Landwirtschaft der Zukunft

Was die Digitalisierung für den Agrarsektor bedeutet

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Nur wenn die Landwirte bereit sind, ihre Informationen zu teilen, kann eine datenbasierte Landwirtschaft erfolgreich sein. Lieferanten müssen daher ihre Kunden abholen und ihnen die Vorteile einer gemeinsamen Datennutzung aufzeigen. Mobile Apps und intelligente Anwendungen, mit denen sich beispielsweise operative Aufgaben bequem von unterwegs bearbeiten lassen, oder die Unkräuter identifizieren und sofort die passende Bekämpfungsmethode anzeigen, sind für den Landwirt eine große Bereicherung. Die daraus entstehenden Daten sind jedoch nicht nur für die tägliche Arbeit in der Landwirtschaft interessant, das Teilen mit Zulieferern bringt weitere erhebliche Vorteile: Der Agrarbetrieb profitiert dabei von den Analysemöglichkeiten des Lieferanten sowie von einer individuelleren Beratung und exakt auf ihn zugeschnittenen Angeboten.

Daten sind zukünftig das Kapital der Agrar-Zulieferer: Durch sie können Lieferanten ihr Angebot optimieren und neue passgenaue Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Anbieter von Agrarmaschinen müssen sich zudem verstärkt auf digitale Komponenten und Robotertechnik konzentrieren. Je weiter jedoch die Digitalisierung im Agrarsektor fortschreitet, umso knapper und damit wertvoller wird aber auch der menschliche, emotionale Faktor. Dies zeigt sich insbesondere in der Beziehung zwischen Landwirt und Zulieferer.

Informationsaustausch entlang der Agrarkette

Lieferanten müssen diese Veränderung im Auge behalten, damit sie zwar mithilfe modernster Technik effizient und initiativ, aber vor allem nach wie vor persönlich für den Kunden da sind. Die Analyse der Daten und die Bereitstellung von Auswertungen einschließlich Handlungsempfehlungen helfen Lieferanten dabei, eine neue Form des Vertrauensverhältnisses aufzubauen, das eine gute Balance zwischen Direktkontakt und Technologie bietet. So kann die Beziehung zwischen Lieferant und Landwirt im digitalen Zeitalter fortbestehen und einen Mehrwert für beide generieren. Agrar-Zulieferer, die schon heute eine Strategie für die Landwirtschaft der Zukunft parat haben, besitzen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Dass Zulieferer auch untereinander Daten austauschen, ist für die Optimierung der gesamten Agrarkette von Bedeutung. Erfasst eine Melkmaschine beispielsweise, dass einige Kühe zu wenig Milch geben, können Futtermittel-Lieferanten auf Basis dieser Information einen neuen Futterplan für diese Tiere anbieten – und weiterverarbeitende Unternehmen sich sogar vorausblickend auf eine geringere Milchmenge einstellen. Wenn all diese Daten miteinander kombiniert werden, kann die Agrarkette als Ganzes mehr für ihre Zielgruppe, den Landwirt, erreichen. Indem die Daten gemeinsam genutzt werden, entwickelt sich eine erfolgreiche Präzisionslandwirtschaft und der Agrarsektor wird dadurch zukunftsfähig.

Thorsten Thiede, CRM Partners AG.
Thorsten Thiede, CRM Partners AG.
(Bild: CRM Partners AG)

* Thorsten Thiede ist Vorstand der CRM Partners AG.

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