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HOSTING UND SERVICE PROVIDER SUMMIT 2014 Systemhäuser werden bei der Cloud weiterhin gebraucht

| Redakteur: Sarah Gandorfer

Höhepunkt des zweiten Tages des HOSTING UND SERVICE PROVIDER SUMMIT 2014 war der Channel Roundtable. Hier diskutierten hochkarätige Vertreter aus Distribution, von IT-Dienstleistern und Herstellern, wie es mit der Cloud weitergeht.

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IT-BUSINESS-Redakteur Michael Hase (fünfter von links) moderierte den Channel Roundtable.
IT-BUSINESS-Redakteur Michael Hase (fünfter von links) moderierte den Channel Roundtable.
(IT-BUSINESS / Sarah Maier)

Der zweite Tag startete mit einem großen Roundtable über „Systemhäuser, Managed Service Provider, Hoster: Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand“. Die Disskusionsrunde war hochkarätig mit Jürgen Dominik von Dell, Titus Höflich von Bechtle, André Kiehne von Dimension Data, Mark Müller von Tech Data, Ulrich Seibold von HP und Peter Zach von ACP IT-Solutions besetzt.

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Die Moderation übernahm IT-BUSINESS-Redakteur Michael Hase. Gleich am Anfang schieden sich die Geister der Diskutanten. Einerseits sprach Müller als Distributionsvertreter von einem Sterben der klassischen Händler, andererseits war Systemhaus-Vertreter Kiehne der Meinung, dass es weiterhin sowohl klassische wie auch Cloud-Reseller geben werde. Wobei es Skalen-Effekte geben werde, welche kleinere Systemhäuser nicht mitnehmen können. Diese müssten sich spezialisieren, um zu überleben, betonte Dominik.

„Es kommen jedoch ISVs und Fachabteilungen hinzu, welche sich aus der Cloud bedienen und zur Konkurrenz des Systemhauses werden“, wies Zach hin. Dennoch sieht Höflich die Zukunft nicht allzu grau: „Bei Bechtle gibt es seit viereinhalb Jahren Infrastructure as a Service. Wir bieten diese als Bestandteil unseres Angebots. Solange Legacy-Anwendungen noch schwer virtualisierbar sind, wird das Kerngeschäft eines Systemhauses gebraucht.“

Ökosystem Channel

Kiehne ermahnte zudem, dass das gemeinschaftliche Ökosystem „Channel“ aufrechterhalten werden müsse, auch wenn sich die Erbringer der IT-Dienstleistungen änderten.

Hersteller-Vertreter Seibold erwehrte sich während des Roundtables des Vorwurfs, dass HP durch das Vertriebsmodell den Systemhäusern Kunden wegnähme: „Systemhäuser sind Systemintegratoren – HP sieht diese eher als Partner und überlegt, ob für diesen Vertriebsweg überhaupt eine Distribution gebraucht wird.“

Tech-Data-Vertreter Müller sah die Notwendigkeit der Distribution allerdings weiter für gegeben: „Wir sehen Hoster und Provider als wichtiges Klientel, da sie Software bei uns kaufen.“

Breitbandausbau

Dem runden Tisch folgte eine Keynote von Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer von Breko. Seine Sorge galt dem „Beitbandausbau in Deutschland. Status quo und next steps!“. Der Glasfaserausbau schreite zwar voran, aber noch ist die Versorgung nicht breit genug. Momentan seien es vor allem die lokalen Carrier, wie die Stadtwerke, welche das Netz ausbauen.

Auch entwickelten sich derzeit neue Geschäftsmodelle, bei denen Unternehmen miteinander kooperieren, um die Investitionskosten zu reduzieren. Die Aufgaben teilten sich dann in passive Technik, wie Leerrohre oder Dark Fibre verlegen. Bei der aktiven Technik geht es darum, den Netzbetrieb aufrecht zu erhalten und darauf aufgesetzt die Dienste wie Telefon, Internet, Daten und TV anzubieten und zu vertreiben. Wir brauchen diese Netze heute, um in Zukunft entsprechende Bandbreiten bieten zu können!“ Derzeit sind noch 80 Prozent der Breitbandanschlüsse bei der Deutschen Telekom, doch diese baut nicht schnell genug aus.

Als zweiter Keynotespeaker des Tages kam Dr. Béla Waldhauser, CEO von Telehouse Deutschland, auf die Bühne. Sein Vortrag handelte von „XaaS 4.0 – Fluch oder Segen?“ Die Kombination aus Databiltiy und Industrie 4.0 schaffe neue Kommunikationsplattformen in Echtzeit zwischen Maschinen, Anlagen und Herstellern, auf die sich IT-Dienstleister einstellen müssten.

Die letzte Keynote der Veranstaltung bestritt Unternehmensberater Gerhard Sundt. Sein Vortrag ging über Venture Capital. Dabei erklärte er, wie IT-Firmen bewertet werden und so für potenzielle Käufer interessant werden. Er spricht auch das Thema Crowed Founding sowie die Pros und Contras dieser Geldbeschaffungs-Variante an.

Award-Verleihung

Zum Abschluss der Veranstaltung verlieh Werner Nieberle, Geschäftsführer des Vogel IT-Medien Verlags, noch die HOSTING-UND-SERVICE-PROVIDER-Awards. Die nominierten Teilnehmer hatten drei Minuten Zeit, auf der Bühne ihr Unternehmen vorzustellen. In der Kategorie Plattform-Services schaffte es Cloudcontrol aufs Siegertreppchen. Mit ein Grund für diese Entscheidung war das White-Label-Angebot des Unternehmens. Es muss dabei gesagt werden, dass die Bewertungen der Jury bei allen vorgestellten Dienstleistern sehr eng beieinanderlagen.

In der Kategorie Infrastruktur gewann Link11 den ersten Platz. Das Unternehmen überzeugte durch die technische Lösungs-Kompetenz und das Beherrschen der damit einhergehenden Komplexität. Es folgte auf Platz zwei die PCS AG und Platz drei belegte Mindtime Backup.

Im Bereich Application Services erklomm Nettask das Siegerpodest. Das Unternehmen punktete mit Fax und Telefonie aus der Cloud.

Weitere Impressionen vom HOSTING UND SERVICE PROVIDER SUMMIT 2014 finden Sie in der Bildergalerie:

HOSTING & SERVICE PROVIDER Summit 2014
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