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Die Entwicklung von Rechenzentren Wo das Herz unseres digitalen Lebens schlägt

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Neben einem analogen Leben führen Menschen mittlerweile auch ein digitales Leben. Egal ob im Beruf oder in der Freizeit – das Internet spielt überall eine große Rolle. Die technische Basis für diese Entwicklungen bilden Rechenzentren. Diese organisieren die globale Vernetzung und Konnektivität unserer Welt.

Der Deutsche Commercial Internet Exchange unter dem Dach der DE-CIX Group AG in Frankfurt am Main ist, gemessen am Datendurchsatz, der größte Internet-Knoten der Welt (im Bild: Das Patchpanel der Interconnection-Plattform).
Der Deutsche Commercial Internet Exchange unter dem Dach der DE-CIX Group AG in Frankfurt am Main ist, gemessen am Datendurchsatz, der größte Internet-Knoten der Welt (im Bild: Das Patchpanel der Interconnection-Plattform).
(Bild: DE-CIX)

Streamingdienste, Gaming oder Video-Konferenzen, aber auch die Verwaltung von Finanzen, E-Learning oder Online-Shopping wären ohne Rechenzentren nicht möglich. Das 25-jährige Firmenjubiläum des weltweit führenden Betreibers von Internetknoten, DE-CIX, gibt Anlass zu einem kurzen Überblick über die Entwicklung von Rechenzentren.

Der Ursprung der Vernetzung – Von lokal zu global
Das Internet war zunächst lediglich dafür gedacht, akademische und militärische Institutionen zu verbinden. Selbst E-Mails außerhalb der USA wurden damals noch über den Internet-Backbone in Washington D.C. transportiert. Dies erforderte eine direkte 2Mbit-Leitung, was damals sowohl selten als auch ein Privileg war. Mitte der 90er Jahre veränderte sich dieser Ansatz und eine globale Vernetzung rückte in den Fokus.

MAZ, EUnet und XLink und DE-CIX
1995 wurden zur Verringerung der Kosten und der Latenz drei Internet Service Provider (ISPs) in Deutschland an einen neuen Knotenpunkt angebunden. Das MAZ aus Hamburg, EUnet aus Dortmund und XLink in Karlsruhe wurden durch den neuen Internetknoten DE-CIX in Frankfurt miteinander vernetzt. Zu dieser Zeit operierte DE-CIX von einer alten Postfiliale aus.

Die neue Ära der Rechenzentren
Um die wachsenden Anforderungen der zunehmend digitalen Welt zu erfüllen, zog DE-CIX 1999 in das Frankfurter Rechenzentrum von Interxion um. Im Rahmen der fortschreitenden digitalen Entwicklungen entstand das Serverhousing, auch Colocation genannt. Hierbei wurden Internet Service Provider an einen Internetknoten angebunden, was zu einer ausgeweiteten Vernetzung führte. Dieses sogenannte Colocation-Geschäftsmodell litt unter der geplatzten Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre. Eine Regenerierung des Geschäfts ließ sich erst 2007, mit der Markteinführung des IPhones, verzeichnen. Daraufhin bildeten sich unterschiedliche Arten von Rechenzentren aus.

Rechenzentren heute: Vielfalt für das digitale Leben
Heute ist die Landschaft der Rechenzentren vielseitig. Größe und Design hängen von den Anforderungen der jeweiligen Einrichtung ab. Mikrorechenzentren, die IoT-Daten in der Nähe der Quelle verarbeiten, stellen dabei die kleinstmögliche Einrichtung da. Sie entsprechen ungefähr der Größe eines Schiffcontainers.

Größe und Design von Rechenzentren sind immer abhängig von den Anforderungen der jeweiligen Einrichtung.
Größe und Design von Rechenzentren sind immer abhängig von den Anforderungen der jeweiligen Einrichtung.
(Bild: DE-CIX)

Firmeneigene Rechenzentren für kritische Daten sind meistens kleine Rechenzentren und entsprechen der Größe eines Basketballplatzes. Mittelgroße Colocation-Rechenzentren, mit der Aufgabe, Rechenzentrumsflächen für mehrere Mieter bereitzustellen, entsprechen oftmals der Größe von zwei Fußballfeldern. Große Colocation-Rechenzentren bieten neben der bloßen Rechenzentrumsfläche auch Mehrwert für digitale Ökosysteme. Größentechnisch bewegen sie sich im Rahmen von ungefähr zwölf Fußballfeldern. Bei Hyperscaler-Rechenzentren sind Colocation-Computing-Kapazitäten für große globale Netzwerke, wie etwa Cloud-Anbieter oder Social-Media-Netzwerke, verfügbar. Außerdem ist die Kapazität so hoch, dass die Services mit steigender Nachfrage skalierbar sind. Diese Rechenzentren können so groß sein wie beispielsweise die Vatikanstadt.

Was die Zukunft bringt

Rechenzentren organisieren die globale Vernetzung und Konnektivität unserer Welt.
Rechenzentren organisieren die globale Vernetzung und Konnektivität unserer Welt.
(Bild: DE-CIX)

Das mobile Internet und der Fortschritt des Edge Computing führen dazu, dass der Transport von Datenströmen in Echtzeit möglich ist – ohne eine bemerkbare Latenz. Neben der verbesserten technischen Leistung streben Entwickler und Betreiber gleichzeitig einen minimalen ökonomischen Fußabdruck an. Ihr Ziel: Strom sparen und die generierte Wärme in lokale Wärmenetze einspeisen. So wäre das digitale Leben in der Zukunft schnell – und nachhaltig.

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