Cloud-Anbieter bewerten Was muss ein Cloud-Provider können?

Autor: Melanie Staudacher

Darüber, wie sicher Daten in der Cloud sind, lässt sich streiten. Um Unternehmen die Angst zu nehmen, sollten Cloud-Provider entsprechende Maßnahmen ergreifen und damit für Sicherheit sorgen. Hierauf sollten Unternehmen laut Veritas bei der Wahl eines Anbieters achten.

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Damit Daten in der Cloud sicher sind, müssen Unternehmen selbst Maßnahmen ergreifen, sich aber auch auf ihren Cloud Provider verlassen können.
Damit Daten in der Cloud sicher sind, müssen Unternehmen selbst Maßnahmen ergreifen, sich aber auch auf ihren Cloud Provider verlassen können.
(Bild: Elnur - stock.adobe.com)

Damit Daten verloren gehen, braucht es nicht zwingend Naturkatastrophen. Dennoch müssen Betreiber von Rechenzentren auf jeden Extremfall vorbereitet sein. In einer Checkliste nennt der Backup-Anbieter Veritas Qualifikationen, die ein Cloud-Provider mitbringen muss, um Daten sicher zu verwalten.

Unterstützt der Cloud-Provider alle Workloads?

Die Workloads spiegeln die Service-Leistung des jeweiligen Providers wider. Gerade bei Digitalisierungsvorhaben ist es entscheidend, dass der Anbieter Kerndienste liefert und in seiner Roadmap moderne Module wie Big Data oder IoT (Internet of Things) hat.

Folgende wichtige Workloads sollte ein Cloud-Provider unterstützen:

  • Big Data: Diese Servicemodule helfen, große Datenmengen schnell auszuwerten und mithilfe von Prognosemodellen neue Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen.
  • Open Source: Der Provider sollte idealerweise neben kommerziellen Plattformen auch eine Reihe von Open-Source-Plattformen einbinden können, damit ein Unternehmen die freie Wahl hat. Laut Veritas sollten Provider insbesondere Plattformen wie MongoDB, OpenStack und auf Container basierte Umgebungen wie Docker oder Kubernetes abdecken, um zukunftssicher zu sein.
  • Hyperkonvergente Infrastrukturen: Der Cloud-Anbieter sollte hyperkonvergente Infrastrukturen unterstützen und dem Unternehmen das Ankoppeln ermöglichen, damit kritische Daten und Anwendungen möglichst hochverfügbar und ausfallsicher arbeiten können.
  • Hybride traditionelle Anwendungen: Damit Unternehmen ihre älteren Anwendungen weiterhin betreiben können, sollte der Provider hybride Cloud-Konstellationen unterstützen.

Unterstützt der Cloud-Provider die Disaster Recovery?

Auch wenn Unternehmen die Leistungen eines Providers in Anspruch nehmen, sind sie letztendlich selbstverantwortlich für ihre Daten und deren Sicherheit. Denn sind Daten ungesichert, garantiert der Provider keineswegs, dass er sie nach einem Ausfall vollständig wiederherstellen kann. Daher sollten Firmen Daten in der Cloud prinzipiell selbst per Backup sichern, Stichwort Shared Responsibility.

Cloud-Provider sollten Recovery-Prozesse mit unterstützen, damit ein Unternehmen eine virtuelle Maschine oder einzelne Dateien einer virtuellen Applikation zurückholen kann, ohne den gesamten Datenbestand herunterladen und neu aufsetzen zu müssen. Der Anbieter muss gewährleisten, dass Unternehmen die kritischen Anwendungen und Daten priorisiert rekonstruieren können, sodass wichtige Dienste nach einem Totalausfall schnell wieder funktionieren.

Damit im Stress eines Ausfalls die Wiederherstellung der Daten reibungslos läuft, sollten Provider folgende Funktionen unterstützen:

  • Automatisierte und orchestrierte Wiederherstellung: Damit lassen sich komplexe Multi-Tier Anwendungen per Mausklick vollautomatisch wiederherstellen.
  • One-for-One-Orchestrationen: Hierbei muss ein IT-Verantwortlicher die Schritte zur Wiederherstellung bestätigen, damit er weiterhin die volle Kontrolle über den Prozess behält.
  • Testen des Wiederherstellungsplans: Es ist wichtig, die Disaster Recovery genauso wie mögliche Migrationsszenarien zu testen. Dabei darf der Produktionsbetrieb nicht beeinträchtigt werden.
  • Herstellerübergreifendes Konzept: Es kann sein, dass die Recovery-Mechanismen Anwendungen auf verschiedenen Plattformen wiederherstellen müssen. Daher ist es essenziell, unabhängige Funktionen zu wählen, die die Daten Ende-zu-Ende schützen.

Wie spart der Cloud-Provider Speicherplatz?

Viele Unternehmen nutzen bereits Deduplizierung in Backup-Umgebungen, um die Größe der Backups so klein wie möglich zu halten und Speicherplatz zu sparen. Laut Veritas wäre es ideal, wenn der Cloud-Provider diese Form der Deduplizierung ebenfalls unterstützt. So lassen sich Speicher und Bandbreiten schonen, da die Gesamtmenge der zu speichernden Daten verkleinert wird.

Außerdem ist es wichtig, unterschiedlich performante Speicher anzubieten. Hochperformante, kritische Anwendungen sollten auf höheren, leistungsfähigeren Speichern laufen, während weniger wichtige Daten auf langsameren und günstigeren Storage-Diensten beim Provider abgelegt werden. Auch die Aktualität des Backups spielt bei dieser Bewertung eine Rolle.

Wie behält der Cloud-Provider den Überblick?

Nutzen Unternehmen hybride Infrastrukturen, verteilen sie damit Daten auf verschiedene Plattformen, die untereinander Abhängigkeiten haben. Es ist wichtig, diese Abhängigkeiten zu verstehen und zu überblicken. Denn fällt eine Komponente aus, ist es möglicherweise notwendig, sofort entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Daher ist es wichtig, dass der Betreiber des Rechenzentrums die gesamte Infrastruktur und den Datenbestand kontinuierlich überwacht.

Auf diese Weise lassen sich kritische Situationen, wie ein Totalausfall gut überbrücken, da Daten und Applikationen gesichert sind und im Idealfall die Disaster Recovery automatisiert alle kritischen Dienste auf die Cloud eines anderen Anbieters überträgt. So bleibt das Unglück in einem Rechenzentrum auch nur auf dieses beschränkt.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH