zu kümmern.

Die Cloud als Delivery-Modell hat auch für Personio als Anbieter Vorteile. So kann das Unternehmen seinen Kunden flexible und skalierbare Preis- und Geschäftsmodelle anzubieten. Kleinere Unternehmen, die beispielsweise weniger Accounts oder einen geringeren Funktionsumfang benötigen, zahlen auch weniger. Ebenso ist es möglich, zwischen den verschiedenen HR-Paketen zu wechseln: Ein wachsendes Unternehmen mit steigenden Anforderungen und Ansprüchen an das Personalwesen kann mit wenigen Mausklicks vom Grundmodell „Essential“ auf das umfangreichere „Professional“-Paket umsteigen. Genauso unkompliziert ist, die gebuchten Ressourcen bei Bedarf zurückzufahren.

„Damit wir unseren Kunden Personio als Cloud-Service anbieten können, waren wir auf der Suche nach einem Infrastruktur-Anbieter, der die Flexibilität abbilden kann, die wir unseren Kunden bieten wollen“, erzählt Julian Schulz. Ein eigenes Rechenzentrum kam aus Kostengründen nicht in Frage. „Wir hätten zu viele Infrastruktur-Ressourcen vorhalten müssen, um flexibel genug auf die Kundenbedarfe reagieren zu können.“ Als passenden Infrastruktur-Partner wählte Personio ProfitBricks, einen Infrastructure-as-a-Service-Spezialisten aus Berlin. „Für ProfitBricks sprachen mehrere Gründe“, so Julian Schulz. „Jedes virtuelle Rechenzentrum für jeden unseren Kunden lässt sich bedarfsgerecht einrichten und wird minutengenau nach Verbrauch abgerechnet. Die Infrastruktur ist extrem schnell skalierbar und hochverfügbar. Und natürlich spielte der Deutschland-Faktor eine entscheidende Rolle.“

„Made in Germany“ ist bei Cloud-Services ein wichtiger Kaufgrund

Was Julian Schulz als „Deutschlandfaktor“ bezeichnet, hat etwas mit dem Wunsch der Personio-Kunden zu tun, ihre sensiblen Daten in sicheren Händen zu wissen. Gerade im HR-Umfeld, wo es um Mitarbeiter-Daten und Gehaltsinformationen geht, steht das Thema Datenschutz an erster Stelle. „Viele unserer Kunden wechselten von einem amerikanischen Konkurrenten zu uns, und zwar vor allem, weil das Hosting von Daten bei einem Dienstleister dort nach wie vor in einer rechtlichen Grauzone stattfindet.“ Um rechtlich abgesichert zu sein und den strengen deutschen Datenschutzregeln zu unterliegen, genügt es jedoch nicht, dass Personio ein deutsches Unternehmen ist. Auch der Cloud-Dienstleister muss seinen Geschäftssitz und die Rechenzentren hierzulande betreiben.

„Die Skepsis gegenüber der Cloud ist bei vielen Mittelständlern längst gewichen“, fasst Julian Schulz die heutige Marktsituation zusammen. „Vor einigen Jahren noch waren viele Unternehmen nicht bereit, ihre sensiblen Daten in fremde Hände zu geben. Doch die Cloud-Service-Angebote sind heute deutlich ausgereifter. Und so sicher – sowohl im physischen als auch im Datenschutzsinne – wie ein Infrastruktur-Spezialist sein Rechenzentrum aufbauen kann, schafft dies kein mittelständisches Unternehmen zu einem vertretbaren Preis.“ Ein eigenes Rechenzentrum ist zudem kaum flexibel. Genau das ist es aber schließlich, was KMU benötigen: flexibel anpassbare Software-Tools auf ebensolcher Infrastruktur.

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