Statt beim API-Management individuelle Skripte für jede Verbindung zu schreiben, entwickelte die becon GmbH mit dem Open-Source-Projekt „OpenCelium“ einen API-Hub. Dieser Beitrag zeigt, wie der OpenCelium Connection Wizard die Arbeit von IT-Administratoren und Entwicklern erleichtert.
Der OpenCelium Connection Wizard führt Schritt für Schritt durch das Schnittstellen-Mapping zwischen Quell- und Zielsystem.
(Bild: becon GmbH)
IT-Administratoren und Entwickler stehen vor der Aufgabe, das Zusammenspiel hochgradig verteilter Systeme in Rechenzentren und/oder Cloud im laufenden Betrieb weiterzuentwickeln und kontinuierlich aktuellen Geschäftsanforderungen anzupassen. Sie müssen über all die unterschiedlichen Komponenten zwischen Backend und Frontend, über Web- und IT-Services hinweg einen reibungslosen IT-Betrieb sicherstellen.
Eine zentrale Aufgabe ist dabei die Konfiguration, Verwaltung und Synchronisation programmierbarer Schnittstellen (APIs) zwischen den verschiedenen Komponenten im Gesamtsystem. Manche Systeme verfügen zwar schon über vorbereitete Interfaces zueinander, viele aber auch nicht. Es gehört daher zum Arbeitsalltag von IT-Administratoren und Entwicklern, Scripts oder Plugins selbst zu schreiben, um gewünschte Systeme und Services ihrer IT-Landschaft miteinander zu verbinden.
Allerdings: Je mehr Veränderungen und Updates in den angeschlossenen Systemen vorgenommen werden, desto häufiger müssen auch Schnittstellen-Scripts wieder bearbeitet und angepasst werden. Das sorgt regelmäßig für viel manuelle Routinearbeit. Darüber hinaus müssen Unternehmen oft befürchten, dass ihr Know-how über die API-Konfiguration ihrer Systeme gemeinsam mit den Mitarbeitenden verschwindet, sobald sie gehen, weil es keine ausreichende Dokumentation gibt.
Zentraler API-Hub OpenCelium
Statt für neue Systemverbindungen immer wieder neue Scripts zu schreiben oder sie bei Updates manuell zu aktualisieren, entschloss sich die becon GmbH 2016 im Rahmen eines Open-Source-Projektes einen API-Hub zu entwickeln, der auf einfache Art Applikationen für IT-Betrieb und IT-Service-Management miteinander verbindet, damit sie nahtlos kommunizieren und Daten einfach untereinander austauschen können.
Das quelloffene, webbasierte Tool erhielt den Namen OpenCelium – angelehnt an das Mycelien-Geflecht der Pilze im Waldboden, welches Bäume, Sträucher und andere Pflanzen als eine Art Netzwerk für den Austausch von Informationen und die Warnung vor Bedrohungen nutzen. Der Source Code von OpenCelium wird in einem Git in Bitbucket gemanagt.
Das grafische Frontend wurde mit ReactJS geschrieben und bietet Drag-and-Drop-Funktionen für Integration und Daten-Mapping. OpenCelium ist API-driven und unterstützt generisch REST, d.h. alle RESTful-API-Schnittstellen können nahtlos angedockt werden. Für die OpenCelium-Community stehen verschiedene Dokumentationen und drei Slack-Channels für die Kommunikation bereit.
Mit OpenCelium in zentraler Position lassen sich API-Schnittstellen systematisch und automatisiert konfigurieren, verwalten und synchronisieren: End-to-End, ohne Code, per Connection-Wizard, der den Nutzer mit unterstützenden Dialogfeldern systematisch Schritt für Schritt durch das Schnittstellen-Mapping zwischen einem Quell- und einem Zielsystem führt.
Damit die Wizard-gestützte Erstellung einer Connection möglich ist, braucht es das Know-how über mögliche API-Operationen des Quellsystems auf der einen und des Zielsystems auf der anderen Seite. Dieses Wissen liefern die OpenCelium-Konnektoren, die von becon schon für eine Vielzahl von Systemen auf Basis ihrer API-Dokumentationen entwickelt worden sind.
Da die Entwicklung der Konnektoren für manche kommerzielle Applikationen sehr aufwändig war, sind manche kostenfrei und andere innerhalb einer jährlichen Subskription nutzbar. Bisher stehen Konnektoren für folgende Applikationen zur Verfügung:
Mit Subkription: Aruba Clearpass, Azure, Checkmk, CSV2api, DB2api, Docusnap, i-doit, IGEL, Infoblox, Microsoft SQL Server - Reporting Services, PRTG Network Monitor, SAP Solution Manager – Service Desk, Sensu, TOPdesk, VMware
Wer OpenCelium nutzen möchte, kann weitere API-Konnektoren für gewünschte Applikationen ergänzen und das verfügbare Angebot für alle in der OpenCelium-Community erweitern.
Eine Connection erstellen – so einfach geht’s
Über das Menü von OpenCelium lassen sich Einstellungen definieren für: User, Groups, Connectors, Connections, Scheduler und Admin. Die Startseite zeigt den Scheduler mit den per Cronjob geplanten Ausführungen sowie ein Fenster mit aktuell laufenden Jobs.
Die Verbindung zweier Applikationen wird unter dem Menüpunkt CONNECTIONS erstellt. Dort führt der Connection-Wizard den Nutzer Schritt für Schritt:
Stand: 08.12.2025
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1. NAME für die Verbindung eingeben.
2. QUELLSYSTEM aus der Liste der angeschlossenen Konnektoren auswählen. Es öffnet sich auf der linken Seite ein Dialogmenü, über das auf Basis der im Konnektor hinterlegten Operationen die API-Schnittstelle für das Mapping konfiguriert werden kann.
3. ZIELSYSTEM aus der Liste der angeschlossenen Konnektoren auswählen. Es öffnet sich auf der rechten Seite ein Dialogfeld, über das auf Basis der im Konnektor hinterlegten Operationen die API-Schnittstelle für das Mapping konfiguriert werden kann.
4. Unten werden unter „Mapping fields“ die erstellten Beziehungen grafisch dargestellt.
5. Mit ADD wird die Verbindung erstellt und gespeichert.
Die Ausführung und Synchronisierung der Verbindungen kann entweder aus definierten Events im Quell- oder Zielsystem angestoßen werden, über den Scheduler per Cronjob oder auch über die Webhooks einer Connection.
API-Management – zentral, wizard-gestützt und automatisiert
Jakob Semere
(Bild: becon GmbH)
OpenCelium unterstützt so als zentrales System ein systematisches API-Management: Die API-Expertise für gewünschte Applikationen lässt sich in den Konnektoren abbilden und über OpenCelium von allen Teammitgliedern nutzen. Fehler werden durch den Wizard reduziert. Templates erlauben Wiederverwendung grundlegender Methoden. OpenCelium erleichtert so die Arbeit von IT-Administratoren und Entwicklern, automatisiert ihre Routineaufgaben und sorgt damit auf einfache Weise für reibungslose Zusammenarbeit verschiedenster IT-Lösungen.
* Jakob Semere ist Projektleiter OpenCelium bei der becon GmbH.