Cloud-Security richtig dirigieren Cyberresilienz in der Cloud

Ein Gastbeitrag von Frank Schwaak* 4 min Lesedauer

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Unternehmen zieht es weiterhin in die Cloud. Die oftmals zerfaserte Infrastruktur über verschiedene Konten, Regionen und Cloud-Anbieter hinweg erschwert die Kontrolle über Daten und Kosten. Andererseits erleichtert die große und diverse Angriffsfläche den Zugang für Ransomware und Co. Nur mit einer hohen Cyberresilienz behalten Unternehmen den Cloud-Dirigierstab in der Hand.

Um eine komplexe hybride oder Multi-Cloud-Infrastruktur zu schützen, braucht es eine proaktive Cyberresilienz-Strategie.(Bild:  idambeer - stock.adobe.com)
Um eine komplexe hybride oder Multi-Cloud-Infrastruktur zu schützen, braucht es eine proaktive Cyberresilienz-Strategie.
(Bild: idambeer - stock.adobe.com)

Das Tempo der Cloud-Migration bleibt auf hohem Niveau. Laut dem „Zero-Labs-Bericht 2023“ haben Unternehmen im letzten Jahr durchschnittlich ihr Datenvolumen in der Cloud um 73 Prozent erhöht. Zudem werden dort zunehmend auch geschäftskritische Daten abgelegt.

Doch damit erhöht sich die Attraktivität der Cloud für Bedrohungsakteure: Diese greifen mittlerweile Cloud-Daten wesentlich häufiger an als On-Premises-Infrastrukturen. Unser aktueller Zero Labs Report zeigt das folgende Bild: Bei den im Jahr 2023 im deutschen Raum attackierten Opfern waren gleichzeitig mehrere Infrastruktur-Ebenen betroffen. 82 Prozent der Angriffe zielten auf Datenbestände in SaaS-Plattformen. 62 Prozent entfielen auf die Cloud (IaaS) und 40 Prozent auf On-Premises. Tatsächlich wurden im letzten Jahr 94 Prozent der Cloud-Nutzer angegriffen und 62 Prozent wurden erfolgreich kompromittiert.

Hinzu kommt, dass die Cyberkriminellen nicht mehr nur Daten verschlüsseln, sondern auch Daten exfiltrieren, um diese dann im Rahmen von Double Extortion zweifach zu monetarisieren. Für Unternehmen wird die Recovery nach einem erfolgreichen Ransomware-Angriff also zunehmend teurer. Denn sie zahlen nicht nur für Entschlüsselung, sondern auch für die Wiedererlangung der abgeflossenen Daten.

Zudem legen Cloud-Anbieter in der Regel die Verantwortung für den Datenschutz den Unternehmen auf. Dies ergibt sich aus dem wachsenden Druck, die Kosten für die Cloud-Speicherung einzudämmen und zu optimieren. Somit müssen Unternehmen die kritische Aufgabe des Datenschutzes selbst übernehmen. Mit dem Umstieg in die Cloud wird es deshalb zur Pflicht, auch die Cybersecurity auf die neue komplexe Umgebung anzupassen und sicherzustellen, dass alle Security-Komponenten passend zusammenspielen. Unternehmen werden also zum „Cloud Data Security Dirigenten“.

Weil Datenschutzverletzungen in der Cloud aber unvermeidbar sind, sollten IT- und Sicherheitsverantwortliche proaktiv umfassende Cyberresilienz- und Wiederherstellungsstrategien entwickeln. Wer seine Cyberresilienz erhöhen und seine Daten schützen will, muss die Herausforderungen kennen, die die Cloud mit sich bringt und seine „Cloud-Daten-Sinfonie“ gezielt auf diese anpassen.

Herausforderungen der Cloud-Cybersecurity: Übersicht und Verteilung

Cloud-Dienstleister machen es ihren Kunden so einfach wie möglich, Cloud-Ressourcen zu buchen. Unternehmen nutzen diese Flexibilität gerne, was jedoch zu einem Verlust von Übersicht und Datenkontrolle führen kann. Zunehmend sind die Daten dezentralisiert über verschiedene Konten, Regionen und Cloud-Dienste hinweg verstreut und werden durch unterschiedliche Teams verwaltet. Da die Cloud webbasiert ist und man von überall auf der Welt auf sie zugreifen kann, ist sie zudem einfacher zu penetrieren als reine On-Premises-Infrastrukturen. So vergrößert sich insgesamt das Bedrohungspotenzial mit hybriden oder Multicloud-Architekturen deutlich.

Die Verteilung der Storage-Infrastruktur erschwert zusätzlich die Übersicht. Es gibt oftmals keine zentrale Stelle, die Einblicke in die Daten gewähren kann. 70 Prozent der Daten liegen in einem typischen Cloud Storage in Objekt-Speichern, die aus Security-Sicht einer Blackbox gleichen. Denn deren Inhalte können mit herkömmlicher Sicherheitstechnologie meist nicht maschinell gelesen oder inspiziert werden.

Für Unternehmen ist es deshalb nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Daten sie haben, wie vollständig diese sind und welche kritisch sind. Compliance ist unter diesen Bedingungen eine Herausforderung. Ältere, nicht mehr gebrauchte Daten sollten etwa regelmäßig gelöscht werden – nicht einfach umzusetzen, wenn die Datenübersicht fehlt. Wo sind die verschiedenen Daten gespeichert? Sind sie richtig gespeichert? Sind Daten compliancekonform geschützt oder liegen sie offen? Wer hat Zugriff und ist dieser Zugriff berechtigt? Wer nicht in der Lage ist, diese Fragen zu beantworten, kann auch potenzielle Bedrohungen nicht überwachen und deren Auswirkungen mindern. Im Falle eines Angriffs ist es schwierig festzustellen, wie schwerwiegend die Folgen sind.

Eine unvollständige Datenübersicht führt also zu Sicherheits-Kontrollverlust. Gezielte Datenschutz-, Sicherheits- und Backup-Maßnahmen lassen sich nicht optimal umsetzen. Doch gerade Unternehmen mit einer komplexen Cloud-Infrastruktur brauchen eine intelligente Backup- und Recovery-Strategie, damit der Geschäftsbetrieb im Ernstfall schnell wiederhergestellt werden kann. Dafür müssen konsistente Sicherheitsmaßnahmen für alle Daten sichergestellt und Compliance garantiert werden.

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Eine weitere Herausforderung im Cloud-Management sind die Kosten, die aufgrund flexibler Deployments schnell außer Kontrolle geraten können. Denn mit der Masse der gespeicherten Daten steigt auch das dazu notwendige Backup-Volumen, was wiederum zusätzliche Kosten verursacht.

Mit einer hohen Cyberresilienz dirigieren Sie das Cloud-Orchester

Um eine komplexe hybride oder Multicloud-Infrastruktur zu schützen, braucht es eine proaktive Cyberresilienz-Strategie. Die Grundlage dafür bildet wiederum eine einfache, einheitliche und vollständige Lösung für Cyberresilienz, die zudem für Cloud-Ausgaben optimiert ist. Native Backup-Werkzeuge auf der anderen Seite sind oftmals nicht für Kosteneinsparung optimiert, schwierig über großflächige Cloud Deployments zu managen und zudem fehlt es ihnen an essenziellen Cybersecurity-Features. Mit der richtigen Strategie und einer einheitlichen Lösung behalten Unternehmen hingegen die Kontrolle über ihre Daten, garantieren Compliance, senken Kosten und werden damit zu wahren Cloud-Security-Dirigenten.

* Der Autor Frank Schwaak ist Field CTO EMEA bei Rubrik.

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