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Nicht nur bei Spielen sind Abonnements beliebt. Auch Business-Anwendungen werden verstärkt über Online-Abonnements vertrieben. Hier liegen die Vorteile auf der Hand: Die Nutzer können immer die aktuellste Software-Version verwenden und bezahlen nur für die Zeit, in der sie die Software auch wirklich benötigen. Diese so genannten Cloud-Services versprechen den Kunden eine deutlich höhere Flexibilität als das bisherige Modell der einmaligen Nutzerlizensierung.
Bekanntester Anbieter solcher Cloud-Dienste ist Microsoft. Wir alle nutzen Word, Excel und Powerpoint bei unserer täglichen Arbeit. Das Unternehmen brachte im Januar 2013 mit Office 365 die erste abo-pflichtige Office-Suite aus der Cloud auf den Markt. Sie startete im Januar 2013 und erreichte nach nur drei Monaten bereits eine Million zahlende Kunden. Zum Vergleich: Facebook benötigte zehn Monate, um auf eine Million kostenloser Accounts zu kommen. Im ersten Quartal 2014 lag die Anzahl der zahlenden Kunden schon bei 4,4 Millionen, der Umsatz mit Office 365 hat sich laut Microsoft verdoppelt. Auch, weil der Dienst die einzige Möglichkeit ist, die Office-Suite auf den weit verbreiteten mobilen Endgeräten von Apple zu nutzen.
Flexibilität und Kostenersparnis
Das Unternehmen verfolgt konsequent die Strategie, Business-Nutzer in die Abonnements zu bringen, denn für Microsoft ist das Abo-Modell klar die Zukunft. Aktuelle Stellenausschreibungen des Konzerns legen die Vermutung nahe, dass Microsoft auch ein Windows 365 plant – das erste Betriebssystem im Abonnement. Ein Team des Unternehmens arbeitet nach eigenen Angaben an der Möglichkeit, Windows-as-a-Service anbieten zu können. Erscheint ein solches Produkt tatsächlich bald auf dem Markt, kommt es zu einer Erosion in der gesamten Software-Branche. Das Betriebssystem Windows läuft weltweit in verschiedenen Versionen auf fast 90 Prozent aller PCs. Es ist sehr wahrscheinlich, dass bestehende Nutzer mit dem Erwerb neuer Computer in die dann verfügbare Abo-Version wechseln werden, die zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Denn der Kunde wird sich sein Betriebssystem passgenau selbst zusammenstellen können, mit Diensten auch von Drittanbietern. Durch die Möglichkeit zur späteren Anpassung des Systems erhält der Nutzer hohe Flexibilität bei der Verwendung seines Computers.
Gute Erfahrung mit diesem Modell macht auch der Softwarespezialist Adobe, der seine Creative Suite – dazu gehört beispielsweise das Programm Photoshop – seit 2013 ausschließlich per Abonnement aus der Cloud anbietet. Bereits zum Jahresende konnte das Unternehmen 1,4 Millionen Abonnenten seiner Creative Cloud zählen. Tatsächlich macht es gerade für freischaffende Kreative einen Unterschied, ob sie monatlich 12,29 EUR für ein Bildbearbeitungsprogramm zahlen oder eine Lizenz für einmalig 749,00 EUR erwerben müssen.
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