Geplanter De-Facto-Standard für Datenintegration

Open Integration Hub sucht SaaS-Anbieter

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Als Mittelpunkt einer sternförmigen Topologie vermittelt der OIH zwischen verschiedenen Diensten.
Als Mittelpunkt einer sternförmigen Topologie vermittelt der OIH zwischen verschiedenen Diensten. (Bild: © sakkmesterke - stock.adobe.com)

Finanzielle Förderungen stellt der Cloud Ecosystem e.V. den ersten Cloud Service Providern in Aussicht, die für ihre Dienste Konnektoren zum Open Integration Hub erstellen – einem geplanten De-Facto-Standard für die automatische Datensynchronisation zwischen Clouddiensten.

Bereits seit Juli entwickelt ein vom Cloud Ecosystem e.V. geführtes Konsortium am „Open Integration Hub“ (OIH). Als zentrale Plattform soll dieser einen einheitlichen, anwendungsübergreifenden und rechtssicheren Standard zur automatischen Datensynchronisation schaffen. Insbesondere KMU könnten so bei der Datenintegration entlastet werden: Dank einer einheitlichen Schnittstelle müssen Daten zwischen unterschiedlichen Services nicht mehr händisch abgeglichen werden. Auch eine aufwändige Entwicklung individueller Schnittstellen entfalle.

Unterstützung vom Bundeswirtschaftsministerium

Dieser Ansatz war offenbar auch für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie überzeugend genug, um den OIH zu fördern. Das von 1. Juli 2017 bis 31. Juni 2019 angelegte Sonderprojekt erhält eine staatliche Förderung von 3,7 Millionen Euro.

Zu den acht Konsortialpartnern des OIH zählen neben dem Cloud Ecosystem e.V. auch die elastic.io GmbH aus Bonn, die Wice GmbH aus Hamburg, die Basaas GmbH aus Berlin, die yQ-IT GmbH aus Seligenstadt, die StoneOne AG aus Berlin sowie Fraunhofer IESE aus Kaiserslautern und die TU Berlin. Um einen ersten Grundstock von Konnektoren für die Lösung zu entwickeln, wolle man zudem weitere Partner ins Boot holen.

Förderung für SaaS-Konnektoren

Gesucht werden insgesamt zwölf SaaS-Anbieter, die ab 2018 Konnektoren für ihre Lösungen zum OIH entwickeln. Hierfür wird eine finanzielle Förderung in Höhe von 50 Prozent in Aussicht gestellt. Interessenten bewerben sich per E-Mail an bewerbung@openintegrationhub.de.

Plattform für Integration Provider

Mit dem OIH wollen die Entwickler kein konsumierbares Fertigprodukt liefern, sondern eine Plattform. Integration Provider werden die Bausteine der Lösung dann zu eigenen Services kombinieren – die Deutsche Telekom hat beispielsweise schon ihr Interesse bekundet. Als Hilfestellung für Provider wollen die Projektentwickler bereits vier prototypische Lösungsszenarien anbieten.

Sternenförmige Topologie

Der OIH verfolgt keinen Peer-to-Peer-Ansatz, sondern beschreibt eine sternenförmige Topologie. Daten werden also nicht direkt zwischen zwei Clouddiensten synchronisiert, sondern nehmen stets den Weg über den Hub. Damit genügt jeder Anwendung eine einzige Schnittstelle zum Hub, um mit allen anderen Diensten zu kommunizieren. Auf Wunsch können Informationen auf dem OIH auch zwischengespeichert werden, etwa um Latenzen zu minimieren.

Standardisierte Datensätze

Für den OIH aufbereitete Daten sollen einem einheitlichen Format folgen. Dabei wird etwa definiert, wie einzelne Datensätze konkret zu speichern sind. Geplant ist ein globaler und als Open Source verfügbarer De-Facto-Standard. Wenngleich die Initiative einen deutschen Einschlag nicht verhehlen kann, läuft die Projektkommunikation bereits auf Englisch.

Auch die bislang deutschsprachige Projektseite openintegrationhub.de soll künftig internationalisiert werden.

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