Cloud entstaubt klassische Vertriebsschiene

Abo-Modelle sind auf dem Vormarsch

| Autor / Redakteur: Dr. Ricco Deutscher* / Elke Witmer-Goßner

Die neue Generation Y verzichtet auf den Besitz digitaler Güter. Sie wächst mit dem Internet als On-Demand-Marktplatz und flexiblen Abos auf.
Die neue Generation Y verzichtet auf den Besitz digitaler Güter. Sie wächst mit dem Internet als On-Demand-Marktplatz und flexiblen Abos auf. (Bild: © GIS - Fotolia)

Von Schokolade über Socken bis hin zu Rasierklingen ist heute alles Mögliche im Abonnement zu beziehen. Marktführer ist ganz klar der Etailer Amazon: Rund zehn Millionen Menschen nutzen dessen Service „Prime“ allein in den USA und 2017 könnten es laut den Analysten von Morningstar schon 25 Millionen sein.

Was Amazon Prime so erfolgreich macht: Die im Service enthaltenen Spar-Abos ermöglichen den günstigen Bezug von Lebensmitteln, Drogerie- und Haushaltsprodukten und vielem mehr bei voller Flexibilität des Verbrauchers: Er entscheidet frei über das Intervall der Zustellung und kann das Abo jederzeit kündigen oder verändern. Das Prime-Programm von Amazon beschränkt sich aber nicht nur auf materielle Waren, sondern erweitert das Abo-Modell auch auf digitale Güter. So können Prime-Kunden – auch in Deutschland – über die Plattform die neuesten Kinofilme und TV-Serien streamen.

Video-on-demand gewinnt immer mehr Freunde

Neben Amazon Prime sind die bekannten Anbieter Maxdome und Watchever. Letzterer ist ein Tochterunternehmen des französischen Medienkonzerns Vivendi und seit über einem Jahr auf dem deutschen Markt. Der Dienst für Subscription Video on Demand (SVOD) hatte zum Jahresende 2013 monatlich Neuregistrierungen im sechsstelligen Bereich, um Weihnachten herum waren es sogar 7.000 Neuregistrierungen pro Tag. Drei von vier Deutschen kennen die Marke Watchever.

Zwar lag laut den Analysten von Goldmedia der Umsatz der SVOD-Anbieter im Jahr 2013 bei lediglich 33 Millionen Euro. Doch Goldmedia prognostiziert eine Verdreifachung des gesamten Video-on-Demand-Volumens bis 2018. Es ist davon auszugehen, dass diese dynamische Entwicklung zu Gunsten von Abo-Modellen ausfallen wird. Dafür spricht auch der Marktstart des weltweit erfolgreichsten SVOD-Anbieters Netflix in Deutschland, der für die zweite Jahreshälfte 2014 erwartet wird. Der Dienst ist in den USA Marktführer. In 2013 wurden in den Staaten 71 Prozent aller Umsätze im Bereich Digital Video Transactions über SVOD-Angebote erzielt. 27 Prozent aller US-Haushalte mit Internet nutzen SVOD-Angebote. SVOD ist also alles andere als ein Nischenmarkt.

Gamer wissen Abo-Modelle zu schätzen

Im Gaming-Bereich sind Abo-Modelle schon lange etabliert. Gerade bei Titeln aus dem Bereich der MMPORPGs – der Massively Multiplayer Online Role-Playing Games –, in denen Tausende von Spielern gleichzeitig und gemeinsam die riesigen Spielwelten erkunden und Abenteuer bestehen, trifft Abo-Zahlung auf hohe Akzeptanz. So hatte World of Warcraft zu den besten Zeiten über 12 Millionen zahlende Kunden. Immer neue Erweiterungen und das Fortschreiben der Narrative fesseln die Spieler über Monate an die Bildschirme.

Das weiß auch Sony, Hersteller der Spielekonsole PlayStation. Zusammen mit der neuen Version PS4 wurde der abo-basierte Dienst PlayStation Plus im November 2013 auf den Markt gebracht. Seitdem hat sich die Konsole mehr als vier Millionen Mal verkauft. Die Hälfte der Käufer schloss ein Abonnement für PlayStation Plus ab, um Zugang zu exklusive Downloads und Inhalten zu erlangen.

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