Suchen

Definition: Cloud Broker Was ist ein Cloud Broker?

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Ein Cloud Broker vermittelt zwischen Provider und Endkunden – und kann insbesondere Unternehmen mit Multi-Cloud-Umgebungen Vorteile bei Interoperabilität, Business Continuity sowie Kosten bieten.

Firmen zum Thema

Definition zum Begriff Cloud Broker.
Definition zum Begriff Cloud Broker.
(Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0 )

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) beschreibt (PDF) einen Cloud Broker als vermittelnde Instanz zwischen den beiden Parteien Cloudnutzer und Service Provider. Der Cloud Broker handelt dabei die Beziehungen zwischen Anwender sowie Anbieter von Clouddiensten aus und verwaltet Nutzung, Migration, Performance und Auslieferung von Services.

Cloud Broker können sich insbesondere bei Multi-Cloud-Umgebungen als nützlich erweisen. Cloudnutzer haben so eine zentrale Anlaufstelle: Statt Geschäftsbeziehungen mit verschiedenen Cloud Provider aufzubauen, erhalten Verbraucher Dienste aus einer Hand. Der Cloud Broker kann dabei nicht nur Services unterschiedlicher Anbieter vermitteln, sondern diese auch miteinander kombinieren oder um eigene Funktionen anreichern.

Formal können Cloud Broker laut NIST Dienste in folgenden drei Kategorien bieten:

  • Vermittlung („Service Intermediation“): Der Cloud Broker verbessert oder erweitert den vorhandenen Dienst eines Providers um spezifische Fähigkeiten und Value-added Services. Beispiele hierfür sind etwa Identitätsmanagement, Performance Reporting oder erweiterte Sicherheitsfeatures.
  • Aggregierung („Service Aggregation“): Der Cloud Broker kombiniert und integriert verschiedene Dienste zu einem neuen Angebot. Dabei kümmert sich der Broker um die Datenintegration sowie sichere Datenströme zwischen Cloudnutzer und den verschiedenen Cloud Providern.
  • „Service Arbitrage“: Dieser Ansatz ähnelt der zuvor beschriebenen Aggregation, ist aber flexibler. Je nach Anforderung wechselt der Cloud Broker entsprechend aktueller Anforderungen zwischen Angeboten verschiedener Provider.

Management Layer und Automatisierung

Technisch können Cloud Broker die vermittelten Dienste beispielsweise über ein Management Layer anbieten. So beschreibt die Deutsche Telekom eine Decision Engine, über die Unternehmenskunden per Schieberegler ihren individuellen Bedarf definieren. Der Cloud Broker schlage dann passende Pakete inklusiver Preisgaben vor. Eine Transition Engine erleichtere und beschleunige derweil den Umzug von Cloud-Anwendungen von einem Anbieter zum nächsten.

Vor- und Nachteile

Für Cloud-Nutzer kann die Inanspruchnahme eines Cloud Brokers gleichermaßen mit Vor- oder Nachteilen verbunden sein. Als Vorzüge gelten leichtere Interoperabilität und Portabilität – aus Anwendersicht lassen sich Services leichter innerhalb von Umgebungen mit mehreren Providern integrieren oder verschieben. Durch den Zugriff auf mehrere Provider lassen sich überdies Business Continuity und Service Level erhöhen. Als Großabnehmer von Services können Cloud Broker überdies leichter als einzelne Nutzer Rabatte nutznießen und weitergeben.

Als Nachteil lassen sich derweil mögliche Interessenkonflikte ausmachen. Insbesondere wenn ein Cloud Broker selbst auch als Provider auftritt ist nicht garantiert, dass er stets das beste und technologisch fortschrittlichste Angebot für seine Kunden auswählt. Und obgleich ein Cloud Broker die Komplexität in Multi-Cloud-Umgebungen verringern sollte, stellt er selbst zunächst erst einmal eine zusätzliche Schicht in der Lieferkette dar – und muss dem entsprechend in die Sicherheitsinfrastruktur der jeweiligen Unternehmenskunden eingebunden werden.

(ID:44967586)