CLOUD Technology & Services Conference 2018

Nachgefragt: „AWS entwickelt was Anwender wünschen“

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Agilität findet in den Köpfen statt – glaubt Constantin Gonzalez und brandmarkt klassische Rechenzentren als Hindernis.
Agilität findet in den Köpfen statt – glaubt Constantin Gonzalez und brandmarkt klassische Rechenzentren als Hindernis. (Bild: © Robert Kneschke - stock.adobe.com)

Neun von zehn AWS-Diensten gehen auf das Feedback echter Anwender zurück. Wie die Kunden des Dienstleisters genau ticken, haben wir mit dessen Principal Solutions Architect Constantin Gonzalez erörtert.

Am 11. September startet die „CLOUD Technology & Services Conference“ der Vogel IT-Akademie in Bonn, weitere Termine in Wiesbaden, Hamburg und München folgen (Infos siehe Kasten unten). Dort wird AWS-Experte Constantin Gonzalez den Besuchern jeweils ein umfassendes Bild der Evolution hybrider Clouds zeichnen. Bereits im Vorfeld der diesjährigen Vortragsreihe gewährte uns der Principal Solutions Architect einen kleinen Einblick zu aktuellen Trends und Tendenzen.

Google hat soeben die hybride Cloud Services Platform vorgestellt, mit der Kunden Cloud-Workloads nach Belieben im eigenen Rechenzentrum betreiben sollen. Ist das auch für Amazon Web Services (AWS) ein Thema?

Constantin Gonzalez: AWS Kunden sind daran interessiert, mithilfe der Cloud ihre Agilität zu steigern, weltweit präsent zu sein und sich von den Belastungen zu befreien, die der Betrieb eigener Hardware in eigenen Rechenzentren verursacht. Daher bekommen wir von unseren Kunden kaum Anfragen in diese Richtung.

Stattdessen fragen uns unsere Kunden nach Wegen, wie sie ihre IoT-Geräte, die an unsere Cloud Services angeschlossen sind, besser um die Fähigkeit erweitern können, lokal mit niedrigen Latenzen und unabhängig von Netzwerk-Verfügbarkeit Code für kritische Entscheidungen ausführen zu können. Hierfür haben wir die AWS IoT Plattform Greengrass entwickelt.

Die meisten Kunden sind daher eher daran interessiert, bestehende RZ-Ressourcen mit der Cloud zu verbinden, dafür bieten wir eine Vielzahl von Services, wie VPN-Gateways, Direct Connect Verbindungen, Identity-Federation oder Datentransfer-Services an.

Wenn ich das richtig verstehe, arbeiten On-Prem-Systeme des Kunden der Public Cloud damit lediglich zu. Wie ist die genaue Aufgabenverteilung dabei?

Gonzalez: Unsere Kunden betreiben sehr viele verschiedene Anwendungen, die auf mehreren Ebenen Cloud und On-Premises-Infrastruktur miteinander verbinden. Jedoch sehen wir klare Trends, neue Applikationen komplett in der Cloud zu entwickeln („Cloud First“), bestehende Anwendungen mithilfe unserer Migrationsprogramme in die Cloud umzuziehen oder komplett die eigenen Rechenzentren zu verlassen und „all in“ zu gehen.

Ein Beispiel hierfür ist die Firma Siemens, die in nur acht Wochen ein IoT-Projekt für ihr Werk in Monterrey, Mexiko mithilfe der Cloud in Produktion gebracht haben, das schon in der Pilotphase die Produktions-Effizienz des Werkes um drei Prozent erhöht hat. Oder Kellogg’s die ihre SAP-Umgebungen in Asien über fünf Länder hinweg und ohne Downtime in die Cloud verlagert haben. Die Kempinski Hotelgruppe hat ihre Rechenzentren ganz aufgegeben, um ihre IT Ressourcen in der Cloud schnell und flexibel zu nutzen und den Kopf frei für ihr Geschäft zu haben.

Nachgefragt: „AWS entwickelt was Anwender wünschen“ Cloud Conference 2018

Mehr Informationen zur Cloud 2018 – Technology & Services Conference

Welche Produkte bietet AWS hierfür an?

Gonzalez: Wir helfen unseren Kunden, ihre On-Premises-Infrastruktur besser mit ihren Cloud-Umgebungen zu verbinden, indem wir Services wie AWS Direct Connect, Amazon VPC VPN Gateway, AWS Storage Gateway oder AWS Snowball Edge zur Verfügung stellen. Letzteres ist eine Speicherkomponente, die im eigenen Rechenzentrum betrieben werden kann und die über lokale CPU-Kapazität verfügt, die mit AWS Lambda und Amazon EC2 kompatibel ist.

Letztlich können Kunden dann aber doch nicht komplett auf Server und Appliances im eigenen Rechenzentrum verzichten, oder?

Gonzalez: Unsere Kunden überraschen uns fast täglich mit neuen Anwendungen, die sie in der Cloud aufbauen und innovativen Ideen, wie sie mithilfe der Cloud neue Geschäftsbereiche aufbauen können. Agilität findet in den Köpfen statt und agile Unternehmen verstehen es, die Kreativität ihrer Mitarbeiter mit agilen Prozessen zu unterstützen. Hier sind die begrenzten und schwer veränderbaren Mittel klassischer Rechenzentren eher ein Hindernis, so dass wir bei agilen Teams einen klaren Trend zur Cloud beobachten.

Erlauben Sie uns angesichts des Hypes um Container, KI und Blockchain noch eine perspektivische Frage: Welche Technologie wird die Cloud in den kommenden Monaten besonders prägen?

Gonzalez: In einem solch dynamischen Umfeld kann niemand vorhersagen, wie sich die Zukunft entwickelt. Daher fragen wir unsere Kunden nach Feedback, welche Herausforderungen sie gerade sehen und welche Features sie brauchen, um ihre Projekte zu verwirklichen. Daher sind über 90 Prozent der Dienste, die AWS entwickelt und auf den Markt bringt das direkte Resultat des Feedbacks unserer Kunden. In 2017 haben wir insgesamt 1.430 signifikante neue Features und Services veröffentlicht. Dabei sehen wir immer wieder, dass Kunden es immer begrüßen, wenn wir die Preise senken (was wir seit es AWS gibt bereits 66 mal getan haben), neue Funktionalitäten in die Cloud bringen und wenn wir unsere Cloud-Services in neuen Regionen verfügbar machen.

Ergänzendes zum Thema
 
Infos & Anmeldung zur „CLOUD 2018 Technology & Services Conference“

Zur Person

Constantin Gonzalez unterstützt bei Amazon Web Services (AWS) Kunden von Start-ups bis zu großen, multi-nationalen Unternehmen.
Constantin Gonzalez unterstützt bei Amazon Web Services (AWS) Kunden von Start-ups bis zu großen, multi-nationalen Unternehmen. (Bild: AWS/ blende11_Fotografen)

Constantin Gonzalez beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit IT-Technologien, von CPU- und System-Architekturen über Speichersysteme, Betriebssysteme, High Performance Computing und Web-Technologien bis hin zu Cloud Computing, Microservices-Architekturen, dem Internet der Dinge (IoT) und künstlicher Intelligenz (AI).

Bei Amazon Web Services (AWS) unterstützt er als Principal Solutions Architect Kunden von Startups bis zu großen, multi-nationalen Unternehmen dabei, die Cloud zu nutzen, um effizienter zu sein, Innovationen voranzutreiben und ihr Geschäft zu digitalisieren.

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