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Telematik-Dienste aus der Cloud Orange Business Services lässt Maschinen miteinander kommunizieren

| Redakteur: Michael Hase

Zu den Schwerpunkten von Orange Business Services zählt Unified Communcation & Collaboration (UCC). Einen vielversprechenden Wachstumsmarkt sieht die Dienstleistungstochter von France Télécom in der Machine-to-Machine-Kommunikation.

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Uwe Becker, Head of Global Services Germany bei Orange Business Services, setzt auf innovative Dienste aus der Cloud.
Uwe Becker, Head of Global Services Germany bei Orange Business Services, setzt auf innovative Dienste aus der Cloud.
(Orange Business Services)

Die Apps heißen „Copilot Truck“, „Order Fulfillment Basic“ oder „Gentle Driver Truck“. Spediteure planen damit die Routen ihrer LKWs, steuern die Auftragsabwicklung oder überprüfen, welche Fahrer besonders wirtschaftlich unterwegs sind. Die Services gehören zum stetig wachsenden Portfolio, das verschiedenste Hersteller über die Telematikplattform Openmatics anbieten.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen und der Chip-Riese Intel haben Openmatics bereits 2010 gestartet. Mit dem Projekt zielen die Technologiepartner darauf ab, Telematikdienste für LKWs und Busse über ein weltweites Machine-to-Machine-(M2M-)Netzwerk bereitzustellen und dafür Standards zu etablieren. Allmählich nimmt das Geschäft an Fahrt auf.

Im vergangenen September ging Openmatics eine strategische Partnerschaft mit Orange Business Services ein. Die Dienstleistungssparte von France Télécom betreibt die Plattform in ihrem Internationalen M2M Center (IMC) in Brüssel. Zudem rüstet Orange die Nutzfahrzeuge mit den Onboard-Units aus, die Daten aufzeichnen und über das Netzwerk übertragen.

Projekt nach Maß

Für Orange Business Services ist Openmatics ein Projekt nach Maß. Als Tochter eines Telco-Konzerns kann der Dienstleister das gesamte Spektrum seiner ITK-Kompetenz und seine weltweiten Ressourcen einbringen. Nach eigenen Angaben unterhalten die Franzosen das größte nahtlose Sprach- und Datennetz, das sich über 220 Länder erstreckt. „Openmatics belegt unsere Leistungsfähigkeit, mit hochinnovativen Services in neue Bereiche vorzustoßen“, betont Uwe Becker, Head of Global Services Germany bei Orange Business Services.

Zugleich ist das M2M-Projekt aus Sicht Beckers ein gutes Beispiel dafür, wie Cloud Computing den Software-Markt verändert. „Für Unternehmen wird es deutlich einfacher, neue Applikationen zu testen, in Betrieb zu nehmen und sie auch wieder zu wechseln.“ Schließlich müssten sie dafür nicht in ihre IT-Infrastruktur investieren. In diesem Modell sieht Orange seine Rolle als Service-Provider, der die dafür nötigen IT-Ressourcen in seinen sechs global verteilten Cloud-Rechenzentren – eines davon in Frankfurt am Main – bereitstellt.

UCC aus der Cloud

Die M2M-Kommunikation – etwa in Logistik, Gesundheitswesen oder Energieversorgung – gehört für Orange zu den strategischen Wachstumsfeldern. Traditionell liegen die Schwerpunkte des Unternehmens auf Mobility, Security und nicht zuletzt auf Unified Communication & Collaboration (UCC). Die France-Télécom-Tochter plant und implementiert UCC-Lösungen, betreibt sie bei Unternehmen vor Ort oder stellt sie in der Cloud bereit. Dabei arbeitet sie mit den Herstellern Avaya, Cisco, Microsoft und Polycom zusammen.

Generell ist das Verhältnis von Orange zu Cisco besonders eng: Als einer der drei Global Service Alliances neben Dimension Data und IBM zählt der Dienstleister zu den wichtigsten Partnern des Netzwerkriesen. Außerdem setzt er in der Infrastruktur seiner Cloud-Rechenzentren auf den Vblock, ein integriertes Komplettsystem, das Server- und Netzwerk-Produkte von Cisco mit Speichern von EMC und Virtualisierungs-Software von VMware verbindet.

Die Kernkompetenzen von Orange liegen in der Netzwerk- und IT-Infrastruktur. Aber der Service-Provider betreibt für Kunden auch Software. Besonders zu Hause fühlt er sich bei Standardprodukten wie Oracle-Datenbanken und kommunikationsnahen Anwendungen wie Microsoft Exchange.

White-Label-Modell in Planung

Mit ihrer globalen Ausrichtung adressieren die Franzosen als Kunden vor allem Konzerne und Mittelständler, die international agieren. Für den lokalen Mittelstand haben sie hierzulande bislang keinen Vertriebskanal. Das muss allerdings nicht so bleiben. Laut Becker denkt man bei Orange darüber nach, Cloud-Services als White Label über Partner zu vermarkten. „Noch gibt es dazu allerdings nichts Spruchreifes“, schränkt der Manager ein. □

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