Cloud entstaubt klassische Vertriebsschiene

Abo-Modelle sind auf dem Vormarsch

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Der neue Stern am Himmel: Subscription Economy

Es ist davon auszugehen, dass mit der Digitalisierung immer mehr Geschäftsmodelle in die Cloud wandern werden. Wir erleben den Wandel von der PC-Ära zur Cloud-Ära. Nicht mehr der Besitz digitaler Güter und Medien ist für die Nutzung Voraussetzung, es genügt ein beschränkter Zugang über das Internet. Weil digitale Güter beliebig reproduzierbar sind und Verfügbarkeit keine Limitierung darstellt, gehen die Grenzkosten gegen Null. Das zeigt sich bei den Preisen für Software, die heute als Apps für Cent-Beträge zu haben sind oder gar kostenlos und werbefinanziert angeboten werden. Kostenpflichtig ist die Nutzung digitaler Services, nicht mehr das Trägermedium, das früher die entsprechenden Inhalte transportierte.

Für die Generation der um die Jahrtausendwende Geborenen, den so genannten Millenials oder der Generation Y, ist der Besitz virtueller Güter befremdlich. Sie ist mit dem Internet aufgewachsen und möchte deshalb Leistungen on-demand nutzen und einkaufen: Alles ist im Internet sofort und bei Bedarf zu haben.

Einfluss auf analoge Geschäftsfelder

Dies schlägt sich auch auf „analoge Geschäftsfelder“ nieder. Print wird zwar oft tot geredet, aber noch liegt die Gesamtauflage der Publikumszeitschriften in Deutschland oberhalb von 100 Millionen. Die Deutschen lesen nach wie vor gerne Magazine, die sie im Abonnement beziehen: Rund 45 Prozent beträgt der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage. Dieser Wert ist seit zwanzig Jahren stabil. Das Abonnement ist im Markt der Print-Medien nicht weg zu denken.

Mit der Digitalisierung ergeben sich jedoch neue Möglichkeiten. In einer Umfrage unter Führungskräften aus Zeitschriftenverlagen fragte das Institut für Demoskopie Allensbach nach zukünftigen Abo-Modellen im Print-Bereich. 20 Prozent der Befragten halten flexible Abos für Erfolg versprechend, 16 Prozent sehen die Kopplung von Print mit digitalen Angeboten wie E-Paper, Apps und Mehrwertdiensten als Zukunft des Zeitschriften-Abonnements.

Die Verleger bestätigen damit einen klaren Trend zur Flexibilisierung von Geschäftsmodellen hinsichtlich Distribution und Payment. Tim O’Reilly, selbst bekannter Verleger und Vordenker des modernen Internets, bestätigt die hohe Akzeptanz und Nachfrage nach Abo-Modellen: „Wer nicht nach Abo-Modellen sucht, ist töricht. Zum einen, weil Modelle mit wiederkehrenden Einnahmen großartig sind. Zum anderen, weil sich in vielen Bereichen zeigt, dass die Leute sich so etwas wünschen.“

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