Sawtooth als Ledger, Lightning Web Components als Open Source

Salesforce bringt Blockchain-Baukasten

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Per Blockchain Builder Interface ließe sich eine ethisch korrekte Lieferkette für Baumwolle umsetzen.
Per Blockchain Builder Interface ließe sich eine ethisch korrekte Lieferkette für Baumwolle umsetzen. (Bild: Salesforce)

Salesforce-Kunden werden sich in Kürze eine eigene Blockchain-Lösung zusammenklicken können. Zudem macht der Anbieter sein JavaScript-Framework Lightning Web Components als Open Source verfügbar.

Mit dem Blockchain Builder Interface werden sich Salesforce-Nutzer schon bald bequem eigene Blockchains zusammenstellen können – ohne dabei größere Gedanken an die darunter liegende Infrastruktur verschwenden zu müssen. Mit der Lösung gespeicherte Daten lassen sich dann mit den gewohnten Werkzeugen der Plattform nutzen.

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Sawtooth als Grundlage für verteilten Ledger

Als Fundament setzt der Anbieter auf das Protokoll der Open Source Plattform Hyperledger Sawtooth. Mit der Lösung für verteilte Legder ließen sich auch verschiedene Konsensalgorithmen umsetzen.

Während der Einrichtung der Salesforce Blockchain werden „External Objects“ erstellt, die im Ledger abgelegte Informationen repräsentieren. Mit den externen Objektrepräsenationen sollen Salesforce-Nutzer genauso arbeiten, wie mit klassischen Datensätzen. Das bedeutet auch: Process Builder, Flows, Reports und Code können auch die Objekte zugreifen.

Hinter den Kulissen werden die Daten jedoch blockchaintypisch verarbeitet, das heißt: Bei Veränderungen werden Objekte nicht gelöscht, sondern neue Einträge im Ledger erzeugt. Damit bleibt der Verlauf von Datenänderungen nachvollziehbar und kann auch auditiert werden.

Nicht für alle Anwendungen geeignet

Von einem unüberlegten Einsatz der Blockchain rät Salesforce in einem Blogbeitrag allerdings ab. Entwickler sollten sich überlegen, welchen Mehrwert der Ansatz ihrer Anwendung tatsächlich bieten kann.

Als geeignete Anwendungen nennt der Anbieter beispielsweise Treueprogramme, mit denen Konsumenten Prämien bei verschiedenen, miteinander vernetzten Partnern erhalten. Für Immobilienanbieter tauge die Blockchain, um Grundstücksmakler, Kreditgeber sowie Versicherer per zusammenzubringen und so Hauskäufer schneller als bisher zu bedienen. Banken könnten den KYC-Prozess (Know Your Customer) für Geschäftskunden auf einer Blockchain abbilden, Textilanbieter über die gesamte Lieferkette hinweg die Einhaltung ethischer Standards absichern, verschiedene Universitäten gemeinsame Lernprofile von Studenten pflegen.

Die Salesforce Blockchain soll ab Sommer per Private Beta für erste Nutzer verfügbar werden. Erste Informationen zum Angebot gibt es bereits jetzt, etwa über das Schulungsangebot Trailhead.

Lightning Web Components als Open Source

Davon unabhängig hat Salesforce zudem sein JavaScript-Framework Lightning Web Components (LWC) als Open Source bereitgestellt. Entwickler sollen damit schnelle, sichere und portierbare Web-Komponenten auf einer Plattform ihrer Wahl erstellen.

So könnten etwa Node.js-Entwickler, die kundenseitige Apps auf Heroku erstellen, dank Lightning Web Components eine schnelle, standardbasierte Benutzerschnittstelle für den Node-Stack programmieren und mit dem gleichen Framework eine entsprechende Mitarbeiter-App in Salesforce erstellen. Zudem lasse sich die Codebasis von Lightning Web Components nach Belieben analysieren.

LWC sind ab sofort als Open Source verfügbar; für LWC in Salesforce ist eine der Editionen Enterprise, Unlimited, Performance oder Developer erforderlich.

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