VMware ist ein wesentlicher Wegbereiter des Cloud Computings. Dieses schickt sich gerade an, den Anwendern über den Kopf zu wachsen. Was tut VMware, um sein Machwerk einfacher handhabbar zu machen? Das wollten wir von Holger Brink wissen, Senior Business Solution Strategist - Advisory Services Central and Eastern Europe bei VMware.
Was tut VMware, um die Komplexität aus der Multi-Cloud zu bekommen?
(Bild: gemeinfrei, WoBau / Pixabay)
VMware ist an allem Schuld! Mit Virtualisierungsprodukten für den Mac nahm die Erfolgsgeschichte des Unternehmens seinen Lauf. Das war – der Autor muss sich an die Graue Vorzeit seiner Redaktionstätigkeit erinnern – Mitte bis Ende der 90er-Jahre. Aus dem Anbieter eines Nischenproduktes für Heimanwender wurde der Grundsteinleger fürs Cloud Computing: Nachdem Betriebssysteme virtualisiert wurden, hoben ganze Rechenzentren ab und gebaren das Konzept des Utility Computings, wie man die Cloud dann zu Beginn des neuen Jahrtausends nannte.
Aufgetaucht aus der grauen Vorzeit steht VMware heute im Auge des Sturms beziehungsweise der hybriden Multi-Cloud. Was hat das Unternehmen nur angerichtet? Ein Verfahren, das die Nutzung von Ressourcen einfacher und ökonomischer machen sollte, wurde ein Komplexitäts-Biest, das heute Anwender zu verschlingen droht. Dafür muss sich Holger Brink, Senior Business Solutions Strategist bei VMware, „rechtfertigen“:
CloudComputing Insider: Fühlen Sie sich schuldig, Herr Brink? VMware kann als Grundsteinleger des Cloud Computings betrachtet werden. In der Folge erschlägt heute die Komplexität der Multi-Cloud die Anwender.
Holger Brink: Schuldig im Sinne der Grundsteinlegung. Das Gegenteil zum Vorwurf der Verantwortung in diesem Zusammenhang für die daraus resultierenden Probleme mit der Komplexität. Lange schon haben wir, durch die weite Verbreitung unserer Lösungen, eine Entwicklung mit dem Fokus auf die digitale Transformation unserer Kunden. VMware steht für eine grundsätzliche Vereinbarung von Innovation und Betreibbarkeit in einer Multi-Cloud-Welt. Auch wir sehen den großen Bedarf, dass eine Multi-Cloud-Strategie die wichtige Frage nach der Integration mit sich bringt. Wir sind überzeugt, dass die Transformation unserer Kunden in die Multi-Cloud-Welt mit einer belastbaren Planung unterlegt werden muss. Diese Planung verbindet die Möglichkeiten der organisatorischen Transformation mit dem Erreichen von Fähigkeiten, welche für die Nutzung von Mehrwerten sinnvoll und wichtig sind. Anders gesagt: Neben der konsequenten Virtualisierung auf allen Ebenen, um möglichst unterbrechungsfreie IT-Prozesse nutzen zu können, braucht es eine Anpassung der Organisation, die diese Transformation unterstützt.
Das Problem der Komplexität der Multi-Cloud leugnen Sie also grundsätzlich nicht?
Brink: OK, eine Vermehrung der Möglichkeiten durch Multi-Cloud bringt zusätzliche Aufgaben mit sich. Der Umgang damit entscheidet aus unserer Sicht darüber, ob es eine Last oder eine Chance ist. Wir sorgen dafür, dass die private Cloud, also das eigene Software-defined Datacenter, nicht neben den verschiedenen Cloud-Plattformen genutzt wird, sondern ein integraler Bestandteil der Multi-Cloud-Welt ist. Damit erreichen wir, dass die zusätzlichen Angebote in der Multi-Cloud in einem günstigen Verhältnis zum Betrieb stehen. So können unsere Kunden in die Multi-Cloud wachsen ohne neue IT-Silostrukturen entstehen zu lassen. Wir ermöglichen und propagieren in diesem Zusammenhang sogar den Abbau von vorhandenen IT-Silos, um der Komplexität eine wirkliche End-to-end Verantwortung für die bereitgestellten IT-Produkte entgegenstellen zu können. Dies ist die große Chance, die Innovationskraft, die einem Multi-Cloud-Szenario innewohnt, nutzen zu können.
Wie will VMware das Problem der Komplexität ganz konkret auflösen, was ist Ihr Ansatz?
Brink: Zunächst geht es um die konsequente Virtualisierung von Compute, Storage und Network. So entsteht das Software Defined Datacenter, aka Private Cloud. Diese private Cloud kann nahtlos mit Multi-Cloud-Angeboten verzahnt und auch gemeinsam verwaltet werden. Diese Interoperabilität eliminiert Nutzungs- und Verwaltungshürden. Zweitens komm die Automatisierung von Prozessen. Ermöglicht wird dies durch den Software-defined Ansatz. Die Automatisierung ist die Basis für die Erweiterung des Self Services: Den Nutzern eines Services wird ermöglicht diesen selbst bereitzustellen bei hoher Transparenz der Kosten. Ob in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum ist dann für den Nutzer und den Betrieb unerheblich. Drittens wird Monitoring benötigt, um damit die Automatisierung nutzen zu können. Das Erkennen von Schwachstellen, Störungen oder hohen Kosten und das weitestgehend automatisierte Beseitigen der Probleme ist ein längerer Weg, der kontinuierlich angepasst wird. Es ist aber sehr lohnend, um die Kompetenz der Mitarbeiter bei den wirklich wichtigen Entscheidungen nutzen zu können. Es folgt die intrinsische Sicherheit mit einem Zero Trust-Ansatz: Dazu gehört auch die Nutzung von aktuellen Versionen von Software. SaaS hilft hier versionsbedingte Sicherheitslücken zu schließen. VMware arbeitet strategisch in die Richtung die Lösungen als SaaS anbieten zu können. In der privaten Cloud wie in der Public Cloud. Und schließlich kommen wir zur Flexibilität in der Anwendungsnutzung. Die Anforderung der Nutzung von Multi-Cloud-Angeboten bringt ohne VMware das Risiko der Kostenexplosion in einer Lock-In Situation mit sich. VMware ermöglicht die Nutzung der Multi Cloud ohne den riskanten Lock-In. Die Transformation der Anwendungslandschaft, so wie sie nützlich und sinnvoll ist, wird durch VMware Technologie für alle Plattformen der Multi-Cloud-Welt ermöglicht. Mit der wichtigen Möglichkeit, Anwendungen in dem für sie sinnvollsten Kontext – Kosten, Mehrwert, Time To Market usw. – über die Zeit flexibel betreiben zu können.
Stand: 08.12.2025
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Hier vermisse ich den Technologieansatz: Ihre Strategie läuft – wenn ich es richtig verstehe – auf eine Nutzung einer Plattform hinaus, die mittels Container die verschiedenen Clouds verwaltet, richtig?
Brink: VMware stellt für alle Arten von Anwendungen strategische Lösungen bereit. Die Vielfältigkeit der Anwendungslandschaft wird in unserem holistischen cloud-übergreifendem Lösungsansatz berücksichtigt. Container spielen aber bei der Modernisierung und der Entwicklung von neuen Anwendungen eine große Rolle. Unsere cloud-übergreifende Plattform ermöglicht das Erstellen und Verwalten von klassischen und Container basierten Workloads. Dieser Freiheitsgrad ist wichtig, da die Modernisierung von Anwendungen – z.B. eine Aufteilung monolithischen Software in einzelne Funktionen – je nach Unternehmensgröße ein aufwändiger und teurer Prozess ist. VMware stellt eine einheitliche Plattform im eigenen Rechenzentrum und in der Public Cloud bereit, die mit denselben Verwaltungswerkzeugen betrieben werden kann. Die Workloads in dieser Multi-Cloud-Welt sind flexibel verschiebbar. Somit können unsere Kunden auf Kostenveränderungen oder Ressourcenengpässe reagieren und neben der definierten Kapazität des Rechenzentrums Erweiterungen in der Multi-Cloud dazu buchen.
Sehen Sie irgendwelche anderen Wege, die Komplexität der Multi-Cloud zu verringern?
Brink: Cloud-übergreifendes Management und Sichtbarkeit, Flexibilisierung der Laufzeitumgebung und der damit verbundenen Kosten. Das sind die Parameter um in der Kombination aus Mehrwert, Betreibbarkeit und Kosten für die Unterstützung des Firmenziels, die bestmögliche Lösung für jede Anwendung zu finden. Unter dem Aspekt, dass die bestmögliche Lösung sich mit der Zeit ändern kann und wird. Dieser Ansatz ist aus unserer Sicht der richtige, um die Komplexität zu verringern und trotzdem die Mehrwerte der Multi-Cloud-Angebote zu nutzen.