Toms Wochentipp: Offene Geodaten für radspezifische Karten OpenCycleMap: Radrouten, Wegebeläge und Höhenlinien im Kartenbild

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Radfahrer brauchen im Kartenbild andere Informationen als Autofahrer oder Fußgänger. Ein Kartendienst auf Basis von OpenStreetMap stellt Radrouten, Wegebeläge und Höhenlinien fertig bereit. Für Entwickler von Radanwendungen senkt das den Aufwand gegenüber generischen Kartenplattformen.

Eine Fahrradkarte für Web-Apps und Mobilgeräte, übersichtlich auf jedem Endgerät: OpenCycleMap bietet Radfahrenden alle relevanten Informationen für Touren, Rennen oder Mountainbiking.(Bild:  Thunderforest)
Eine Fahrradkarte für Web-Apps und Mobilgeräte, übersichtlich auf jedem Endgerät: OpenCycleMap bietet Radfahrenden alle relevanten Informationen für Touren, Rennen oder Mountainbiking.
(Bild: Thunderforest)

Der britische Anbieter Gravitystorm Limited betreibt unter der Marke Thunderforest einen Kartendienst, der aufbereitetes Kartenmaterial über Programmierschnittstellen (API) ausliefert. Den radspezifischen Stil OpenCycleMap nutzen nach Anbieterangaben hunderte Anwendungen und Organisationen weltweit. Grundlage bilden die Geodaten von OpenStreetMap (OSM), die der Dienst alle paar Stunden aktualisiert. Das Produkt besteht aus Kartenkacheln und Schnittstellen, die in eigene Web- und Mobilprojekte einfließen.

Ein Kartenbild, dass sich nach dem Radverkehr richtet

OpenCycleMap rendert beschilderte und nummerierte Radrouten und übernimmt dabei die landesübliche Kennzeichnung. Höhenlinien und eine abgestufte Geländeschattierung zeigen Anstiege und Gefälle, sodass sich Steigungen vor der Tour abschätzen lassen. Den Belag eines Weges signalisiert die Linienart, durchgezogen für feste Oberflächen aus Asphalt oder Beton, gestrichelt für lose Böden aus Sand oder Erde.

Für die Routenplanung verzeichnet die Karte zusätzliche Versorgungspunkte, darunter Radläden, Reparaturstationen, Fahrradstellplätze, Trinkwasserstellen, Cafés und Übernachtungsmöglichkeiten. Google Maps führt Radrouten ebenfalls und berechnet Radwege, legt den Schwerpunkt im Basiskartenbild aber auf ein allgemeines Publikum und stellt diese Dichte radbezogener Angaben nicht im selben Umfang dar.

Standard-Bibliotheken binden die Karten direkt ein

Den Zugang regelt ein API-Schlüssel. Über die Map Tiles API liefert der Dienst Rasterkacheln, die Static Maps API erzeugt statische Kartenausschnitte, und die Vector Styles API sowie die Vector Sources API geben Vektordaten aus. Die Kacheln laufen mit gängigen Kartenbibliotheken für JavaScript, Flutter und die nativen Toolkits der Mobilplattformen, der Anbieter verzichtet auf proprietäre SDKs. Ein Wechsel des Kartenlieferanten bleibt damit offen.

Beschriftungen erscheinen in der Landessprache und auf Englisch. Eigene Datenebenen lassen sich über die Standardkarten legen, und für abweichende Anforderungen passt der Anbieter Stile nach Auftrag an oder portiert vorhandene Stile auf seine Infrastruktur. Die Nennung von Thunderforest und OpenStreetMap im Kartenbild bleibt verpflichtend.

Das Preismodell arbeitet mit festen Monatsstufen

Thunderforest staffelt den Preis nach monatlichen Kachelabrufen, die Angaben verstehen sich ohne Mehrwertsteuer. Der kostenlose Tarif Hobby Project umfasst 150.000 Abrufe pro Monat und verlangt keine Zahlungsdaten. Solo Developer kostet 125 US-Dollar, 115 Euro oder 95 britische Pfund pro Monat bei 1,5 Millionen Abrufen. Small Business liegt bei 255 US-Dollar, 235 Euro oder 195 Pfund für 15 Millionen Abrufe und schaltet den Bulk-Download für die Offline-Vorhaltung frei. Large Business erreicht 525 US-Dollar, 475 Euro oder 395 Pfund bei 150 Millionen Abrufen samt bevorzugtem Support. Größere Kontingente und Premium-Leistungen kalkuliert der Anbieter auf Anfrage.

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