Wichtige Aspekte beim Weg in die Cloud

Vier Kriterien für die Auswahl von Cloud-Services

| Autor / Redakteur: Rafael Laguna, CEO Open-Xchange / Florian Karlstetter

Experten-Tipps über den erfolgreichen Einsatz von Cloud-Services.
Experten-Tipps über den erfolgreichen Einsatz von Cloud-Services. (© red150770 - Fotolia.com)

Nur über die Cloud können Privatanwender, Selbständige und Kleinunternehmen innovative Software zu sensationell günstigen Preisen beziehen. Der Kauf von Serverhardware und Softwarelizenzen inklusive eigenem Betrieb mag für Großunternehmen eine Alternative sein – für Kleinunternehmen ist die Nutzung von Cloud-Anwendungen konkurrenzlos einfach und günstig.

Damit es jedoch kein “böses Erwachen” gibt, sollten Anwender bei der Auswahl ihrer Cloud-Anwendungen die folgenden vier Regeln beachten:

1. Ein Cloud-Service muss bei unterschiedlichen Anbietern erhältlich sein.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Nur wenn der Cloud-Dienst ihrer Wahl auch von verschiedenen Dienstleistern angeboten wird, können sie sicher sein, dass Kostenvorteile auch an die Kunden weitergegeben werden – wie beispielsweise bei den immer günstiger werdenden Shared-Hosting-Paketen oder vServern. Solange sie jederzeit zu einem anderen Anbieter wechseln können, wird ihr Dienstleister nicht nachlassen, Ihnen innovative Neuerungen möglichst als Erster anzubieten.

2. Es muss möglich sein, die eigenen Daten zu einem anderen Dienstleister umzuziehen.

Ist ein Anwender mit Preis, Qualität oder Service eines Dienstleisters nicht mehr zufrieden, so muss er – wie bei Domains und Webseiten – mit seinen Inhalten zu einem anderen Dienstleister umzuziehen können. Und zwar ohne, dass der Umzug besonders schwierig, zeitintensiv oder gar mit erheblichen Zusatzkosten verbunden ist. Entsprechend sollten Anwender vor der Entscheidung für eine Applikation auch nachfragen, in welchem Format die Inhalte gespeichert werden. Liegen die Inhalte in einem offenen Format vor? Oder nutzt die Cloud-Applikation ein Spezialformat, aus dem es kein Entrinnen gibt.

3. Der Service muss auch als Software verfügbar sein

Hierin liegt der Schlüssel für einen langfristig vertrauenswürdigen Online-Dienst. Denn nur wenn ein Service auch auf einer Software basiert, die öffentlich verfügbar ist, hat der Anwender die Möglichkeit, den Service auch selbst auf eigener Hardware zu betreiben. Dies kann der Fall sein, wenn ein Unternehmen beschließt, dass es sensible Informationen nicht länger einem externen Dienstleister anvertrauen möchte. Oder ein Unternehmen wünscht eine individuelle Anpassung für eine Applikation, die es bei keinem Service-Provider gibt. Auch hierfür kann der Umzug ins eigene Rechenzentrum die richtige Lösung sein.

4. Die Software muss auch als Quellcode (Source Code) verfügbar sein

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, kommt an OpenSource-Software nicht vorbei. Denn nur wenn unabhängige Experten der Anwender den Quellcode einer Software einsehen können, kann (nahezu) ausgeschlossen werden, dass vom Anbieter der Software Hintertüren (Backdoors) oder Malware in die Software eingeschleust wurden. Idealerweise steht die Software eines Anbieters auch noch unter einer OpenSource- bzw. CreativeCommons-Lizenz.

Damit können Anwender für den Fall, dass ein Anbieter vom Markt verschwindet bzw. eine Software nicht mehr weiterentwickelt, deren Pflege einfach “in die eigene Hand nehmen”.

Der Autor

Rafael Laguna ist CEO und Mitgründer der Open-Xchange AG, die mit mehr als 100 Mitarbeitern in Olpe, Hamburg und Nürnberg Kommunikations- und Collaboration-Software für Internetdienstleister wie 1&1 Internet, Strato und Host Europe entwickelt.

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