Definition: Content Management Interoperability Services Was ist CMIS?

Von zeroshope

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CMIS ist die Kurzform für Content Management Interoperability Services. Der Begriff beschreibt einen offenen, herstellerunabhängigen Standard für die Anbindung unterschiedlicher Content-Management-Systeme. Ins Leben gerufen und verantwortlich dafür ist die Non-Profit-Organisation OASIS.

CMIS beschäftigt sich mit der Anbindung unterschiedlicher Content-Management-Systeme.
CMIS beschäftigt sich mit der Anbindung unterschiedlicher Content-Management-Systeme.
(Bild: frei lizenziert © Gerd Altmann / Pixabay)

Die Liste der verfügbaren Content-Management-Systeme (CMS) mitsamt der oft unterschiedlichen Dateiformate ist lang. Längst nicht immer handelt es sich dabei um Open-Source-Lösungen mit offenen Schnittstellen. Stattdessen vertrauen viele Hersteller auf proprietäre Anwendungen. Die Folge sind die berühmt-berüchtigten „Content-Silos“. Inhalte aus einem CMS können beispielsweise nur mit einem Dokumentenmanagementsystem (DMS) oder einer Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) desselben Hauses (oder eines Lizenzpartners) geteilt werden.

An dieser Stelle setzt das Konzept der Content Management Interoperability Services (CMIS) an. Sie schaffen einen offenen, herstellerunabhängigen Standard, der die Anbindung unterschiedlicher CMS an bestehende Lösungen ermöglicht.

Das CMIS-Konzept im Detail

Die Content Management Interoperability Services gehen auf die Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS – „Organisation für die Stärkung der Standard für strukturierte Informationen“) zurück. Die CMIS-Version 1.0 wurde im Mai 2010 veröffentlicht. Version 1.1 folgte drei Jahre später und ist die bis heute aktuelle verfügbare Fassung.

OASIS schwebte von Anfang ein Standard vor, der im Bereich des Enterprise Content Managements (ECM) zum Einsatz kommen würde. Wie bereits angedeutet, ging es also darum, die Interoperabilität mit DMS- und ERP-Lösungen zu gewährleisten, die in Unternehmen bereits im Einsatz sind. Beteiligte Firmen, die unter dem Dach von OASIS an dem Standard arbeiten, sind beispielsweise Microsoft, IBM, SAP, Amazon, Adobe, Red Hat und Oracle.

Technisch ist der Ansatz vergleichbar unkompliziert. Auf ein CMS mit seinen Schnittstellen wird eine Abstraktionsschicht aufgesetzt. Darunter ist eine spezialisierte Anwendung zu verstehen, die den Zugriff gestattet. Metaphorisch gesprochen handelt es sich um einen Adapter für die einzelnen proprietären Lösungen.

Konkret möglich wird dies über die sogenannten CMIS-Klienten und den CMIS-Servern. Diese Klienten sind die Anwendungsschicht. Sie kommunizieren mit dem Server über das von ihm bereitgestellte Webservice-Interface. Dies bedeutet, der Server stellt online einen Zugriffspunkt zur Verfügung, mit dem die Klienten die Verbindung zwischen ihrem CMS und einer anderen Lösung vermitteln können. Hierfür kommt ein spezielles Protokoll zum Einsatz, das den Ablauf des Verbindungsmanagements regelt.

Über das Protokoll wird der Zugriff auf die Repositories der beteiligten Programme ermöglicht. Der Begriff Repository beschreibt die zentrale Ablage für Daten, Dokumente, etc. – auf diese Weise wird also ein Tausch der Inhalte ermöglicht.

Vier Objekttypen als Organisationsprinzip

Die Content Management Interoperability Services kennen vier Objekt-Grundtypen: Dokumente, Ordner, Beziehungen und Richtlinien. Die konkreten Objekte können ihrerseits zahlreiche Eigenschaften besitzen. Dies ergibt sich aus der Natur der Sache: Dokumente existieren beispielsweise in unterschiedlichen Größen und Formaten. Um die Objekte miteinander in Beziehung setzen zu können, ist deshalb ein übergeordnetes Organisationsprinzip notwendig, das alle Objekte kennen und verstehen. Der CMIS-Standard übernimmt auch diese Aufgabe. „In Beziehung setzen“ bedeutet, dass Interaktionen zwischen den Objekten überhaupt erst möglich werden.

Angesprochen werden können die Objekte über drei sogenannte Bindings. Damit sind spezialisierte Schnittstellen gemeint, die „Klebe-Code“ („glue code“) zur Verfügung stellen, der für eine Verbindung sorgt. Schon in Version 1.0 war das Simple Object Access Protocol (SOAP) diesbezüglich mit an Bord. In Version 1.1 sind RESTful AtomPub (im XML-Format) und RESTful Browser Binding (im JSON-Format) hinzugekommen.

Folgende Lösungen unterstützen den CMIS-Standard beispielsweise:

  • Apache Chemistry InMemory Server 1.1.0,
  • dotCOM 2.2,
  • HP Trim 7.1,
  • IBM Content Manager 8.4.3,
  • Microsoft SharePoint Server,
  • OpenCMS 8.5,
  • Oracle Webcenter Content,
  • SAP HANA Cloud Document Service.

Abschließende Bemerkung

Es fällt auf, dass die Entwicklung des CMIS-Standards seit geraumer Zeit scheinbar stillsteht, obwohl sich das Content-Management in der Zwischenzeit deutlich weiterentwickelt hat. Z.B. die Einbindung von Videos bereitet den generischen CMIS-Klienten Probleme. Viele CMS-Entwickler haben deshalb eigene CMIS-Versionen entwickelt, um diese an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Sie wissen, welche besonderen Bedürfnisse ihre Nutzer haben. Es ist deshalb mitnichten so, dass die Entwicklung stillstehen würde. Vielmehr hat sie sich aufgefächert.

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