Landwirtschaft der Zukunft

Was die Digitalisierung für den Agrarsektor bedeutet

| Autor / Redakteur: Thorsten Thiede* / Elke Witmer-Goßner

Die Digitalisierung macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt und revolutioniert die Kundenbeziehungen im Agrarsektor.
Die Digitalisierung macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt und revolutioniert die Kundenbeziehungen im Agrarsektor. (Bild: Oraziopuccio, Fotolia)

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Verbraucher erleben täglich die Vorteile des digitalen Wandels: Apps machen das Leben leichter, Roboter übernehmen unliebsame Aufgaben und das Internet der Dinge ermöglicht eine Rundumvernetzung technischer Geräte im Alltag.

Die Digitalisierung erfasst dabei selbst den ursprünglichsten aller Wirtschaftszweige: die Landwirtschaft. Ob Unkraut-Roboter, die Überwachung von Feldern mittels Drohnen oder ein mit Sensoren vernetzter Stall – immer mehr Agrarbetriebe erkennen, dass neue Technologien ihre Arbeit einfacher und effizienter machen. Schlüssel zum Erfolg sind dabei die Daten, die durch neue Technologien in großen Mengen generiert werden: sie lassen sich zum Aufbau einer differenzierten und zielgerichteten Präzisionslandwirtschaft („Precision Farming“) nutzen. Und sie liefern die Basis für umfassende Informationen und Erkenntnisse, von denen nicht nur der einzelne Landwirt, sondern die gesamte Agrarkette profitiert.

Der Weg zur Präzisionslandwirtschaft

Der Wirtschaftssektor Landwirtschaft und Lebensmittel steht vor zahlreichen Herausforderungen, darunter Expansion, Mechanisierung und Intensivierung. Der Grund: Verbraucher fordern hochwertige Nahrungsmittel zu möglichst geringen Preisen – und das unter einer besseren Berücksichtigung des Tier- und Umweltschutzes. Die Voraussetzungen auf deutschen Nutzflächen haben sich dabei jedoch kaum verändert. Demzufolge ist es Aufgabe der Agrarbetriebe, ihre Produktions- und Managementprozesse zu optimieren. Die Zeiten von Bauernregeln zur Wettervorhersage und händisch ausgearbeiteten Futterplänen sind vorüber.

Durch technisch gestützte Verfahren zur Individualisierung der Feldbewirtschaftung und der Nutztierhaltung, dem sogenannten „Precision Farming“, sollen jede Pflanze und jedes Tier innerhalb des Agrarbetriebs genau die Behandlung erhalten, die sie gerade benötigen. Bei Schädlingsbefall werden also ausschließlich betroffene Pflanzen mit Pestiziden behandelt und in der Nutztierhaltung bekommen Kühe Futterzugaben entsprechend ihrem spezifischen Nahrungsmittelbedarf. Technologien wie Roboter, Drohnen und Sensoren ermöglichen hier die Erhebung von exakt jenen Informationen, die für eine Landwirtschaft nach Maß erforderlich sind.

Drohnen, Satelliten und Robotern sammeln Daten

Mit Drohnen kann ein Agrarbetrieb beispielsweise seine Nutzflächen vermessen, die Bewirtschaftungsdichte berechnen sowie Wachstum und Entwicklung seiner Pflanzen und Tiere kontrollieren. Die unbemannten Flugobjekte sind für den Landwirt ein zusätzliches Paar Augen – ähnlich wie Satelliten, mit denen sich zum Beispiel Felder und Weiden überwachen sowie landwirtschaftliche Maschinen über GPS-Signale steuern lassen. Schon in den achtziger Jahren begann zudem die Robotertechnik in die Landwirtschaft Einzug zu halten, damals zunächst in Form von Schrittzählern und Melkmaschinen. Inzwischen sind weitere wertvolle Helfer wie etwa Unkrautroboter verfügbar, die Unkräuter erkennen, in Sekundenschnelle rückstandslos aus dem Boden entfernen und dabei wertvolle Daten über die Pflanzen und ihre Umgebung sammeln. Dadurch, dass Roboter Aufgaben übernehmen, die bisher der Mensch mit erheblichem Aufwand erledigt hat, können Landwirte expandieren und ihr Unternehmen in Richtung einer Präzisionslandwirtschaft entwickeln.

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