Der Owncloud-Fork soll als quelloffene Plattform digitale Souveränität stärken Eine Heinlein-Open-Cloud für das Filesharing

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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OpenCloud, eine Open-Source-Plattform für Filesharing und gemeinschaftliches Daten-Management, soll einen Beitrag zur digitalen Souveränität leisten – durch On-Premises-Betrieb und volle Datenkontrolle. Technisch möglich macht es ein Fork von „Owncloud Infinite Scale“ sowie der Übertritt mehrerer Mitarbeiter.

Gemeinschaftliches Daten-Management auf Open-Source-Basis und On-Premises. „OpenCloud“ verspricht einen Beitrag zur digitalen Souveränität.(Bild:  Open Cloud)
Gemeinschaftliches Daten-Management auf Open-Source-Basis und On-Premises. „OpenCloud“ verspricht einen Beitrag zur digitalen Souveränität.
(Bild: Open Cloud)

Die Heinlein Gruppe hat angekündigt, dass die Unternehmenstochter „Opencloud GmbH“ ihren operativen Start vollzogen hat und noch im ersten Quartal 2025 die Open-Source-Software „OpenCloud“ veröffentlichen soll.

In der Cloud und doch On-Premises

OpenCloud soll den Funktionsumfang großer Cloud-Angebote auf einer Open-Source-Plattform bereitstellen. So sollen eine nahtlose Synchronisierung von Inhalten, flexibel einstellbare Zugriffsrechte und die Web-basierte Bearbeitung von Texten, Tabellen und Präsentationen mit Web-Anwendungen von „Collabora“ möglich sein. Dass sich die Plattform mit „Microsoft Sharepoint“, „Google Drive“ und „Dropbox“ anlegen soll, betont auch die Heinlein Gruppe explizit.

US-cloudbasierte Anbieter seien „sicherlich keine geeigneten Speicherorte“. Hingegen könne Open Cloud komplett im eigenen Rechenzentrum bereitgestellt werden. Damit haben Betreiber die volle Kontrolle über Nutzerdaten in der Hand und können so die Konformität der Datennutzung mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sicherstellen.

Ein Beitrag zur „unabhängigen digitalen Infrastruktur“

So wird OpenCloud von der Heinlein Gruppe als wichtiger Beitrag zur Stärkung digitaler Souveränität positioniert. Zusammen mit der Videokonferenz-Plattform „OpenTalk“ soll OpenCloud gar die Grundlage einer „sicheren und unabhängigen digitalen Infrastruktur“ in Europa legen.

Neben Unternehmen gehören deswegen insbesondere Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Behörden zu der avisierten Zielgruppe. Alternativ werden Partner der Heinlein Gruppe OpenCloud auch als Software-as-a-Service kommerziell bereitstellen.

„Im Sinne der Open-Source-Community“: ein Fork mit Brisanz

Ein Grund für das baldige Erscheinungsdatum ist die technische Grundlage von OpenCloud. Die Software basiert auf einem Fork von „Owncloud Infinite Scale“ (OCIS). Diese unter der Apache Licence 2.0 frei modifizierbare Plattform bietet bereits seit dem August 2023 ein nahtloses Daten-Management und Filesharing sowie konfigurierbare Zugriffsrechte. Auf Basis von OCIS entstanden bereits mehrere Angebote öffentlicher Träger wie die BayernCloud Schule.

Technisch übernimmt OpenCloud von OCIS eine gut skalierbare containerisierte Architektur, welche ohne Nutzung von relationalen Datenbanken auskommt. Bei OpenCloud soll die Architektur aber „mit neuen Ideen und im Sinne einer verlässlichen Open-Source-Community weiterentwickelt“ werden.

Baldiges Release durch personelle Wechsel

Den Hintergrund bildet die Übernahme der Owncloud GmbH durch das US-Unternehmen Kiteworks. Dieses hat zwar explizit die Open-Source-Zukunft von OCIS zugesichert. Doch von Streit um diese sprechen nicht nur Diskussionen etwa unter dem neu gefassten Wikipedia-Artikel zu Owncloud, sondern auch personelle Wechsel zum OpenCloud-Projekt von Heinlein.

Mit Daniel Zielke ist der ehemalige Senior Partner Manager von Owncloud für den Aufbau strategischer Partnerschaften bei OpenCloud zuständig. Zudem seien laut dem Gründer und Geschäftsführer der Heinlein Gruppe, Peer Heinlein, gleich „mehrere Entwickler mit langjähriger hoher Fachkompetenz auf uns zugekommen“, womit zeitnah ein „ausgereiftes Produkt“ mit besonderem Fokus auf „digitale Souveränität ohne Kompromisse“ möglich geworden sei. Mit welcher Lizenz OpenCloud dabei verfügbar gemacht werden soll, hat das Unternehmen noch nicht bekanntgegeben.

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