Multi-Cloud für unterschiedliche Nutzergruppen

Wie Multi-Kulti in der Cloud funktioniert

| Autor / Redakteur: Ralf Sydekum* / Elke Witmer-Goßner

Der sorgfältige Aufbau von Multi-Cloud-Umgebungen sorgt für eine kulturelle Einheit.
Der sorgfältige Aufbau von Multi-Cloud-Umgebungen sorgt für eine kulturelle Einheit. (Bild: gemeinfrei © Mohamed Hassan / Pixabay)

Die Multi-Cloud ist in Unternehmen angekommen und heute ein grundlegender Bestandteil der IT-Strategie. Unterschiedliche Cloud-Computing-Dienste und bisher isolierte Teams werden gebündelt und arbeiten in einer einzigen heterogenen Architektur zusammen.

Aber wie kann eine solche Multi-Kulti-Multi-Cloud reibungslos funktionieren? Entwickler oder Sicherheitsverantwortliche migrieren Workloads auf die eine oder andere Weise in die Cloud, egal ob wissentlich oder nicht. Dabei hat die Cloud einen grundlegenden Wandel in der Art der Entwicklung und Bereitstellung von Apps bewirkt. Vor allem Multi-Clouds führen zu beweglicheren und ganzheitlichen Prozessen. Das zeigt sich auch in der zunehmenden Verbreitung von neuen Arbeitsprinzipien wie DevOps, NetOps und SecOps. Aber: Jedes Team hat eigene Arbeitskulturen und Gewohnheiten. Was muss man beachten, damit die Cloud-Zusammenarbeit ohne Reibungsverluste oder Kompromisse abläuft?

Gut aufgestellt für DevOps

In der DevOps-Kultur dreht sich alles um Geschwindigkeit und kontinuierliche Innovation. Diese Ziele unterstützt die Cloud punktgenau. Sie bietet eine standardisierte, effiziente und zentralisierte Plattform für Test, Bereitstellung und Produktion. Ohne die Stabilität, Skalierbarkeit und Sicherheit zu beeinträchtigen, ermöglicht dies einen sehr flüssigen Entwicklungsprozess und wird so dem hohen Tempo gerecht, mit dem DevOps neue Anwendungen produziert. Dabei – und das ist für DevOps wichtig – gibt es immer Spielraum für schnelle, kurzfristige Änderungen im Zusammenhang mit Continuous Integration und Delivery.

Die DevOps-Teams sollten daher die Cloud als neue Norm sowie als Erweiterung ihrer Netzwerkinfrastruktur betrachten. Dies umfasst die vollständige Einbeziehung nativer Public-Cloud-Umgebungen zur Verwaltung der Anwendungsleistung innerhalb der Cloud sowie die Nutzung von SaaS-Modellen, um die Kosten niedrig zu halten und die Skalierbarkeit von Innovationen zu unterstützen.

So werden NetOps-Teams mit der Cloud glücklich

Die Rolle von NetOps verändert sich derzeit von Teams, die Hardware- und Software-Lösungen betreiben und überwachen, hin zum Aufbau eines Netzwerk-Gesamtsystems aus verschiedenen Komponenten, das eine Vielzahl an Geschäftszielen unterstützt. Da immer mehr Workloads in die Cloud wandern, müssen sich die NetOps-Teams immer schneller anpassen. Für sie geht es darum, von manuellen Tools und langsamen Prozessen zu effizienteren Systemen zu wechseln, die mit agilen DevOps-Modellen kompatibel sind.

NetOps steht auch unter Druck, einen ähnlichen Automatisierungsgrad wie die App-Entwicklungsteams zu erreichen. Denn wenn NetOps nicht mit den kontinuierlichen Anwendungsupdates Schritt halten kann, wird das Team zum Engpass der App-Entwicklung. Dieses Problem entspannt sich durch SaaS-Cloud-Services. NetOps kann damit spezifische Geschäftsfelder adressieren, in denen Legacy-Netzwerke die Innovationskraft einschränken, und sich anschließend auf flexiblere digitale Infrastrukturen fokussieren, um besser mit anderen Teams zusammenzuarbeiten.

Vertrauen für Sicherheits-Teams

Im IT-Betrieb gibt es KPIs für Security- und Service-Levels. Das könnte ein Grund sein, warum Sicherheitsverantwortliche generell vorsichtiger bei der Einführung neuer Technologien vorgehen. Wenn sie die Wahl hätten, würden IT-Security-Verantwortliche mit Zero-Trust Netzwerken arbeiten – und das zu Recht. Denn tatsächlich hat eine kürzlich von F5 beauftragte Umfrage über die Verhaltensweisen von DevOps und NetOps ergeben, dass Sicherheit in der Cloud für viele Entwickler nur ein nachgelagerter Aspekt ist. Sie priorisieren Geschwindigkeit und stellen diese über Sicherheits- und Zuverlässigkeitsbedenken.

Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Cloud-Services als Erweiterung von Sicherheitsteams fungieren können. Dadurch erhalten sie die notwendigen Erkenntnisse und Tools, um mit der sich verändernden Bedrohungslandschaft Schritt zu halten. Diese Services können auch die richtige Governance sicherstellen, damit Security-Teams die Anforderungen für Innovation und Kontrolle in Einklang bringen, beispielsweise durch Dashboards und Reports zur Überwachung.

Gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten

In der heutigen Zeit kann sich die Cloud-Nutzung positiv auf die Entwicklung geschäftskritischer Anwendungen auswirken. Denn der Markt verlangt nicht nur nach einem effektiveren Produktionsprozess, sondern auch nach hoher Geschwindigkeit und Stabilität der Services. Unternehmen sollten dabei im Blick behalten, dass alle Teams auf das gleiche Ziel hinarbeiten: die kontinuierliche Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Anwendungen. Zusammenarbeit und Partnerschaften lassen sich leichter aufbauen, wenn alle Parteien die gleiche Plattform nutzen, welche die Apps bereitstellt, und Zugang zu den zugrunde liegenden Analysen haben, um Ziele anzupassen oder zu entwickeln.

Ralf Sydekum, F5 Networks.
Ralf Sydekum, F5 Networks. (Bild: F5 Networks)

Der richtige Multi-Cloud-Ansatz und -Support muss umfassend sein und Infrastruktur-Teams, Entwickler und Geschäftsanwender gleichberechtigt behandeln. So verschwinden die kulturellen Barrieren der Multi-Cloud. Genau das ist geschäftsentscheidend: Unternehmen, denen es nicht gelingt in der Cloud effektiv zusammenarbeiten, riskieren wegen mangelnder Innovationen hinter Wettbewerber zurückzufallen. Es lohnt sich deshalb, die Auswirkungen der Multi-Cloud auf unterschiedliche Nutzergruppen genau zu kennen, um die Erfolgschancen für das Unternehmen zu erhöhen.

* Der Autor Ralf Sydekum ist Technical Manager DACH bei F5 Networks.

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