Visibility-as-a-Service und Business Application Management

„Nehmen Sie Ihr Cloud-Netzwerk selbst in die Hand!“

| Autor / Redakteur: Bethany Mayer* / Elke Witmer-Goßner

Es gibt zwei Schlüsselfunktionen, mithilfe derer Unternehmen in der Lage sind, die Cloud als einen Business Enabler ohne Risiko zu nutzen.
Es gibt zwei Schlüsselfunktionen, mithilfe derer Unternehmen in der Lage sind, die Cloud als einen Business Enabler ohne Risiko zu nutzen. (Bild: )

Mittlerweile gibt es keine Kluft mehr zwischen dem, was ein Unternehmen braucht, und was dessen IT-Team dafür tut, um es zu unterstützen. Über jede Branche hinweg ist das Netzwerk das Unternehmen, und das Unternehmen ist das Netzwerk.

Es wird aber zunehmend anspruchsvoller, sicher zu stellen, dass diese Netzwerke dem Unternehmen effektiv dienen, da diese von der physischen Infrastruktur immer mehr zu öffentlichen, privaten und hybriden Cloud-Modellen übergehen. Der neueste Cisco Global Cloud Index prognostiziert, dass 92 Prozent der Unternehmens-Workloads bis 2020 in öffentlichen und privaten Cloud-Rechenzentren verarbeitet werden und nur 8 Prozent in physischen Rechenzentren.

Die Cloud verändert die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen – vor allem die Migration von Anwendungen in öffentliche Clouds, wobei das jeweilige Unternehmen, dem die Applikation gehört, nicht selbst über die Infrastruktur verfügt und dadurch sein Zugriff auf netz- und sicherheitsbezogene Daten begrenzt ist. Trotzdem zeigen Studien, dass der öffentliche Cloud-Markt im Jahr 2016 um 17 Prozent gewachsen ist, und Cisco prognostiziert, dass in drei Jahren 56 Prozent aller Cloud-Workloads in der öffentlichen Cloud stattfinden wird. Das Ergebnis dieser Veränderungen ist, dass Unternehmensnetzwerke fragmentiert werden und zunehmend komplexe und fragile Wechselbeziehungen aufweisen. Dies führt wiederum zu Risiken wie unerwarteten Ausfällen, die ein Unternehmen für Stunden oder Tage außer Betrieb setzen können, und verursacht Anfälligkeiten, die von Angreifern leicht ausgenutzt werden können.

Visibility ist wichtig

Es ist demnach nicht verwunderlich, dass sich Unternehmen zunehmend über Visibility, Compliance und Security in Cloud-Infrastrukturen Gedanken machen, die für ihr Geschäft entscheidend sind. Im Rahmen einer Studie Anfang 2017 hatte Ixia über 220 leitende IT-Mitarbeiter in Unternehmen nach ihren Sorgen bezüglich Security befragt und 76 Prozent der Befragten gaben an, sie wären „sehr besorgt“ oder „besorgt“ über die Sicherheit in ihren Cloud-Umgebungen. 56 Prozent befürchteten dabei den „Kontrollverlust über Netzwerkdaten“, während 47 Prozent sich vollständige Visibility in ihren Netzwerken wünschten.

Solche Bedenken beruhen auf der Tatsache, dass Cloud-Umgebungen, vor allem aber öffentliche Clouds, undurchsichtig sind, wenn es darum geht, Leistung und Sicherheit zu überwachen. Die traditionellen Visibility-Architekturen, die in On-Premise-Netzwerken arbeiten, können einfach nicht mit der Flexibilität, Agilität, Elastizität und der schnellen Skalierung umgehen, die die Cloud ermöglicht. Noch wichtiger aber ist es, dass diese Herausforderung von den öffentlichen Cloud-Anbietern selbst nicht angesprochen wird: Die Tools, die sie anbieten, um die Leistung von Anwendungen zu überwachen, liefern nur partielle Einblicke. Im besten Fall erhalten IT-Teams ein unvollständiges Bild; im schlimmsten Fall werden sie überhaupt kein Bild bekommen – so dass sie im Dunkeln arbeiten und keine Probleme diagnostizieren oder Bedrohungen und Angriffe auf kritische Geschäftsanwendungen schnell beseitigen können. Hier stellt sich die Frage, wie also Unternehmen einen besseren Einblick in ihre zunehmend hybriden Netzwerkumgebungen erhalten, sie kontrollieren und sie als ein einziges, zusammenhängendes Geschäftsökosystem verwalten können.

In die Cloud sehen

Wie bereits erwähnt, ist es nicht möglich, traditionelle Visibility- und Monitoring-Methoden an Cloud-Umgebungen anzupassen. Stattdessen wird ein echter, Cloud-nativer Ansatz für die Sichtbarkeit benötigt, der in der gleichen Weise eingesetzt und skaliert werden kann, wie Unternehmen Cloud-Funktionen verwenden. Mit anderen Worten, Unternehmen sollten in der Lage sein, auf Visibility-as-a-Service (VaaS) zuzugreifen. Das bedeutet, dass eine Visibility-Lösung in ähnlicher Weise funktionieren sollte, wie ein Cloud-Storage-Anbieter virtuellen Speicherplatz und Wartung für Ihre Dateien bereitstellen würde.

Unternehmen sollten in der Lage sein, unkompliziert die für ihre Geschäfte geeigneten Sichtbarkeitsoptionen zu wählen – welche Stellen in der Cloud überprüft werden sollen, welche Workloads sie genau überwachen wollen und so weiter. Aufgrund dessen liefert das VaaS-Angebot die Einblicke dann an die IT-Teams der Unternehmen. Dadurch können die Cloud-Implementierungen des Unternehmens mithilfe eines skalierbaren, flexiblen Nutzungsmodells mit der gleichen Robustheit wie ihre traditionellen Netzwerke überwacht werden, wodurch die Belastbarkeit, Sicherheit und Compliance verbessert werden.

Netzwerke immer testen

Während die tief greifende Visibility in Cloud-Umgebungen für die Widerstandsfähigkeit und Sicherheit entscheidend ist, ist es ebenfalls wichtig, dass Unternehmen aktive Schritte vornehmen, um die Leistung von Applikations-Workloads in der Cloud zu sichern. Business Application Development ist ein kontinuierlicher Prozess; sei es eine neue Implementierung, ein Upgrade oder ein Patch. Demnach sollte Anwendungs- und Netzwerkprüfung auch ein kontinuierlicher Prozess sein. Für Unternehmen ist es entscheidend, dass Leistung und Security kontinuierlich überprüft werden, nicht nur während der isolierten Testperioden, sondern auch während Routine-Upgrades, Wartungsvorgängen und anderer Änderungen.

Das Testen von Cloud-Instanzen gegen realistische Lasten und das Sondieren nach potenziellen Schwachstellen verbessern sowohl die Verfügbarkeit als auch die Sicherheit, helfen Probleme zu beheben, bevor sie auftreten, und eliminieren Schwächen, bevor sie ausgenutzt werden können. Ein kontinuierliches Testsystem stärkt sowohl die Anwendungen als auch die Netzwerke, auf die sie sich verlassen, was wiederum durch die Minimierung von Ausfall- und Angriffsrisiken den Betrieb stärkt.

Bethany Mayer, CEO Ixia.
Bethany Mayer, CEO Ixia. (Bild: Ixia)

Abschließend kann festgehalten werden, dass die Grenze zwischen IT und Unternehmensgeschäft verschwunden ist. Eine ganzheitliche Sichtbarkeitsstrategie, die sowohl traditionelle als auch Cloud-Infrastrukturen umfasst, zusammen mit einem umfassenden Testsystem für die Infrastruktur und Anwendungen, die den Betrieb steuern, wird Unternehmen ermöglichen, die Leistungsfähigkeit ihrer Netzwerke und in Folge auch ihren Betrieb zu sichern.

* Die Autorin Bethany Mayer ist President der Ixia Solutions Group, einem Unternehmen von Keysight.

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