Unter Dekommissionierung versteht man allgemein die Stilllegung von Betrieben, Anlagen, Infrastrukturen oder technischen Komponenten. Im IT-Umfeld bezieht sich die Dekommissionierung auf nicht mehr benötigte IT-Systeme.
Die Dekommissionierung bzw. Stillegung nicht mehr benötigter IT-Systeme vor einer Cloud-Migration senkt Kosten und Aufwand.
Eine Dekommissionierung ist zum Beispiel sinnvoll, wenn neue Technologien eingeführt oder Anwendungen und Services in die Cloud verlagert werden. Um das Potenzial des Cloud-Computings voll auszuschöpfen, ist die Dekommissionierung wichtiger Bestandteil einer Cloud-Strategie.
Was ist Dekommissionierung (Decommissioning)?
Der deutsche Begriff für das englische Wort „Decommissioning“ ist „Dekommissionierung“. Dekommissionierung bedeutet Stilllegung oder Außerbetriebnahme. Dekommissionierung ist ein allgemein verwendeter Begriff und nicht auf den IT-Bereich beschränkt. Man versteht darunter die Überführung von Betrieben, Einrichtungen, Anlagen, Infrastrukturen oder technischen Systemen und Komponenten von einem aktiven Status in einen stillgelegten Status.
Sehr verbreitet ist die Verwendung des Begriffs Dekommissionierung für die Stilllegung von Industriebetrieben, Verkehrsstrecken oder kerntechnischer Anlagen (Nuclear Decommissioning). Der gegensätzliche Vorgang einer Dekommissionierung ist die Inbetriebnahme oder die Aktivierung. Im IT-Umfeld bezieht sich die Dekommissionierung auf die Stilllegung nicht mehr benötigter IT-Systeme und der beteiligten Hard- und Softwarekomponenten.
Ausgelöst werden solche Stilllegungen häufig durch neue Geschäftsstrategien, durch Veränderungen im Nutzungsverhalten, durch die Einführung neuer Technologien und das Altern bestehender Systeme oder durch die Verlagerung von Services und Anwendungen auf andere Plattformen wie Cloud-Plattformen. Um das Potenzial des Cloud-Computings voll auszuschöpfen, ist eine Dekommissionierung wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil einer effektiven Cloud-Strategie. Vor und nach der Verlagerung von Anwendungen und Services in die Cloud, sollten die On-Premises- und Legacy-Systeme analysiert und nicht mehr benötigte Systeme stillgelegt werden. Beim Decommissioning kommen systematische Vorgehensweisen und Methoden zum Einsatz.
Die Dekommissionierung im IT-Umfeld
Bei der Dekommissionierung im IT-Umfeld werden nicht mehr benötigte oder nicht mehr genutzte IT-Systeme stillgelegt. Von diesen Stilllegungen sind sowohl Soft- als auch Hardwarekomponenten betroffen. Die Systeme werden außer Betrieb gesetzt, weil zum Beispiel Anwendungen auf neue Systeme oder Plattformen, zum Beispiel auf Cloud-Plattformen, migriert wurden. Stilllegungen können aber auch notwendig werden, wenn sich die geschäftlichen Ziele eines Unternehmens verändern oder Nutzer sich anders verhalten.
Ein weiterer Grund für eine Dekommissionierung ist das Erreichen des End-Of-Life-Status eines IT-Systems. Häufig kommt es vor, dass in historisch gewachsenen IT-Infrastrukturen aufgrund der Unübersichtlichkeit und Komplexität der Systemlandschaft IT-Komponenten unbemerkt weiterbetrieben werden, obwohl sie längst stillgelegt werden könnten. Sie verursachen durch ihren Energie- und Wartungsbedarf unnötige Betriebskosten. Eine Stilllegung dieser IT-Komponenten trägt zur Kostenoptimierung des IT-Betriebs bei.
Beim sogenannten Data Decommissioning geht es darum, Daten- und Dokumentenbestände unter Einhaltung von Compliance-Vorgaben und rechtlichen Regelungen und unter Wahrung der Zugriffsmöglichkeiten auf historische Informationen aufzuräumen, zu bereinigen und zu archivieren.
Beispiele von IT-Systemen und IT-Komponenten, die von einer Dekommissionierung betroffen sein können:
Server aller Art wie File-Server, Mail-Server, Anwendungsserver, Webserver,
Netzwerkhardware wie Router, Switches, Firewalls,
Storage-Lösungen,
Telekommunikationseinrichtungen wie Telefonanlagen,
Datenbankmanagementsysteme,
Entwicklungsumgebungen,
Kollaborationsplattformen,
Büro- und Geschäftsanwendungen,
Daten und Dokumente.
Dekommissionierung und Cloud Computing
Im Zuge der Umsetzung einer Cloud-Strategie verlagern Unternehmen Infrastrukturen, Services, Daten, Workloads oder Anwendungen von eigenen Rechenzentren und On-Premises-Umgebungen in die Cloud. Die für die Verlagerung benötigten Ressourcen werden auf privaten oder öffentlichen Cloud-Plattformen bereitgestellt.
Um das volle Potenzial einer solchen Cloud-Verlagerung auszuschöpfen und für einen kosteneffizienten Betrieb der IT-Lösung zu sorgen, ist es unerlässlich, sowohl vor als auch nach der Verlagerung nicht mehr benötigte Systeme zu identifizieren und diese stillzulegen. Die Dekommissionierung ist damit ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil einer effektiven Cloud-Strategie.
Eine Dekommissionierung vor der Migration auf eine Cloud-Plattform verhindert, dass Altlasten migriert werden, die längst nicht mehr zwingend benötigt werden und abgeschaltet werden könnten. Durch die Verschlankung der Systemlandschaft vor der Migration werden weniger Cloud-Ressourcen benötigt und die Transparenz und Effizienz der Gesamtlösung steigen. Die Dekommissionierung der Legacy-Umgebung nach einer Cloud-Migration stellt sicher, dass die durch die Verlagerung auf die Cloud-Plattform nicht mehr genutzten On-Premises-Ressourcen identifiziert und außer Betrieb genommen werden.
Stand: 08.12.2025
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Unter Umständen macht es Sinn, die Dekommissionierung als einen kontinuierlichen, wiederkehrenden Prozess zu etablieren. Nach einer abgeschlossenen Cloud-Migration sollte auch die Cloud-Umgebung selbst regelmäßig hinsichtlich ungenutzter und nicht mehr benötigter Cloud-Ressourcen durchforstet werden. Das hält die Cloud-Umgebung schlank und verhindert, dass wie in On-Premises-Umgebungen unübersichtliche Cloud-Strukturen und Altlasten entstehen.
Ablauf und typische Vorgehensweise einer Dekommissionierung
Beim Decommissioning werden systematische Vorgehensweisen und Methoden angewandt. Abhängig von der Systemlandschaft, der umzusetzenden Strategie und dem Projekt können sich die Vorgehensweisen unterscheiden. Es sind jeweils unterschiedliche Rahmenbedingungen zu beachten. Grundsätzlich lässt sich die Dekommissionierung aber in mehrere Phasen unterteilen. Eine Aufteilung in Phasen kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:
Vorbereitungsphase: Vorbereitung der Gesamtplanung der Dekommissionierung, Definition der Quell- und Zielsysteme, Klärung der zu beachtenden Rahmenbedingungen, Definition der Verantwortlichkeiten und Rollen.
Assessmentphase: Analyse der IT-Systemlandschaft und Identifikation von ungenutzten oder nicht mehr benötigten Systemen und Altlasten. Erstellung einer Liste der stillzulegenden IT-Systeme und IT-Komponenten.
Bereinigungsphase: Bereinigung der stillzulegenden Systeme. Zum Beispiel Sicherung oder Archivierung von weiterhin benötigten Daten oder Einstellungen.
Testweise Dekommissionierung: Zur späteren risikofreien Abschaltung nicht mehr benötigter Systeme erfolgt vorbereitend eine testweise, temporäre Abschaltung von Systemen oder Komponenten zur Verifizierung und Prüfung der Auswirkungen dieser Abschaltung.
Realisierungsphase: Endgültige Abschaltung und Stilllegung der in der Assessmentphase identifizierten und in der Testphase verifizierten Systeme.
Vorteile einer Dekommissionierung
Eine Dekommissionierung nicht mehr benötigter IT-Systeme beispielsweise nach erfolgreich durchgeführter Cloud-Migration bietet zahlreiche Vorteile. Die IT-Systemlandschaft wird verschlankt und lässt sich kostengünstiger betreiben. Energiekosten sinken und die Nachhaltigkeit der Gesamtlösung steigt. Auch der Wartungsaufwand wird reduziert. Die Außerbetriebnahme von Altlasten sorgt für mehr Transparenz und Übersichtlichkeit der IT-Infrastruktur. Wird eine Dekommissionierung noch vor einer Cloud-Migration durchgeführt, sinken die für die Migration notwendigen Kosten und Aufwände. Die Migration wird beschleunigt.
Weitere Vorteile einer Dekommissionierung sind:
höhere Performance des Gesamtsystems,
Reduzierung der Ausfallwahrscheinlichkeiten und höhere Verfügbarkeit des Gesamtsystems,
Risikominimierung durch eine schlankere Systemlandschaft,
bessere Daten- und Systemtransparenz,
höhere Datenqualität,
Entflechtung von Verantwortlichkeiten,
Verschlankung von Wartungsverträgen,
Reduzierung der Lizenzaufwendungen,
Reduzierung der Lieferanten und der Support-Ansprechpartner,
bessere Bedienbarkeit der Gesamtlösung – Reduzierung von Tools und Benutzeroberflächen,
einfachere Einhaltung von Compliance-Vorgaben oder gesetzlichen Regelungen.
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