AWS Summit 2015 - ein erstes Resümee

Unternehmen drängen in Frankfurter Amazon-Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Hase / Florian Karlstetter

Werner Vogels, CTO von Amazon, sieht hybride Szenarien als Übergang zur Cloud an.
Werner Vogels, CTO von Amazon, sieht hybride Szenarien als Übergang zur Cloud an. (Bild: VBM-Archiv)

Amazon trifft mit dem deutschen Cloud-Rechenzentrum anscheinend einen Bedarf. Wie der Anbieter auf seinem Berliner AWS Summit 2015 mitteilte, ist in der Firmengeschichte bislang keine neue Region schneller gewachsen als die Frankfurter.

Cloud-Ressourcen auch in deutschen Rechenzentren bereitzustellen, hat sich für Amazon Web Services (AWS) als richtiger Schritt erwiesen. Auf seiner Kunden- und Partnerkonferenz AWS Summit 2015 in Berlin teilte das Unternehmen am Dienstag mit, die Region Frankfurt sei die bislang am schnellsten wachsende neue Region in der Firmengeschichte. „Die Dämme beginnen aufzubrechen“, sagte Martin Geier, General Manager AWS Germany, gegenüber Vogel IT-Medien.

Die weltweite AWS-Infrastruktur gliedert sich aktuell in elf Regionen, in denen Services bereitgestellt werden. Bis das Frankfurter Rechenzentrum im vergangenen Oktober ans Netz ging, griffen europäische Kunden auf Ressourcen der Region Dublin zu. Der deutsche Standort dürfte einige Bedenken hiesiger Unternehmen gegen die Public Cloud zerstreut haben. So präsentierte Amazon auf dem Summit den Autokonzern Audi und den Etailer Zalando als neue Referenzkunden. Außerdem würden DAX-Konzerne wie Bayer, SAP und Siemens die AWS-Cloud nutzen – ebenso wie öffentliche Institutionen wie das Frankfurter Städel Museum, das Max-Planck-Intstitut und die TU München.

Konkrete Zahlen für die Region Frankfurt nannte Amazon allerdings nicht. Weltweit erzielte AWS im ersten Quartal 2015 einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wegen des starken Wachstums in Deutschland plant das Unternehmen, in den kommenden sechs Monaten 130 neue Mitarbeiter einzustellen. Die Neuzugänge sollen alle Geschäftseinheiten verstärken, auch Vertrieb und Partnerbetreuung.

Breites Portfolio

Nicht zuletzt ist dem Anbieter an zusätzlichen Programmierern gelegen. Denn eines der Teams, die die zentrale Compute-Plattform EC2 weiterentwickeln, sitzt in Dresden. Und in Berlin arbeiten Entwickler am neuen Machine Learning, das Werner Vogels, CTO von Amazon, in seiner Keynote auf dem Summit vorstellte. Mit diesem Service, der im April erstmals angekündigt wurde, erweitert AWS das Portfolio für Analyse und Reporting um Tools für Predictive Analytics. Als weiteren, vergleichsweise neuen Dienst ging Vogels auf das Elastic File System, ein verteiltes Dateisystem in der Cloud, ein.

Der Amazon-Vordenker bezeichnete „die Breite und Tiefe des Portfolios“ als ein Merkmal, das AWS von anderen Cloud-Anbietern unterscheide. Neben Compute- und Storage-Ressourcen stellt der Provider mittlerweile rund 40 Services aus den Bereichen Administration & Security, Platform (Analytics, App Services, Developer Tools) und Enterprise Applications (Mail & Collaboration, Virtual Desktops) bereit. Im vergangenen Jahr kamen 516 neue Features hinzu. Preiseffizienz führte Vogels als weiteres differenzierendes Merkmal an: 49 Mal senkte der Cloud-Pionier, der 2006 mit den ersten Angeboten an den Markt ging, seither die Tarife.

Hybride IT ist kein Ziel

Als entscheidendes Kriterium nannte der CTO die Sicherheitsphilosophie von AWS. „Man kann nicht über Cloud reden, ohne auf Security einzugehen.“ Das Thema besitze „Priorität Nummer eins“ für den Anbieter, der massiv in die eigene Sicherheitsinfrastruktur investiere und für seine Datacenter alle erdenklichen Zertifizierungen erworben habe. Das Sicherheitsniveau der Amazon-Cloud sei für Unternehmen in ihrer On-Premises-IT gar nicht zu erreichen.

„Cloud ist in Deutschland angekommen“

AWS Enterprise Summit 2015

„Cloud ist in Deutschland angekommen“

13.04.15 - Rund 600 Kunden und Interessenten kamen am 24. März zum AWS Enterprise Summit in das Frankfurter Messe-Kongresszentrum CCM, um sich über aktuelle technologische Entwicklungen bei dem Cloud-Dienstleister zu informieren und anhand zahlreicher Kundenbeispiele zu prüfen, ob auch für sie AWS eine Alternative zur eigenen Infrastruktur sein könnte. lesen

Grundsätzlich machte Vogels deutlich, dass er Cloud Computing nicht für eine Ergänzung der klassischen IT hält, sondern für das Modell der Zukunft. „Gegen die Cloud zu sein ist so, als würde man gegen die Schwerkraft kämpfen.“ AWS unterstütze zwar hybride Szenarien. „Die hybride IT ist aber nicht das Ziel, sondern nur ein Teil der Reise.“

Mehr über den AWS Summit 2015 erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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