Der Kauf von Informatice durch Salesforce ist abgeschlossen. Jetzt kann der CRM-Spezialist eine sinnvolle Aufgabe für deren Produktportfolio an Tools für Stammdatenverwaltung, Datenintegration und -reinigung präsentieren. Zusammen mit Data 360 und Mulesoft soll Informatica vertrauenswürdigen Kontext für alle Daten liefern, die von Apps und KI-Agenten benötigt werden.
Informatica soll nach der abgeschlossenen Übernahme allen Salesforce-Apps und Agenten Metadaten und Kontext mitgeben und so Vertrauen rechtfertigen.
(Bild: Salesforce)
Kürzlich hat Salesforce eine mit Informatica kombinierte Lösung vorgestellt, die allen KI-Apps und KI-Agenten, die mit Agentforce 360 erstellt werden, vertrauenswürdigen Kontext mitgeben soll. Bei diesen Metadaten des Datenkatalogs handelt es sich zunächst um alle Angaben, die mit Governance zu tun haben: Datenschutz, Datenbesitzer, Datenherkunft und -aktualität sowie alle sicherheitsrelevanten Richtlinien.
Zum anderen werden nun auch die Stammdaten hinzugefügt, die in Informatica vorliegen und ständig gepflegt werden. Aber auch relevante Daten, die in Public und Hybrid Clouds vorliegen, sollen mithilfe des MCP-Protokolls (Model Context Protocol) zur Verfügung stehen, wenn beispielsweise eine Wertschöpfungskette von KI-Agenten ausgeführt wird. „Informatica versteht sich als die neutrale Schweiz für Daten und KI“, unterstrich Krish Vitaldevara, Chief Product Officer (CPO), Informatica, in einer Online-Pressekonferenz. Das bedeute, dass alle Daten aller Hyperscaler usw. von Informatica verarbeitet würden.
Saubere Daten entscheiden über den ROI von KI-Projekten
Weil nach Angaben einer Studie der Rand Corporation rund 80 Prozent aller KI-Projekte entweder scheitern oder nicht den erwarteten ROI liefern (das MIT eruierte sogar 95 Prozent), soll nun die Kombination aus Informatica, Mulesoft und Data 360 eine Grundlage durch vertrauenswürdigen Kontext liefern: eine „Unified Data Engine for Trusted Context“.
Kontext ist notwendig, um aus disparaten Daten vertrauenswürdige Ergebnisse zu generieren.
(Bild: Salesforce)
Die Akquisition von Informatica durch Salesforce wurde am 18. November 2025 abgeschlossen. Da es zusammen mit Mulesoft nun zwei Lösungen für Datenintegration gibt, fragten sich Marktbeobachter zu Recht, wie Salesforce die jeweiligen Aufgabengebiete sortieren würde. Diese Frage ist nun beantwortet. Mulesoft kümmert sich neben Datenintegration um API-Integration und Automation, während Informatica Master Data Management (MDM), einen Datenkatalog, Datenqualitätsaufgaben und Governance-Aufgaben wie Datenschutz beisteuert.
Der Dritte im Bunde, Salesforce Data 360, ermöglicht die Harmonisierung unstrukturierter Daten, RAG (Retrieval Augmented Generation) und „Aktivierung“, also Inbetriebnahme. Dieses Trio regelt die Verarbeitung zahlreicher Datenquellen, um sie, mit vertrauenswürdigem Kontext versehen, KI-Agenten, Apps, Tableau, Slack, Channels und Partnern zur Verfügung zu stellen.
Rahul Auradkar, EVP & GM für Unified Data Services, Data 360 & AI Foundations, Salesforce, hob in der Pressekonferenz hervor, dass bei diesen Datenflüssen und Workflows keine zusätzlichen Kopien der Daten angelegt würden. Das Prinzip „Zero Copy“ spare Speicherplatz, Kosten und Latenzzeit. Als Bestandteil der Agentforce-360-Plattform bildet die Unified Data Engine die Datenschicht, also das Fundament dieser KI-Plattform.
Die Komponenten der Unified Data Engine
Als erstes kombiniert Data 360 drei Komponenten, die zu Agentforce Kontext und Verständnis eines menschlichen Experten beitragen.
1. Enterprise Understanding (Data 360 und Informatica): Zunächst müssen Apps und KI-Agenten die Definitionen eines Unternehmens verstehen. Informatica füttert Data 360 mit der Metadaten-„Intelligenz“, die erforderlich ist, um die Kerngeschäftseinheiten und deren Beziehungen zueinander zu definieren.
Enterprise MDM: Während Data 360 sogenannte „goldene Datensätze“ für Firmenkunden erstellt, liefert Informatica mit seinem Master Data Management (MDM) Informationen über den Rest der Geschäftsobjekte, also über Produkte, Lieferanten, Vermögenswerte und mehr. Dadurch wird ein gemeinsamer Wortschatz über Daten erstellt, der dazu beiträgt, dass die Apps und KI-Agenten verstehen, dass Teil A im Lager das gleiche ist wie „SKU-123“ im Katalog.
Datenkatalog: Die Engine kombiniert das Metadatenmodell von Salesforce mit dem Metadatenmodell von Informaticas unternehmensweitem Datenkatalog, um eine einheitliche Sicht der Firmendaten über Systeme hinweg zu erstellen. Das bietet den Apps und KI-Agenten eine Art Karte von Artefakten und Vermögenswerten, die in den On-Premise-Systemen, Data Lakes und in der Legacy-Infrastruktur gespeichert sind.
Data Lineage: Diese Informatica-Funktion fungiert als Datenverifizierungsschicht. Sie zeichnet die ganze Reise der Firmendaten vom Ursprung bis zur Nutzung nach, und zeigt jede Transformation auf diesem Weg auf. Das bedeutet, dass ein KI-Agent weiß, woher eine Information stammt, wie sie produziert wurde und ob sie noch frisch genug ist, um ihr zu vertrauen.
2. Echtzeit-Signale und Action (MuleSoft): Dannn müssen Apps und KI-Agenten wissen, was gerade passiert. MuleSoft liefert betriebliche Echtzeitsignale wie etwa Bestandsänderungen, Lieferverzögerungen und Bestellprobleme, die in Data 360 eingespeist werden und die die KI in die Lage versetzen, sichere Aktionen auszulösen.
3. Unified Data Context (Data 360): Schließlich ist ein Ort nötig, an dem sich diese Informationen zusammenführen und aktivieren lassen. Data 360 ist quasi das Gedächtnis des Systems. Es kombiniert den angereicherten Geschäftskontext von Informatica mit den betrieblichen Echtzeit-Signalen von MuleSoft in einer einzigen, harmonisierten Kontext-Schnittstelle für die Apps und KI-Agenten.
Echtzeit-Zugriff ohne Datenkopien spart Kosten und Latenz
Mit dem Prinzip des „Zero Copy“ stellt Data 360 diesen reichhaltigen Echtzeit-Kontext jedem Agenten zur Verfügung, ohne Daten zu bewegen. „Auf diese Weise können Apps und KI-Agenten auf alle Daten im Unternehmen zugreifen, ohne die mit dem Kopieren verbundenen Speicherkosten zu verursachen“, sagte Rahul Auradkar.
Vertrauenswürdiger Kontext muss über viele verschiedene Systeme weitergegeben werden können, u.a. über die Public und Hybrid Cloud.
(Bild: Salesforce)
Ganz gleich ob ein KI-Agent gerade einen Trend analysiert oder eine Retoure verarbeite, sorge diese Engine dafür, dass der KI-Agent dies in einem einzigen, gemeinsamen und aktualisierten Zustand ausführe, der den Kunden, den Betrieb und seine Richtlinien darstellt. So sei stets die Beobachtbarkeit der Apps und Agenten in Echtzeit gewährleistet.
Stand: 08.12.2025
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Kunden brechen Datensilos auf
„Salesforce ist immer sein eigener erster Kunde“, berichtete Rahul Auradkar. Deshalb sei die Unified Data Engine mit Informatica bereits bei Salesforce im Einsatz. „Informatica nutzt zudem die Datenplattform von Snowflake.“ Bekanntlich hat Snowflake mit der „AI Data Cloud“ ein eigenes KI-Ökosystem auf die Beine gestellt.
Weitere Kunden sind die Hotelkette Holiday Inn, die Wyndham-Hotelkette und schließlich die Yamaha Motor Corporation. Sie alle haben gemeinsam, dass diese Salesforce-Kunden die neue Unified Data Engine nutzen, um Silos zwischen ihren verschiedenen Geschäftseinheiten aufzubrechen.
„Die Kombination von Informatica, Data 360, MuleSoft und Agentforce bietet uns eine klare, vertrauenswürdige Sicht auf Hotels, Gäste und Franchisenehmer“, sagte Scott Strickland, Chief Commercial Officer bei Wyndham Hotels & Resorts. „Diese Ebene des Kontexts hilft uns, schneller Fortschritte zu erzielen und jene Prozesse zu automatisieren, die früher eine signifikante manuelle Anstrengung erforderten.“
„Die Übernahme von Informatica durch Salesforce beschleunigt unsere Fähigkeit, ein einheitliches, vertrauenswürdiges Daten- Ökosystem in Yamaha zu erstellen“, sagte Andy McCann, Digital Transformation Architect bei Yamaha Motor Corporation, USA. „Indem wir diese Plattformen zusammenbringen, können wir endlich alteingesessene Datensilos zusammenführen und jeder Geschäftseinheit Zugang zu sauberen, geregelten und konsistent modellierten Daten geben. Indem wir gemeinsame Erkenntnisse und nahtlose Kundenerlebnisse ermöglichen, Erfahrungen und eine stärker synchronisierte globale Digitalbasis, stärken wir unsere ‚One Yamaha‘-Strategie. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir in der Lage sind, KI-gesteuerte Personalisierung, Automatisierung und Innovation sicher über die gesamte Yamaha-Kundenreise hinweg zu skalieren.“