Siemens Mobility automatisiert Projektmanagement mit Oracle

Abgesang aufs Auslesen und Abtippen

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Siemens Mobility implementiert ein Zugsicherungssystem auf dem norwegischen Eisenbahnnetz auch mit Hilfe cloud-basierter Datenbanktechnologie von Oracle.
Siemens Mobility implementiert ein Zugsicherungssystem auf dem norwegischen Eisenbahnnetz auch mit Hilfe cloud-basierter Datenbanktechnologie von Oracle. (Bild: Siemens)

Manuelle Abläufe wie das Abtippen und Vergleichen verschiedener Dokumente kosten Unternehmen nicht nur extrem viel Zeit und Aufwand, sie sind auch sehr fehleranfällig.

Daher sind die meisten Digitalisierungsvorhaben darauf ausgelegt, händische Aufgaben effizienter zu gestalten, die Datentransparenz zu erhöhen und die Entscheidungsfindung zu befeuern. Dieses Ziel verfolgt auch die Siemens Mobility GmbH. Der auf Signaltechnik für Schienenverkehr spezialisierte Siemens-Geschäftsbereich begann 2018 damit, Prozesse in Projekt- und Dokumentenmanagement mithilfe von Oracle zu automatisieren.

Zwei Großprojekte, die derzeit vom Siemens-Standort in Braunschweig aus gesteuert werden, sind die Modernisierung der Zugsicherungssysteme im belgischen und norwegischen Schienenverkehr. Die Umstellung auf Autonomous Cloud und Transaction Processing von Oracle unterstützt somit nicht nur die Projektverantwortlichen und Anwender im niedersächsischen Braunschweig, sondern indirekt auch Bahnreisende in Belgien und Norwegen.

Abhilfe durch Cloud und Dokumentenautomatisierungstools

Die vielen Informationen, die für diese europäischen Projekte benötigt werden, manuell zusammenzusuchen, stellte das Projektteam bei Siemens Mobility wegen des teilweise riesigen Aufwands vor eine große Herausforderung. Das Unternehmen wünschte daher effizientere Dokumentenmanagementprozesse durch eine verwaltungsfreie und kosteneffizientere Infrastruktur für die Projekte. Die Oracle Cloud mit der autonomen Datenbank und APEX als Service erfüllten diese Anforderung.

Das Projektteam rund um Datenbankexpertin Dr. Birthe Gebhardt hat sich für die Autonomous Transaction Processing (ATP)-Lösung von Oracle entschieden, um Excel-Dateien zu reduzieren, damit die Informationen in den Oracle Application Express (APEX)-Anwendungen jedem Projektanwender schneller zur Verfügung stehen. In Braunschweig verwenden heute verschiedene Bereiche Technologie von Oracle, darunter die Bereiche Mainline, Masstransit, Vertriebsorganisation Deutschland, R&D (Forschung und Entwicklung) sowie das Qualitätsmanagement, um Prozesse reibungslos von Excel in die Datenbank überführen zu können.

Digitalisierung von Signaltechnik und Projektmanagement

Zwei große Projekte, die das Siemens Mobility-Team in Braunschweig vorrangig mit Oracle-Technologie automatisiert, ist die Ausgestaltung des nationalen belgischen sowie norwegischen Schienenverkehrs mit moderner Signaltechnik von Siemens. Das Unternehmen stattet in Belgien mehr als 2.200 Schienenkilometer mit dem ETCS European Train Control System, Level 2, aus, und unterstützt so die Erneuerung des europäischen Schienenverkehrs.

Bane NOR, das staatliche Bahninfrastrukturunternehmen Norwegens, hat Siemens ebenfalls mit der Installation des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS im gesamten norwegischen Bahnnetz beauftragt. Die Inbetriebnahme aller Strecken, rund 4.200 Streckenkilometer und mehr als 350 Bahnhöfe, soll bis 2034 abgeschlossen sein. 2022 wird die Nordlandsbanen als erste digitalisierte Strecke den Betrieb aufnehmen. Der digitale Wandel verändert dabei nicht nur den Zugverkehr, sondern auch die Art und Weise, wie diese Vorhaben bei Siemens Mobility in die Tat umgesetzt werden.

„Bei diesen beiden Großprojekten müssen wir sehr, sehr viele Informationen abgreifen und konsolidieren, ein Vorgang, der ohne die ATP-Unterstützung von Oracle extrem aufwändig und papierlastig war“, berichtet Dr. Birthe Gebhardt, die das Transformationsprojekt verantwortet. Sie erläutert: „Zuvor konnte es durchaus vorkommen, dass ein Mitarbeiter vor drei Monitoren saß – links und rechts Applikationen wie Primavera und SAP und in der Mitte Excel – und dann die für ihn wichtigen Informationen auslas und in Excel eintippte. So konnte es mehrere Tage dauern, einen Planungsstatus manuell abzugleichen – ein viel zu zeitaufwändiges Unterfangen.“

Deutsches Rechenzentrum wichtig

Zu Beginn des Projektes bei Siemens Mobility 2018 ging es daher zunächst vorrangig darum, den Status der Dokumente in dem Projekt Belgien auf einen Blick sehen zu können, ohne dass ein Dokumentenmanager die benötigten Informationen manuell aus SAP ziehen und in Excel übertragen musste. Andere Lösungen wie MS Access waren für das Siemens-Team dabei keine Option, da ein Tool gesucht wurde, das mit größeren Datenmengen zurechtkommt. „Außerdem lässt sich der Umgang mit der APEX-Technologie schnell erlernen, da es sich um ein Rapid-Application-Tool handelt. Von Vorteil ist aber auch, dass sich die Rechenzentren der Oracle Cloud in Frankfurt befinden – das war für den sicheren Einsatz bei Siemens Mobility essenziell“, fügt Dr. Gebhardt hinzu.

Durch die Automatisierung, beziehungsweise Umstellung auf ATP, kann Siemens Mobility bei der Projektplanung wesentlich schneller und flexibler agieren. Mit einem Knopfdruck erhält der Anwender morgens alle für ihn relevanten Informationen, die er zuvor mühsam zusammensuchen musste. Diese Aufgabe übernimmt die ATP mit Schnittstellen zu den Quellsystemen SAP, Primavera und Sharepoint. Jedes Quellsystem beinhaltet Projektinformationen, so existieren neben SAP als Dokumentensystem, der Zeitplan in Primavera und die Kundenrückmeldungen auf dem Sharepoint.

Reibungslose Überführung in die Cloud-Datenbank

Die automatische Verknüpfung und Aktualisierung gestattet es Anwendern, sofort einzusehen, ob ein Dokument bearbeitet wird, wann es fertiggestellt sein muss und ob der Kunde sein Einverständnis gegeben hat. Da dies alles automatisch abläuft, kennt der Projektleiter alle wichtigen Abläufe und den Projektstatus nahezu in Echtzeit. Hinzukommen Informationen zu Produktlisten, Installationen und mehr. So lassen sich etwa Serialnummern einsehen, um nachzuverfolgen wo und wann ein Bauteil einer Signalanlage installiert wurde – transparent, verlässlich und übersichtlich zur Verfügung gestellt über die Oracle-Datenbank in der Cloud.

„Es ist gut, bei einem derartigen Vorhaben, das sich immer weiterentwickelt und bei dem immer neue Funktionen hinzukommen, auf einen erfahrenen Partner wie Oracle setzen zu können. APEX unterstützt uns hier stets schnell und problemlos skalierbar“, resümiert Gebhardt. Auch andere Abteilungen und Teams bei Siemens Mobility beschäftigen sich aufgrund der positiven Erfahrungen der Signaltechnik-Kollegen derzeit mit einer Ablösung der Excel-basierten Abläufe durch APEX. „ATP und APEX sind ein schönes Gespann“, so die Datenexpertin.

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