Worauf beim Providerwechsel oder Ausstieg aus der Cloud zu achten ist

Sicher von Wolke zu Wolke

| Autor / Redakteur: Maik Schmidt, Teamleiter Planung & Design bei BCC / Florian Karlstetter

Wenn Unternehmen sich aus der Public cloud zurückziehen oder den Provider wechseln wollen, sollten einige wichtige Aspekte beachtet werden.
Wenn Unternehmen sich aus der Public cloud zurückziehen oder den Provider wechseln wollen, sollten einige wichtige Aspekte beachtet werden. (© Thomas Jansa - Fotolia.com)

Wollen Unternehmen sich aus der Cloud zurückziehen oder den Anbieter wechseln, sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Ist ein Ende der Zusammenarbeit nicht vertraglich geregelt, ist Ärger oft vorprogrammiert und im schlimmsten Fall gehen wertvolle Daten verloren. BCC erklärt, worauf bei einem Anbieterwechsel geachtet werden sollte.

Das Ende kommt am Anfang: Für Unternehmen ist es sehr wichtig, den richtigen Provider zu wählen und in Vorabgesprächen alle Möglichkeiten vertraglich zu fixieren. Bisher denken nur die wenigsten daran, den Auszug aus der Cloud anzusprechen und die Rahmenbedingungen dafür festzulegen. Dabei ist dieser Punkt elementar. Schließlich geht es vor allen Dingen um hochsensible Unternehmensdaten, die zu schützen und unter Umständen sicher in eine neue Cloud zu verschieben sind.

Was passiert also mit den Daten, wenn der Kunde zu einem anderen Provider wechselt oder verschiedene Cloud-Provider parallel nutzt? Selbst eine mögliche Insolvenz des Anbieters dürfen Kunden aus ihren Überlegungen nicht ausklammern. Provider sollten bei diesem heiklen Thema unbedingt Vertrauen aufbauen und Zusammenarbeit signalisieren. Für Unternehmen, die sich nicht bereits vor dem Einstieg in die Cloud Gedanken über ein Ende der Zusammenarbeit gemacht haben, kann der Absprung ansonsten problematisch werden.

Standards erhöhen Interoperabilität

Der erfolgreiche Abzug der Daten aus der Wolke hin zu firmeneigenen Servern oder in eine andere Cloud hängt von einem wesentlichen Faktor ab: der Interoperabilität. Für einen Anbieterwechsel im Cloud Computing halten Experten hingegen die Interoperabilität zwischen den verschiedenen Providern bisher für zu gering und den zu betreibenden Aufwand für einen Wechsel zu hoch.

Die erleichterte Zusammenarbeit und höhere Transparenz sind daher seit Jahren die wesentlichen Beweggründe, die Standardisierung im Cloud Computing weiter voranzutreiben. Auf den ersten Blick keine gute Voraussetzung für den Umzug aus der Cloud, aber durch verbindliche Vereinbarungen zwischen Provider und Kunden ist der Absprung aus der Wolke unkompliziert zu realisieren.

Kompatible Formate erleichtern den Umzug

Zur beliebtesten Cloud-Lösung gehört Software as a Service. Oft nutzen Unternehmen aus dieser Sparte gemanagte Mailing-Dienste für die firmeneigene Kommunikation. Beendet das Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Cloud-Provider, stellt sich hier schnell die folgende Frage: Wie kommen wir an unsere E-Mails aus den letzten fünf Jahren? Gibt es dafür Automatismen seitens des Providers oder ist das Unternehmen gezwungen, manuell ein Speichern der Daten auf die firmeneigenen Server zu veranlassen?

Ein wichtiger Knackpunkt bei der Umsiedlung von Daten ist daher das verwendete Format. Microsoft, Citrix und VMWare benutzen unterschiedliche Datenformate, die untereinander nicht kompatibel sind. Im besten Fall verwenden Provider bei der Datenübergabe daher ein Format, das von allen Diensten lesbar ist. Kompatible Datenformate reduzieren wesentlich das Risiko möglicher Komplikationen beim Anbieterwechsel.

Datenvernichtung sicherstellen

In die vertragliche Vereinbarung gehört auch eine Einigung über den Umgang mit Daten nach Ende der Zusammenarbeit. Eine Vernichtung ist dabei für beide Parteien von Interesse. Dem Unternehmen liegt vor allem daran, dass niemand Zugriff auf die extern gelagerten Daten erhält, um sich so vor Missbrauch zu schützen. Für den Provider hingegen zählen die beanspruchten Ressourcen. Mit dem Löschen der Daten sind diese wieder verfügbar und somit frei für andere Projekte.

Maik Schmidt, Teamleiter Planung & Design bei BCC.
Maik Schmidt, Teamleiter Planung & Design bei BCC. ()

„Aus Provider-Sicht ist es erstrebenswert, die freien Ressourcen schnellstmöglich wieder einzusetzen“, erklärt Maik Schmidt, Teamleiter Planung und Design bei BCC. „Deshalb haben wir eine automatische Löschfunktion für nicht mehr benötigte Daten eingebaut. Die Daten sind für einen kurzen Zeitraum noch bei uns hinterlegt. So kann der Kunde im Notfall darauf zurückgreifen. Nach Ablauf der Frist erfolgt dann aber die automatische Löschung durch das System. So gewährleisten wir unseren Kunden eine vollständige Datenvernichtung und vermeiden die Angst vor Datenmissbrauch.

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